Zitat: Wie habt ihr das bei eurem Liebeskummer geschafft euren Alltag durchzuziehen?
Einfach weitergearbeitet. Ich habe mir in der Arbeit nichts anmerken lassen und Arbeit gibt auch Struktur, auch wenn sie Überwindung kostet und man am liebsten nur noch im Bett heulen möchte.
Geheult habe ich außerhalb der Arbeit, wobei sich Heulphasen und Zeiten in denen ich nur teilnahmslos vor mich hin starrte, abwechselten.
So schwer es auch war, es vergeht mit der Zeit, aber am schlimmsten ist es, wenn alles noch ganz frisch ist. Nach einigen Wochen merkt man, dass sich ein gewisse Distanz einstellt und die emotionsbeladenen Phasen etwas weniger werden. Aber das dauert schon mal ein paar Wochen .
Dann wird es leichter, aber der Kummer wallt immer wieder auf, weil man unweigerlich getriggert wird. Es läuft ein Lied im Radio, mit dem Du besondere Erinnerngen an ihn hast und der Schmerz wallt wieder auf. Ich konnte über Wochen und Monate bei einem Supermarkt nicht vorbei fahren geschweige denn dort einkaufen, weil wir da öfters eingekauft hatten.
Und dann vergehen wieder Wochen und es stellt sich eine Phase der Akzeptanz ein. Es ist wie es ist und es ist nicht gut so, aber man kann es nicht ändern. Und wenn ein Jahr um ist, hat man viel geschafft und es wurde definitiv besser. Abgeschlossen hat man erst, wenn man kaum mehr an die vergangene Beziehung denkt und sich sagen kann, der Ex. soll jetzt sein Leben leben und ich meines.
Liebeskummer verläuft auch in Phasen, die Du jetzt selbst erlebst. Es keimt ab und zu eine Stärke auf, die dann wieder wegbricht. Das ist wirklich schlimm und Kräfte zehrend.
Zitat von -Träumerin-: Danach teilte er mir auch mit, dass er nicht glaubt, dass seine Gefühle weg wäre, dass er allerdings ehrlich sagen muss, dass er nicht mehr so intensive Gefühle wie zuvor bei mir fühlt. Auch wenn ich das ja schon wusste, war dies noch einmal ein Schlag in die Magengrube. Als wir gekuschelt haben,habe ich mich die ganze Zeit schlecht gefühlt. Das liegt daran, weil die komplette Sicherheit meiner Beziehung gerade weg ist. Ich bin so verzweifelt, ohnmächtig, und hilflos und weiß einfach nicht, was ich machen soll.
Dass die Gefühle sich im Lauf der Jahre ändern, ist zwangsläufig so.
Er scheint allerdings auf dem Absprung zu sein und ich fürchte, daran werden auch Distanzphasen nichts ändern. Du kannst ihn nicht festhalten, sondern solltest Dich darauf einrichten, dass ihr euch trennt.
Ein Therapeut kann das Ruder nicht herumreißen, wenn einer nicht mehr will. Und er sagte ja schon, dass er nicht glaubt, dass das noch was ändern will. Aber möglicherweise kann der Therapeut Euch bei der Einordnung seiner Neigung helfen.
Noch dazu habt ihr beide keine anderen sxuellen Erfahrungen gemacht. Das führt dann auch oft dazu, dass einer das Gefühl hat, etwas versäumt zu haben. Und dann kommt noch seine Neigung dazu.
Wenn Du diese Neigung nicht verstehen und akzeptieren kannst, wird es sowieso nichts mehr. Er wird es ausprobieren wollen. Ob die reale Erfahrung dann seiner Fantasie Stand hält, muss sich erst zeigen. Es gab hier mal einen Mann, der gleichgeschlechtlich1 Neigungen bei sich entdeckte. Als er das erste Mal sich mit einem Mann traf und der ihm dann an seine intime Stelle griff, nahm er Reißaus. Fantasie und Realität sind zweierlei Dinge.
Du solltest auf jeden Fall aufpassen, dass Du Dir in dem Bestreben, ihn zu halten, nicht zu viel zumutest. Erst will man es verstehen, was schon mal nicht möglich ist und dann stellt sich die Frage, wie denn eine Beziehung bei Euch dann aussehen sollte? Ihr seid weiterhin ein Paar und habt Sx oder nicht? Und er geht ab und an zur Herrin und Du wünschst ihm "viel Spaß"? Ich sehe nicht, wie zwei Menschen eine Beziehung führen können, wenn einer besondere Neigungen hat und der andere diese nicht teilt?
Pass bitte auf, dass Du Dir nicht zu viel zumutest. Seine Neigungen werden in Eurer Beziehung eine Rolle spielen und wie soll denn Euer Sxualleben aussehen, wo die Karten auf dem Tisch liegen? Das wird sich natürlich darauf auswirken. Und alles nicht einfacher machen.
Es kann auch sein, dass er durchaus noch Gefühle für Dich hat, diese aber jetzt überdeckt sind, weil er was anderes ausprobieren möchte.
Aber ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, wie eine Beziehung noch funktionieren soll, denn sein Hang zu BDSM wird zwischen euch stehen. Und der geht auch nicht weg.
Du musst jetzt einfach mal abwarten, aber erwarte keine Wunderdinge von einem Therapeuten. Der wird Euch auch nicht sagen können, wie es weiter geht.
Aber ich denke, es ist gut, dass Du Dich gedanklich mit einer Trennung befasst. Wenn es dazu kommt, dann wirst Du sie überleben, aber der Weg bis zur völligen Bewältigung ist lange und steinig. Rückfälle werden kommen, wenn man glaubt, dass man über den Berg bist, weil Du in einem Trauerprozess bist, der nicht linear verläuft, sondern auch mal einen Haken schlägt.
Es ist sehr wichtig, dass Du nur das tust, was Du Dir abverlangen kannst. Also wenn Du seine Neigung, sollte er sie denn ausleben wollen, nicht akzeptieren kannst, dann kannst Du Dich nicht verbiegen.
Und bei dem ganzen Stress versuche dennoch, Dir kleine Pausen zu schaffen, in denen Du versuchst, Dir mal was Gutes zu tun und zwar allein.
Du wirst kleine Inseln brauchen, in denen Du für Dich bist.
Sprich mit Freudinnen, geh auch mal aus, aber spricht nicht ständig über dieses eineThema. Schau auf Dich, denn wenn Du es nicht tust, tut es keiner. Auch er nicht.