-Träumerin-
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ich habe mich hier gerade voller Verzweiflung angemeldet, da ich meinen Schmerz gerade einfach nicht mehr aushalte und ich mir erhoffe, dass mir der Austausch gut tut.
Kurzer Rahmen: Mein (noch) Partner (31) und ich (33) sind nun 9,5 Jahre ein Paar. Wichtig: wir beide sind die ersten (Sexual-) Partner voneinander. Es begann mit einer 2,5 Jahre anhaltenden Fernbeziehung, dann zog ich in seine Stadt und vor knapp 5 Jahren sind wir in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Unsere Beziehung war allgemein geprägt von Wertschätzung, tiefer Verbundenheit, Liebe, Humor und Vertrauen. Wir waren wirklich glücklich und haben eigentlich täglich viel gelacht und Zärtlichkeiten ausgetauscht. Trotzdem hat sich jeder von uns seinen Freiraum für Hobbys und Freunde gelassen. Seit Mitte letzten Jahres, haben wir uns dazu entschieden, dass wir uns gemeinsam ein Haus kaufen wollen. Daher haben wir uns beraten lassen und uns dazu entschieden, erst einmal noch zu sparen und dann aktiv zu schauen.
Aktuelle Situation: Letzte Woche Montag hat mir mein Freund mitgeteilt, dass er nicht mehr wisse, ob seine Liebe für mich noch im romantischen oder doch nur noch im freundschaftlichen Rahmen existiert. Dazu ist zu sagen, dass er mit einer Erkältung länger zuhause war und dadurch sehr viel nachgedacht hat. Ich bin aus allen Wolken gefallen, denn bevor er krank wurde, gab es nie auch nur einen Indiz. Vielleicht habe ich diesen auch nie wahrgenommen? Laut ihm kamen die Zweifel auch erst, als er so viel nachdachte. An Silvester sei noch alles gut gewesen. Danach haben wir am Dienstagabend ein Gespräch geführt, welches ganz gut war. Ich war zuvor mit einer Freundin spazieren und er hatte sich mit seinem älteren Cousin getroffen, um diesem von seiner Gefühlslage zu berichten. Mein Freund hat da viel reflektiert. Als wir sprachen, war er sehr emotional und hat viel geweint, obwohl er ein ansonsten sehr sachlicher und gefasster Mensch ist. Dabei kam raus, dass er ein paar Punkte hat, die ihn beschäftigen. Die meisten dieser Punkte sind eher Kleinigkeiten und eigentlich schnell aus der Welt zu räumen, sodass ich dies erst einmal nicht weiter ausführen werde.
Der größte Punkt war aber seine sexuelle Neigung. Er hat mir erzählt, dass er das Bedürfnis hat, sexuelle Erfahrungen im BDSM Bereich zu machen. Dabei geht es aber darum, dass er von einer anderen Frau dominiert werden möchte. Es soll dazu kein GV mit der Frau geben, sondern es geht wohl um fesseln und Anale-Techniken. Das Gefühl des Kontrollverlusts und des Erniedrigtwerdens stehen im Vordergrund. Dies kann er sich innerhalb einer Beziehung nicht vorstellen, da er die Distanz braucht und das Gefühl hat, dass er unsere Beziehung, die auf Augenhöhe stattfindet, nicht mehr führen könnte. Wir kamen also zu dem Schluss, dass er gerne mal eine professionelle Herrin aufsuchen wollen würde, um auch zu schauen, ob diese Neugier wirklich eine Neigung oder nur eine schöngefärbte Fantasie ist. Meinem Partner fiel es sichtlich schwer darüber zu reden und ich merkte ihm seinen großen Leidensdruck an. Ich habe viel gefragt und bin erst einmal zu dem Schluss gekommen, dass ich mir vorstellen kann damit umzugehen, wenn bestimmte Vorraussetzungen erfüllt werden.
Wir hielten jetzt bis gestern viel Distanz, um nachzudenken und haben uns bis Donnerstagabend immer für ein Gespräch zusammengesetzt, welche auch wirklich gut waren. Dann übernachtete ich am WE bei einer Freundin und danach in einem Hotel, da ich wandern wollte, um nachzudenken. Wir hatten vereinbart, dass wir ab gestern (Sonntag) wieder mehr in die Nähe wollen. Als ich gestern nach hause kam, sprachen wir noch einmal miteinander. Wir haben für Donnerstag einen Termin bei einer Paar- und Sexualberatern vereinbart. Danach teilte er mir auch mit, dass er nicht glaubt, dass seine Gefühle weg wäre, dass er allerdings ehrlich sagen muss, dass er nicht mehr so intensive Gefühle wie zuvor bei mir fühlt. Auch wenn ich das ja schon wusste, war dies noch einmal ein Schlag in die Magengrube. Als wir gekuschelt haben,habe ich mich die ganze Zeit schlecht gefühlt. Das liegt daran, weil die komplette Sicherheit meiner Beziehung gerade weg ist. Ich bin so verzweifelt, ohnmächtig, und hilflos und weiß einfach nicht, was ich machen soll.
Den ganzen Tag bei der Arbeit heute, ging dieses innerliche Brennen nicht weg. Ich habe das Gefühl, dass ich innerlich sterbe. Wie hält man sowas nur aus? Wie geht es weiter? Was kann ich tun? Es tut so weh.
Ich danke jeder Person, die bis hier hin meinen langen Text gelesen hat.
