Zitat von Hope0194: Na ja, als wir unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen haben, im Studium, dann hat er 2 Jobs parallel gehabt. Ich hatte auch einen Job, wurde von meinen Eltern finanziert und hatte einen Studienkredit. Seine Erwartung war wohl, dass ich ihn hätte mehr im Haushalt unterstützen soll,
Und? Hättest Du mehr im Haushalt unterstützen können? Manchmal treffen halt auch unterschiedliche Auffassungen in Sachen "Haushaltsführung" aufeinander, so dass man mindestens einen Kompromiss finden sollte, sonst gibt es immer wieder Knatsch deshalb.
Zitat von Hope0194: bzw. meine Eltern ihm einen Kredit geben können. Dabei haben meine Eltern unterstützt, nur halt eben im Hauptaugenmerk mich als ihre Tochter.
Ich finde nicht normal, wenn er von Deinen Eltern erwartet, dass sie ihm einen Kredit geben und völlig normal, wenn sie ihr Hauptaugenmerk auf Dich legen.
Allerdings ist für mich auch normal, wenn in einer Beziehung jemand, der mehr Geld zur Verfügung hat, den anderen unterstützt. Das sollte sich jedoch die Waage halten und über alles gesehen ausgeglichen sein.
Zitat von Hope0194: Es liegt eher daran, dass meine Eltern mir wenig zutrauen und sie das Gefühl haben, dass ich nicht bereit bin.
War das schon immer so? Das hat nichts mit "Einzelkind" zu tun. Ich hab auch nur eines, aber konnte gut beim Fliegenlernen, nachdem es das Nest verlassen hat, zugucken. Ab und an mal auf die Nase fallen gehört halt dazu. Im Notfall wäre ich natürlich immer für mein Kind da gewesen.
Zitat von Hope0194: Vor allem, weil ich Wege anstrebe, die nicht mit ihren Werten bzw. ihrem Leben einhergeht. Sie hätten mich gerne brav im System, kommt für mich aber nicht in Frage.
Du möchtest also nicht "ins System", aha. Hört sich ein wenig hochnäsig an für mich. Vor allem dann, wenn Du einerseits nicht (wie wir anderen Lemminge) ins System möchtest, andererseits in Deinem Alter Deine vorgebliche Freigeistigkeit von Deinen Eltern finanzieren lässt.
Zitat von Hope0194: Ich fühle mich bei ihnen wie ein kleines Mädchen.
Solange Du wirtschaftlich von ihnen abhängig bist, wundert es mich nicht. Das heißt nicht, dass ich es gut finde, aber da kommt ne Dynamik ins Spiel, wo beide Parteien sich zusammenreißen und Kompromisse finden müssen.
In Deinem Alter hatte mein Kind bereits ein abgebrochenes Studium, ein FsJ, eine Berufsausbildung und ein fertiges Studium hinter sich. Bei allem haben wir es - auch finanziell - unterstützt. Ich finde es nicht schlimm, wenn ein junger Mensch keinen graden Weg geht und sich bei der Berufswahl ausprobiert. Aber wenn ich höre "ich will nicht ins System" , dann würde ich wohl auch ne gelinde Krise bekommen und mich als ewige Zahlmutter sehen
