Erstmal danke an alle für die Antworten, es ist so viel zusammen gekommen, das ich nicht alle einzeln beantworten kann. Ich versuche mal das Wichtigste zusammenzufassen.
Wir haben uns im Internet kennengelernt und viele Mails ausgetauscht, es hat sehr gut gepasst und wir haben uns gedated und es wurde eine Beziehung daraus.
Sie hat auch früher schon viel Zeit mit der Familie verbracht, ihre letzte Beziehung hat auch darunter gelitten. Der Ex hat sich noch während der Schwangerschaft verabschiedet und sie ist aus der frisch gemieteten und eingerichteten Wohnung zu ihren Eltern zurück gezogen. Der Vater besteht auf sein Besuchsrecht und kommt auch regelmäßig einmal die Woche und jeden 2. Samstag. Diese Treffen finden auch bei ihren Eltern statt, was ich okay finde, da es eine "Aufsicht" gibt. Der Ex hat keine gute Meinung von der Mutter und hat das auch deutlich gezeigt bei früheren Treffen. Ich wollte das nicht und wir hatten ein gemeinsames Gespräch, wo die Besuche nun so geklärt wurden. Ansonsten kommt er auch für die Alimente auf und scheint vernünftig zu sein.
Ich habe mit ihren Eltern kein Problem, auch wenn ich immer wieder hören muss "warum magst du meine Eltern nicht" und ähnliche Sätze. Ich mag sie sogar sehr gerne, sind echt nette Leute. Der Vater ist Türke, war as Vater eher gefühlskalt und reserviert. Den Enkel liebt er heiß und will am liebsten dauernd mit ihm Zeit verbringen. Die Mutter ist auch eher konservativ und auch nicht sehr emotional. Sie hat auch eine Schwester, ist also kein Einzelkind.
Die Familie ist sehr auf soziale Konventionen konzentriert, Geschenke als Zeichen der Zuneigung sind offenbar sehr wichtig. Mir fehlt da als "Zuschauer" etwas die Herzlichkeit, alle sind etwas hölzern und steif. Ich weiß auch, dass es innerhalb der Familie viele Probleme gab. Meine Frau hat einiges an emotionaler Belastung erlebt, die ganz sicher mit der Familie zu tun hat. Sie ist auch in Therapie. Immerhin.
Ich bin fast 13 Jahre älter, aber eher locker und liberal während sie eine sehr altmodische Vorstellung von Beziehung/Ehe hat (kochen muss die Frau zB). Ich habe aber auch in der kennenlern Phase immer wieder gesagt, dass ich eine gleichberechtigte Beziehung führen will und so veraltete Geschlechterrollen ins Museum gehören. Für sie war das Ok. Hausarbeit machen wir beide, ich vielleicht etwas mehr aber das ist total Ok, hab immer schon für mich selbst sorgen können und möchte dieses Weltbild auch dem Kind vorleben (manche in ihrer Familie sehen das anders).
Heute morgen hatten wir ein Gespräch deswegen, ihr dürfte aufgefallen sein, dass ich sehr bedrückt bin. Ich habe ihr erklärt, dass ich unglücklich bin mit der Situation und unsere Beziehung in Frage stelle. Dass wir schon viele Gespräche hatten und ich nicht das Gefühl habe es wird besser. Sie sagt, sie gibt sich Mühe etwas zu ändern aber kann sich nicht zwischen mir und ihren Eltern entscheiden. Ich will ihr auch kein Ultimatum stellen, ich weiß, sie hat die Entscheidung (für "ihre" Familie) schon vor langer Zeit getroffen. Sie sagt, auf meine Frage, wie es weitergehen soll, sollte sie Schwanger werden, wenn wir ein zweites Kind hätten wäre alles anders. Ich habe ihr gesagt, dass ich das nicht wirklich glaube.
Wie nach jedem dieser Gespräche gibt sie sich jetzt Mühe und versucht, besonders liebevoll zu sein aber normalerweise hält das nicht lange an und wir befinden uns in einer, vielleicht zwei Wochen wieder an der selben Stelle.
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen
