Zitat von Vienne: Geht der Eine auf den Anderen zu...stellt sich der Andere taub.
Vielen Dank für Eure Beiträge! Ich glaube, jetzt komme ich langsam dahin, wo es weh tut. Und das gut
Zitat von Blattfee: Wie sieht das aus und was sagen andere?
Es ist ein wiederkehrendes Muster in unseren Streitigkeiten, dass irgendwann der Satz fällt, "andere sehen das auch so!" Das war anfangs für mich absolut entwaffnend und forderte natürlich meine Frage nach dem Wer! Hier habe ich niemals eine adäquate Antwort bekommen. Es ging hier lediglich darum, mich scheinbar sozial bloßgestellt zu haben.
Zitat von E-Claire: inwieweit eine junge Mutter mit drei betreuungspflichtigen und lebhaften Buben, die an ihrer Diss arbeitet, hätten wissen müssen und wissen können, daß diese Nachricht so viel auslöst, wenn es MJ nicht mal selbst gewusst hat.
Wir leben seit 12 Jahren zusammen. Natürlich weiß sie aus Gesprächen, dass ich vor allen Dingen meinen Vater auch irgendwie vermisse. Sie hat auch immer wieder, wenn es harmonisch zwischen uns war, gesagt, ob ich nicht einmal meinen Vater anrufen wolle. Da stand ich mir selbst im Weg.
Zitat von E-Claire: bei denen ich den Eindruck habe, daß eine bestimmte Lesart sehr gewollt ist, aber in meinen Augen eben nicht die einzig mögliche ist.
Ich habe niemanden zum Reden. Der Therapieplatz ist in weiter Ferne. Wie gesagt, es sind solch unangemehme Fragen, die meine Selbstreflektion fördern. So hoffe ich es zumindest. Natürlich wird hier nur meine Perspektive wiedergegeben. Eine andere habe ich (noch) nicht. Es ist aber ganz offensichtlich, dass ich todunglücklich in dieser Beziehung bin. Entweder bin ich verwirrt und meine Frau hat recht, so dass nach meiner Therapie alles wieder gut ist, oder aber, die Ursachen für meine Unglück haben auch etwas mit der Beziehung selbst zu tun. Da gehören dann aber schon zwei dazu.
Zitat von E-Claire: Hinzu kommt eine subtile aber doch sehr sichtbare Misogynie
Das ist ein wichtiger Punkt, der mich anfasst. Tatsächlich! Mir wurde aber mittlerweile via PN manches mal diese Eigenschaft vorgeworfen. Um ehrlich zu sein, ich hasse meine Mutter! Da muss natürlich gefragt werden, ob hier eine Form der Projektion stattfindet und damit ein großer Teil meiner Verantwortung im Scheitern der Ehe zu finden ist. Gleichzeitig weiß ich, dass ich meine Frau geliebt und auf Händen getragen habe. Ich habe alles für sie gemacht. Nur jetzt reicht es aus genannten Gründen nicht mehr aus, glaube ich. Ich wäre deswegen sehr dankbar, wenn mir jemand die Stellen zeigte, wo ich misogyn unterwegs bin, wenn auch subtil.
Zitat von Brightness2: Er kommt schmerzerfüllt nach Hause wegen seines Vaters, bekommt nicht die Zuwendung, die er einfordert, es entsteht ein Streit in dessen Verlauf er seiner Frau sein ganzes unglückliches Leben hinknallt. Hm, wie soll sie denn adäquat reagieren?
Es muss hier angemerkt werden, dass das genau ein Montag nach einem Wochenende war, in dem ich wieder in Alma Mater war.
Ich weiß nicht was richtig ist und was falsch, aber wenn ich an den Abend zurück denke, da höre ich aus dem Telefon "Wir wissen nicht, ob Papa überlebt!". Da hatte ich es mit blanker Angst zu tun, von der ich keine Ahnung hatte. Da hatte ich in dem Moment keine Kraft für einen Streit. Und dennoch ist es wieder passiert. Ich hatte auch keine Zuwendung eingefordert. Ich wollte auch nicht mit ihr darüber reden, weil mir nicht danach war. Eine adäquate Reaktion ist für mich, dass wenn mein Mann gerade mit sich selbst hadert und in Ruhe gelassen werden will, ich dem nicht hinterhersteige.
Zitat von Brightness2: , gab es von deiner Seite Konsequenzen im Umgang mit deinem Vater, hat dieser Schock Handlungen in Richtung deiner Ursprungsfamilie ausgelöst oder ist das einfach wieder verpufft?
Sehr gute Frage! Er ist wieder auf dem Weg der Besserung. Ich hatte ihn im Krankenhaus angerufen, dass ich demnächst vorbeikommen werde um ihm seine Enkelkinder vorzustellen. Das fand er schön! Jetzt sind wieder zwei Wochen rum und Du hast Recht, der Elefant bewegt sich gerade äußerst langsam.