Ich sehe das so. Ich bin verheiratet und bin schon mal fremd gegangen. Mein Mann war nie eifersüchtig, nicht mal damals, denn mit solchen kleinlichen Gefühlen gibt er sich nicht ab. Er hat gehofft dass ich den Weg zu ihm zurück wieder finde und hat mir nach dem Affärenende auch die Zeit dafür gelassen. Der Abschied vom AM dauerte, denn es war eine Bindung entstanden, die ich erst verarbeiten musste.
Dann habe ich mich irgendwann als die Ablösung geschafft war, neu entschieden und zwar für meine Ehe. Ich war froh wie mein Mann mit der schwerwiegenden Sache damals und auch hinterher umgegangen ist. Keine Vorwürfe, kein Klagen und Jammern und keine Einforderung von Schuldbekenntnissen. Und ich fühlte, dass ich mich entscheiden muss, entweder für die Ehe, aber dann richtig oder für eine Trennung.
Er war froh, dass ich dann wieder richtig "da" war und das teilte sich ihm ohne Worte mit.
Ich habe mich dazu entschlossen, richtig verheiratet zu sein ohne Wenn und Aber. Jeder kann jederzeit gehen, jeder ist frei, aber dazu besteht kein Anlass. Ich treffe mich nicht mehr mit anderen Männern, auch nicht platonisch, weil ich erstens keine Zeit, zweitens kein Interesse mehr daran habe. Das habe ich für mich beschlossen, dass es ist für mich fair ist, das so handzuhaben. Er trifft sich auch nicht mit anderen Frauen. Aber wir treffen uns regelmäßig mit anderen Menschen. Klar gehe ich auch mal alleine dorthin, wenn er nicht mag oder er krank ist, aber von diesen Treffen zu zweit lass ich die Finger. Ausnahme sind mal Kollegen, wenn es sich gerade so ergibt, aber da sind die Fronten eh klar.
Ich könnte es tun, aber ich will es nicht tun und es fehlt mir nicht.
Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du in dieser Hinsicht nicht konsequent wärst. Du schreibst, dass sie nett ist und dass es eine Superfreundschaft werden könnte. Eine Superfreundschaft neben der Ehe mit einer anderen Frau? Ganz ehrlich, ich würde es nicht schätzen, wenn mein Mann eine "Superfreundschaft" mit einer anderen Frau hätte und er würde das vermutlich auch nicht schätzen, obwohl er es mir nicht verbieten würde.
Diese Superfreundschaften sind nämlich durchaus gefährlich und so harmlos wie Du es darstellst, ist es meist nicht. Vielleicht am Anfang, man wollte ja nur mal reden und zusammen Spaß haben. Dann geht es los mit dem Geschreibsel, dann kommt das nächste Treffen, das wieder so toll ist und dann? Es ist oft der Beginn einer Affäre.
Bei Dir kann ich auch nicht herauslesen, dass Du Verständnis für das Verhalten Deiner Frau hast. Du hast sie zweimal betrogen, hintergangen, belogen, verraten. Das war alles andere als fair und sie blieb dennoch bei Dir. Einen Fehltritt kann man vielleicht als Betrogene verarbeiten, verzeihen, aber einen zweiten? Das sieht nach Wiederholungstäter aus. Du hast ihr Vertrauen massiv erschüttert, aber Deine Äußerung "ich vertraue ihr, aber sie mir null" hört sich für mich als Vorwurf an. Also echt, zweimal fremd gehen und sich dann wundern, dass Deine Frau vor Freude über Deine neue Superfreundin keine Purzelbäume schlägt.
Sie will es nicht, sie verbietet es Dir aber nicht, aber sie schweigt. Heißt, sie findet es nicht in Ordnung.
Natürlich kann sie Dir nichts verbieten, aber ich würde mich an Deiner Stelle schon fragen, wo meine Schwerpunkte liegen. Wenn mir meine Ehe etwas bedeutet, gehe ich nicht mit anderen Männern alleine aus, es sei denn, es ist sonnenklar, dass da null ero. Interesse da ist. ich hatte einen sehr lieben Kollegen, der Professor bei uns war. Wir verstanden uns immer sehr gut, mochten uns und gingen ab und zu essen. Es blieb bei zweimal im Jahr, immer zum Semesterende und mein Mann wusste es, dass ich Peter treffe. Er kannte ihn nicht, aber er wusste, dass ich ihn gerne mochte. Eine Affäre wäre mir nie in den Sinn gekommen, er zog mich körperlich nicht an. Er fehlt mir manchmal. Leider ist er vor einigen Jahren schnell an Krebs gestorben. Schade drum, er wusste so viel, konnte mir so vieles erklären, denn er war Chemiker, aber das nur nebenbei. Aber es war keine "Superfreundschaft". .
Wenn Dir Deine Ehe und vor allem Deine Frau wirklich etwas wert sind, würde ich mich nicht mit der Kollegin treffen, schon aus Fairness. Wenn Dir Treffen mit einer Exkollegin und eine neue Superfreundschaft wichtiger sind, dann mach, was Du meinst, wundere Dich dann aber nicht, wenn Deine Frau darüber alles andere als glücklich ist.
Verständnis für das Verhalten Deiner Frau sehe ich bei Dir nicht. Ich bin dann halt zweimal fremd gegangen, na und. Ist lange her, juckt niemanden mehr. Doch, Deine Frau sehr wohl, denn sie kennt Dich in- und auswendig.