Liebe Lilou,
fühl Dich umarmt...ich kann so gut nachvollziehen wie es Dir geht, ich kann auch wunderbar nachvollziehen wie dein jetziges Gefühl sein muß, habe ich es doch selber in fast identischen Situation ähnlich erlebt.
Un ddennoch glaube ich, dass diese Befriedigung nicht auf der scheinbaren Stärke beruht, sondern viel mehr auf der Suchtbefriedigung. Ich befürchte Du wirst morgen feststellen, dass Dich der Wunsch nach Ihm wieder treibt und übermorgen noch mehr.
Sorry, wenn ich Dir so schlechte Gedanken mache, zumindest geht es mir dann so und ich brauche alle Energie um mir immer wieder die Gedanken herbei zu rufen warum ich diesen trennenden Abstand eigentlich benötigt habe.
Diese Tagträumerei.....
Vor Allem, sei dann nicht auf Dich selber sauer, Du darfst Dich nicht strafen, nur weil Du deinem Wunsch nachgegangen bist.
Zitat von Lilou: Ich habe das Gefühl, dass du dich meistens 1 Stück zurückziehst, wenn man dir zu nahe kommt. Selbst in diesem Thread.
Auf manche Fragen gibt es keine Antwort von dir oder du weichst aus oder du übergehst das einfach.
Dann bist du auch wieder sehr ehrlich und offen ... es ist so ein Wechsel ...
Das scheint grundsätzlich 1 Thema in dir zu sein. Dir darf man nicht zu nahe kommen, dann bekommst du Angst. Frage dich mal, woher diese Angst kommt? Warum kannst du so schwer jemanden nahe an dich heranlassen?
Viele Sachen sind mir gar nicht bewußt, nicht einmal, dass ich manche Fragen offen lasse.
Ich denke es liegt ein wenig daran, dass ich im Moment sehr viel nachdenke aber auch, dass ich der Meinung bin, der Kram interessiert ohnehin niemand.
Ich habe mir sehr viel Gedanken darüber gemacht, warum ich meine Kindheit und Jugend so sehr verdrängt habe, dass ich mich nicht daran erinneren (ver)mag.
Meine Mutter ist sehr auf das Äußere fixiert. Mein Vater war nie da und wenn dann hat Er es sich bequem gemacht und getan was Mutter wollte, z.B. mich verprügeln. Eigentlich hat Er Ihr nie wirklich widersprochen. Ich denke es war Ihm einfach zu mühsam.
Ich stand im Schatten meiner großen Schwester, die ein Jahr älter war als ich. Sie war immer die Schönere, vollbusig, größer, schlanker mit dicken blonden Haaren.
Ich war die Kleinere mit den dunklen kleinen Haaren, ev. etwas pummeliger-Zumindest bekam ich immer die Nummer größer an Kleidungsstücken (auch wenn diese zu weit waren) und wurde von meinem Schwesterherz auch gerne mal als "fette Sau" tituliert. Als Teenager vermutlich ein normaler Umgang.
Ich weiß gar nicht genau...und sollte eigentlich ein Junge werden. Meinen Namen mußten sich meine Eltern dann schnell noch nach der Geburt überlegen
(seltsam was an mir hängen geblieben ist, nur um mein Gefühl bestätigt zu wissen, dass ich abgelehnt wurde).
Ich schäme mich jetzt auch ein wenig, weil sich Alles so selbstmitleidig anhört.
Naja, letztendlich fing ich früh an mit Bulemie, Abführmitteln, Ritzen und letztenlich Pulsader aufschneiden.
Ich gehörte auch aus lauter Rebellion zu den ersten Punks.
Mit 14 fingen die ersten epileptischen Krampfanfälle an, Ursache unbekannt aber es durfte Niemand wissen weil peinlich, danach ständige Zahnoperationen.
Ab 17 habe ich dann wieder gefolgt und mit Bravour mein Abitur gemacht und im Anschluß mein Diplom.
Zusammenfassend muß ich sagen, dass ich nie ein wirkliches Verhältnis zu meinem Körper gefunden habe, bis heute nicht. Damit natürlich auch verbunden zur Sexualität.
Fallen lassen oder Enthemmung kenne ich nicht und kann es nicht.
Denke ich heute über meine Krankheiten nach, so sind diese natürlich symptomatisch für mich und mein Verhalten.
Der ständigen Kontrolle entweicht mein Körper über die unkontrollierten Krampfanfälle (toitoitoi habe ich die Krankheit durch Antiepileptika seid Jahrzehnten im Griff). Die Zahnoperationen gehören zu dem ständigen Zähne zusammen beißen.
Wißt Ihr, das Erstaunliche ist...ich spiele meine Rolle sehr gut.
Ich funktioniere, habe mein Leben im Griff, sehr wohl nicht mal schlecht aus...kein Mensch würde zunächst glauben über was ich nachdenke.
Irgendwie tut es gut das Alles hier nieder zu schreiben und dennoch dominieren die Gefühle, "wie peinlich", "es interessiert doch ohnehin Niemand", "wieso jammere ich so ".