Zitat von Micha83: dass du dich als ehemalige "Mittäterin" outest und sogar Reue empfindest
Damals als Kind oder besser gesagt als Jugendlicher war mir ehrlich gesagt nicht ganz so klar, was das mit der Psyche macht. Das wurde mir erst sehr viel später bewusst. Ich hatte damals und empfinde auch heute noch rückblickend Reue, weil man gesehen hat, wie man die Person durch die Dinge welche man ihr an den Kopf geworfen hat, verletzt hat.
Mir tat das immer so leid...
Zitat von Micha83: mal einem der früheren Mobber beim Einkauf über den Weg lief und in eine Unterhaltung verwickelt wurde. Das tat dann fast genauso weh. Zu erleben wie Täter ein augenscheinlich ganz normales Leben führen,
Ja das tut mir sehr leid, dass dich das Mobbing so mitgenommen hat und du viele Jahre mit den Folgen leben musstest.
Ich glaube als Jugendlicher denkt man einfach nicht so weit, was daraus für Langzeitfolgen für die Opfer entstehen können.
Wenn ich jemanden sehe von damals, versuche ich immer abzutauchen, weil ich mich noch heute dafür schäme und der Person nicht in die Augen schauen kann... Klar wenn es zum Gespräch kommen würde, würde ich mich offen entschuldigen, aber bisher kam es dazu nicht.
Zitat von Micha83: da Moral im Vergleich zur Gruppenzugehörigkeit offenbar weit weniger nah an den Urinstinkten liegt.
Das scheint so zu sein. Ein weiteres Beispiel dafür ist doch auch, dass in der Gruppe doch oft nur über andere gelästert wird. Wie viele sind zu dir freundlich und hinter deinem Rücken wird dann so richtig hergezogen. Meistens passiert das auch in der Gruppe, einer fängt an und alle anderen wissen auch was.
Interessant ist doch die Frage, warum Kinder/ Jugendliche überhaupt mobben? Ist das wirklich unsere Genetik, jetzt mal salopp gesagt, der Stärkste kommt zuerst an den Napf und der Schwächere muss schauen wie er Überlebt?
Vielen Dank für den Hinweis auf die Dokumentation, ich werde mir sie mir anschauen.