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Mögliche Trennung nach 13 Jahren, 2 Kinder und Haus

Marie_83


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Danke für eure Antworten, es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist.
Heute war unser erster Teil von den tollen "Kommunikationskurs". Es war wirklich interessant und hilfreich. Es wurde natürlich über richtige Kommunikation in der Partnerschaft gesprochen.
Leider fühle ich mich momentan ziemlich.... wie immer. Wütend, hilflos, wie vor sieben Monaten. Mein Mann empfinde ich als sehr sehr kalt, keine Interesse mir gegenüber. Und das tut mir verdammt weh. Er weiss wie sehr mich das beschäftigt und wie verletzt ich bin, und... es interessiert ihn nicht. Er hat viel Arbeit und ist erkältet, wie so oft. Er hockt vor dem Fernseher und ich will nur wegrennen. Kein Zeichen der Liebe, kein Verständnis, kein nettes Wort, gar nichts. Wie so oft. Gar nichts. Habe ich ihn auch heute in dem Kurs gesagt, ich würde mich freuen über ein nettes Wort, ein kleines Lächeln, ein Blick. Irgend ein Zeichen von ihm, dass er mich überhaupt wahrnimmt. Ich habe ihn auch gesagt (war eine Aufgabe) wie ich ihn was Gutes tun würde... ehrlich gesagt, dass einzige an was ich denke konnte, wie ich ihn eine Freude machen könnte, ist, wenn ich ihn in Ruhe lassen würde. Wenn ich am liebsten mit den Kindern weggehen würde. Ist das Einzige, was ich denke, es würde ihn gut tun. Traurig. Aber noch trauriger, er hat überhaupt nicht drauf reagiert. Danach habe ich ihn gefragt, ob das, was ich sagte, ihn gar nicht trifft? irgendwelche Floskeln hat er von sich gegeben. Nein, es trifft ihn nicht.
In einem Monat ist unser zweiter Teil des Kurses, bis dahin werde ich wohl eine Entscheidung treffen müssen, den so kann und will ich nicht mehr weiter leben.

08.02.2020 21:12 • #46


T4U

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Zitat von Marie_83:
bis dahin werde ich wohl eine Entscheidung treffen müssen, den so kann und will ich nicht mehr weiter leben.


Zitat von Marie_83:
irgendwelche Floskeln hat er von sich gegeben. Nein, es trifft ihn nicht.


Zitat von Marie_83:
In einem Monat ist unser zweiter Teil des Kurses, bis dahin werde ich wohl eine Entscheidung treffen müssen, den so kann und will ich nicht mehr weiter leben.

Du hast bereits dir eine Antwort gegeben. Es kann so nicht mehr weitergehen. Von Ihm kommt nichts!

Nutze den Monat und schau dich um. Es mag ja Liebe sein, weiter zu hoffen, aus zu halten und zu warten, jedoch zieht dich dies mehr gen Boden, als das es Dich oder Euch beflügelt.

Ein gewisses Maß an Selbstschutz soll für Dich vorhanden sein.

10.02.2020 07:31 • #47



Mögliche Trennung nach 13 Jahren, 2 Kinder und Haus

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Marie_83


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T4U, vielen Dank für deine Antwort. Jan, alle Antworten habe ich schon. Allerdings ein Teil von mir glaubt ihm, und die Umsetzung fällt mir verdammt schwer.
Zitat von T4U:
Ein gewisses Maß an Selbstschutz soll für Dich vorhanden sein.

Ja, und meine Würde kehrt langsam zurück, das spüre ich ganz genau. Genug ist genug!

Ich wollte unbedingt noch heute um eure Ratschläge fragen, denn wir hatten vorgestern ein ewig langes Gespräch, es ging um unser Kuss und wie wir unsere aktuelle Lage einschätzen. Ich habe gesagt, so kann es nicht weitergehen, wir müssen anfangen, uns nach vorne zu bewegen, oder es ganz sein lassen. Ich habe Vorschläge gemacht, wie wir uns wieder annähern können, 2x Monat zu zweit ausgehen, dabei schwierige Themen nicht ansprechen, ein WE zu zweit planen, etc.
Sein Vorschlag war: für ein paar Wochen ausziehen. Damit er mal runter kommt, sonst explodiert er, sagte er. Er kann hier nicht mehr runterkommen. Ich war entsetzt und enttäuscht, sagte, dass das nur mehr Distanz bringen würde, und vielleicht geht alles nach hinten los. Ausserdem ist die Voraussetzung, einander zu vertrauen, und das habe ich ja nicht.
Dann war ich so genervt, dass ich (in aller Ruhe) sagte, er soll dann bitte morgen ausziehen, denn ich halte das kein Tag länger aus. Seine Reaktion "sieh wieder, wie du reagierst. Ich bin hier ehrlich und du willst dass ich gleich gehe". Ohje, ich hatte ein Vulkan innerlich, äußerlich habe ich es gut versteckt. Ich sagte, er soll mir bitte meine Menschlichkeit lassen, ich werde nicht nett lächeln und klatschen, und fragen "und wann gedenkst du zu gehen, Schatz"?.
Jedenfalls, ich ging rauchen und danach war die Stimmung etwas besser, er soll morgen mit dem Bruder sprechen (wegen Übernachtung) und Mittwoch (also heute) noch mal drüber sprechen und Regeln festlegen. Ich sagte noch, dass wenn wir am Mittwoch reden dann damit er am Donnerstag auszieht. "Passt".
So, gestern kam er nach Hause voll fertig, ist mal wieder total erkältet und hat viel Stress auf der Arbeit. Heute früh sagte er, wir reden heute Abend mal aber es geht ihm nicht gut (gesundheitlich).
Jetzt habe ich Angst, dass er es mal wieder verschiebt, weil er ja erkältet ist, und wenn ich ihn praktisch rausschmeisse, dass das mit unsere Beziehung die Ende ist. Ich will ihn für mich gewinnen und auf der Andere Seite bin ich ihn so oft entgegen gekommen, dass ich endlich will dass er geht!
Und wie soll ich mich heute verhalten? Standhaft bleiben, oder ihm noch mal entgegenkommen? Er ist ja krank....

Habt ihr Erfahrung zum Thema räumliche Trennung auf Zeit?

danke fürs Lesen

12.02.2020 12:25 • #48


Minchi


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Marie, das hört sich so an, als wärt Ihr tatsächlich ganz schön festgefahren.
Mein NM ist vor zehn Tagen ausgezogen und wir sind jetzt räumlich getrennt. Am Liebsten hätte ich gar keinen Kontakt, aber wegen den Kindern meldet er sich relativ oft bei mir, mindestens einmal am Tag.

Ich habe keine Erfahrung, wie sich eine räumliche Trennung über einen längeren Zeitraum entwickelt, aber ich kann Dir sagen, dass ich im ersten Moment erleichtert war. Die Drucksituation zu Hause war auf einmal weg. Das merke ich übrigens auch den Kindern an. Und Überraschung... ich hatte mich sehr davor gefürchtet, aber ich komme recht gut klar. Ich habe sehr viel emotionale Unterstützung von Freunden und muss keine Sekunde alleine sein, wenn ich nicht will. Natürlich helfen mir auch meine Kinder, wir machen uns eine gute Zeit und ich kann mich auch wieder mehr auf sie fokussieren, als in der Zeit davor.

Ich hatte das Gefühl, dass ich wieder Kontrolle über die Situation bekommen habe. Er wollte die räumliche Trennung, aber erst in 2 Monaten. da habe ich ihm gesagt, dass ich das nicht aushalte und dass er eine Woche Zeit hat sich zu organisieren und auszuziehen. Das war übrigens insofern gut, weil sich da auf einmal seine Blockadehaltung gelöst hat und wir nochmal sehr lange und intensive Gespräche geführt haben. Da habe ich auch ein paar Antworten bekommen, die ich noch für mich gebraucht habe. An seinen Gefühlen hat das aber nichts geändert.

Allerdings kann ich mir derzeit nicht vorstellen und glauben, dass es endgültig ist. Aber damit werde ich mich wohl über die Zeit arrangieren müssen. Es ist bei ihm auch eine andere Frau im Spiel, dass ist nochmal eine andere Situation als bei Euch.

12.02.2020 13:47 • x 1 #49


T4U

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Zitat von Marie_83:
wir reden heute Abend mal aber es geht ihm nicht gut

Och, mein Mitleid hält sich in Grenzen
Zitat von Marie_83:
Er ist ja krank..

der Arme, wenn du ihn bleiben lässt, hilft ne Portion über betüddeln

12.02.2020 15:15 • #50


Marie_83


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Hallo Leute,
es tut mir Leid, dass ich mich erst melde. Ich entschuldige mich bei allen, die sich die Mühe gegeben haben, meine Geschichte zu lesen!
Ich wollte berichten, was in letzter Zeit los war.

Als die Kinder im Bett waren, haben wir ja über sein Auszug auf Zeit geredet. Er wollte dass wir es nochmal vertagen, aber ich blieb standhaft. Ich sagte, er zieht morgen aus! wie abgesprochen. Ich bin eh mit der ganzen Situation nicht wirklich glücklich aber ich komme ihm entgegen; er soll ausziehen, für 4 oder 5 Wochen, aber dann morgen. Er kann ja zu seinem Bruder gehen. Er fragte, was das für ein grosser Unterschied macht, wenn er erst am Samstag auszieht? Wir könnten ja am Valentinstag noch schön essen gehen. Ich sagte, "tja, erst Montag sagtest du, dass du nicht mit mir ausgehen magst, weil ich ja IMMER Theater mache, ALSO NEIN. Und ausserdem, was ist wenn wir einen wunderschönen Valentinstag haben, und am nächsten Tag kommst du daher und will ausziehen?". Ich sagte noch, dass da ich ihn so sehr liebe, und sein Verhalten mir sehr weh tut, kann ich seine Anwesenheit hier im Haus nicht mehr ertragen. Ich leide sehr und ich will dass dieses hin und her endlich aufhört. Auch sagte ich ihn, dass ich mich wie sein Spielball fühle, er will ausziehen, dann wieder nicht, dann sagt er er liebt mich, ABER irgendwas. Dann sagt er, er weiss nicht wo er in 5 Jahren ist... dann ist er total arrogant zu mir. Ich sagte "Das reicht, dein Spielball bin ich nicht mehr. Ich weiss, ich habe viele Fehler gemacht, viel gemeckert, viel kritisiert, ja, ich habe nicht das schönste Charakter, bin explosiv und extrem impulsiv und sage im Affekt Sachen, die ich später bereue. ABER so wie du mit mir umgegangen bist die letzten Monaten, habe ich mir NICHT verdient. Ich kann so sch. sein wie ich will, DAS was du mit mir machst, habe ich nicht verdient. Das reicht jetzt."
Ich merkte, wie seine Stimmung kippt, er blieb ganz ruhig, hat mich umarmt, dann wollte er doch mit mir am Wochenende Ski fahren gehen. Ich sagte NEIN.
Und dann fing er an zu sagen, alles was ich die ganzen letzten Monaten gebraucht hätte: dass er mich liebt, dass er das hier nicht aufgeben will, dass wir seine Familie sind, dass ICH die Hoffnung nicht verlieren darf, dass sein Auszug nur für ein paar Wochen ist.... das wir das alles schaffen werden.
Ich war baff, die letzten Monaten was immer das Gegenteil gewesen. Kühl, Arrogant und Distanziert.

Am Tag drauf, bevor er ging, hat er mich umarmt, wieder gesagt dass er mich liebt, dass ich die Hoffnung nicht aufgeben soll und dass wir das zusammen schaffen. Und dann ging er.
Ich war sehr sehr traurig, aber war auch sehr erleichtert. Dieses komische Gefühl der Angst, oder Verzweiflung war weg. Ich fühlte mich nicht mehr verzweifelt oder ängstlich, sondern regelrecht erleichtert. Wie gesagt, sehr traurig, aber erleichtert.
Tja, wie ich schon geahnt hatte, nachdem die Kinder im Bett waren, kam er zurück (ich vergass ihn den Schlüssel wegzunehmen). so, an dem Abend haben wir viel geredet, und seitdem ist er hier. Natürlich haben wir noch ein paar Streitigkeiten aber es hält sich im Grenzen. Ich bin positiver eingestellt und kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen, auch wenn es manchmal schwer ist, die ganze Geschichte zu verarbeiten. Auch kam noch Corona, sodass ich nicht mehr zur Verhaltenstherapie gehe und ich kann noch nicht eine Paarberatung suchen.
Ich versuche mein Selbstwertgefühl zu stärken, mehr loszulassen, versuche, mein Mann zu verzeihen.

28.04.2020 10:23 • x 1 #51




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