@ Mary
Das mit dem schlechten Gewissen kenne ich. Man saugt Ratschläge (nennen wir sie besser Hinweise oder unterstützende Worte

) auf wie ein Schwamm. Es hilft uns zu verarbeiten. So merken wir, dass wir anderen nicht egal sind und bekommen noch einmal gewisse Dinge bestätigt, die wir vielleicht selbst schon wussten (oder geahnt haben) aber nicht wahrhaben wollten. Gerade nach der Trennungszeit ist das Reden, sich austauschen, kommunizieren ein wichtiger Bestandteil des Verarbeitungsprozesses. Natürlich: Irgendwann wird es einem selbst zuviel. Man kann sich selbst nicht mehr hören und ärgert sich darüber, dass sich die Gedanken immer und immer wieder nur um die eine Sache drehen.
Dein Umfeld wird es akzeptieren, deine Sorgen anzuhören und dich bei der Verarbeitung zu unterstützen. Sieh es als Leihgabe. Irgendwann werden sie deine Hilfe brauchen und dann bist du für sie da.
Aber richtig: Aus diesem Loch können wir uns nur selbst herausziehen. Mit eigener Kraft. Freunde und Familie sind aber während dieser Zeit unser unterstützendes Equipment. Auch ein Bergsteiger kann ohne Hilfsmittel einen Berg erklimmen - einfacher fällt es aber mit dem richtigen Schuhwerk, einem Kletterhaken und vielleicht einem Seil für schwierige Stellen. Vor allem ist eine Karte des Gebiets sinnvoll, damit er sich nicht verläuft. Auch nach einer Trennung brauchen wir jemanden, der uns zeigt wohin wir gehen müssen...der uns unsere eigenen Ziele und Wünsche noch einmal vor Augen hält, damit wir nicht in Gefahr laufen, uns zu verlaufen. Wir haben nämlich gerne in dieser Zeit die Augen (und den Kopf) überall...nur nicht bei uns selbst und unseren Zielen.
Viel Erfolg mit deinem Unigedöns...zum Glück habe ich das schon hinter mir.
@ lele
Zitat:Ich bin nicht alleine in einer Wohnung, aber die Tatsache, dass meine Eltern, bei denen ich wohne, sich sehr verliebt zeigen und mir das manchmal auch weh tut.
Ja, das Motto lautet wohl: Anpacken, Tun, Machen etc. Manchmal fällt es mir schwer, vor allem auch weil ich mir selten was Gutes für mich gönne..
Na das ist wieder die berühmte selektive Wahrnehmung. Wir fühlen uns alleine und ungeliebt und ausgerechnet dann sieht man überall knutschende und sich liebende Paare. Man fragt sich "Wo sind die plötzlich alle hergekommen?" Sie sind einem nämlich nicht weiter aufgefallen, als man selbst noch in einer Beziehung war. Doch sie gab es auch da schon.
Man möchte am liebsten keine Turteleien sehen - muss sich aber sagen können, dass nicht gleichzeitig alle Paare eine Krise haben müssen, nur weil man selbst eine Trennung durchmacht. Du kannst dich nur für deine Eltern freuen, dass sie sich nach all den Jahren noch so lieben. Das ist heute eine Seltenheit. Die Menschen heute wollen sich nicht mehr festlegen. Sie probieren aus, testen und entschliessen sich für etwas neues, wenn das alte nicht zu 100% passt.
Dir selbst etwas gutes zu tun ist wichtig. Das wird dir jeder hier bestätigen. Raus, unter Menschen, dich zu Aktivitäten aufraffen...Sport machen. Vor allem: Dich mit Freunden verabreden. Und wenn es nur auf ein Eis oder ein Bierchen irgendwo im Park ist - selbst dann, wenn es nur für eine Stunde ist. Du hast ein Ziel, einen Termin. Und du kannst dich darauf freuen.
Nicht zuhause einigeln. Du bist Studentin - jetzt hast du noch alle Zeit der Welt, um viele Dinge kennenzulernen. Für dich allein!