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Nach 18 Jahren fremdgehen gebeichtet

B
Zitat von Yella:
.. und ich sah vieles einfach nur noch nüchtern, weit weg von aller Romantik, die er mir ja genommen hat...und das lief jahrelang so weiter..

Klingt nach einer waschechten Anleitung zum Unglücklichsein. Warst du ehrlich zu ihm oder hast du ihm heile Welt vorgegaukelt, kannte er deinen Gemütszustand? Irgendwie habt ihr euch gegenseitig die Chance geraubt, glückliche, erfüllte Jahre zu erleben. Mittendrin zwei Kinder. Schade. Was hast du nun vor?

x 3 #31


VictoriaSiempre
Was Dein damals noch 22jähriger Freund gemacht hat, war ganz sicher schlimm für Dich und vor allem auch verantwortungslos (im Grunde war es Glück, dass er „nur“ Chlamydien angeschleppt hat…). Darüber sind sich hier ja alle einig und das ist sein Anteil an Eurer aus meiner Sicht verkorksten Ehe.

Es mag Dir gut tun, hier über ihn zu schimpfen und darin bestätigt zu werden. Es bringt Dich nur kein Stück weiter, wenn Du nur auf ihn guckst statt auf Deine Anteile (nicht am Betrug, aber an Eurer Beziehung).

Du hast ihn 5 Jahre später trotzdem geheiratet, obwohl er Deine in Dir nagenden Fragen nicht beantwortet hat und Du 1 Jahr vorher auch eine andere Beziehung/Affäre hattest. 2004 war ein uneheliches Kind nicht mehr ungewöhnlich und stigmatisierend, jedenfalls nicht in unseren Breitengraden. Alleinerziehend zu sein ist anstrengend und finanziell herausfordernd, keine Frage - aber ein paar Jahre lang hast Du es doch auch geschafft. Zumal Du Deinem Mann als durchaus unterstützenden Vater beschreibst. Auch getrennte Eltern können gute Eltern sein und gemeinsam ein Kind betreuen und versorgen - das war schon Mitte der 1980er gut möglich (habe ich im direkten Umfeld erlebt) und 20 Jahre später erst recht.

Statt dessen hast Du ihn 2009 geheiratet und trägst bis heute einen Groll in Dir, der zu langen, lieblosen Jahren und letztlich sogar zu Hass Deinerseits führte.

Ja, es ist shaize, dass Dein Mann nicht ehrlich war und nicht geredet hat. Aber ich finde es genauso shaize, dass Du ihm das 17 Jahre vorhältst und damit ebenfalls für eine Abwärtsspirale in Eurer Ehe beigetragen hast.

Die Verantwortung für Dein Leben hast alleine Du und Du hättest schon längst Konsequenzen ziehen können, statt so lange Zeit Wut und Abscheu ihm gegenüber zu kultivieren.

Besonders sympathisch lesen sich die Gründe, warum Du bei ihm geblieben bist, ihn sogar geheiratet hast und Dich nicht zu einer Trennung entscheiden kannst, obwohl es so in Dir gärt, nicht. Da habt Ihr vielleicht beide Eigenschaften, die einer guten Beziehung im Wege stehen Unwissender Smiley

Zitat von Yella:
Sie war nun mal nicht attraktiv..also frage ich mich da noch mehr, warum die?

Sie wird schon irgendwas an sich gehabt haben, das sie für ihm damals attraktiv gemacht hat. Irgendwie traurig, dass es für Dich überhaupt eine Rolle spielt, ob sie nun gut aussah oder nicht.

x 7 #32


A


Nach 18 Jahren fremdgehen gebeichtet

x 3


Korval
Zitat von VictoriaSiempre:
Irgendwie traurig, dass es für Dich überhaupt eine Rolle spielt, ob sie nun gut aussah oder nicht.


Dem stimme ich zu. Wenn es nicht das Aussehen war was ihn angezogen hat, dann vielleicht ihre fürsorgliche Art und die Geborgenheit die ihm bei dir vielleicht schon damals gefehlt haben mag. Du sagst das du kalt ihm gegenüber bist aufgrund seines Verrats, aber du sagst ja selbst, du hattest abgeschlossen damals, hast nicht nachgefragt und jetzt plötzlich, aus heiterem Himmel stört dich das... Ich habe das Gefühl das hier noch ein paar Informationen fehlen um das Gesamtbild genau zu durchblicken. Vielleicht war ihm das mit der Schwangerschaft zuviel, vielleicht hatte er Angst danach in eurer Beziehung verhaftet zu sein wund wollte noch einmal die Sau rauslassen, vielleicht gab es Querelen bei euch die ihn belastet haben und da kam die Frau die seine Seele streichelte gerade recht... Da gibt es so viele Möglichkeiten, das du da aber jetzt plötzlich ein Problem daraus machst... Also ich denk ja, da steckt einfach nur das Suchen eines Grundes dahinter ihn jetzt wo eure Aufgabe abgeschlossen ist abzuschießen. Find ich nun auch nicht wirklich super. 🤷‍♂

x 2 #33


CanisaWuff
Zitat von Yella:
ich hab damals auch viel verdrängt und war etwas blauäugig und das macht mich so wütend auf mich selbst.


Zitat von Yella:
ich fühle mich so um eine ehrliche Entscheidung gebracht. er hätte mir damals einfach sagen müssen was war.


Zitat von Yella:
Unsere Ehe oder Beziehung besteht nur weil er gelogen hat. wenn ich damals erfahren hätte, was passiert ist, dann wäre er für mich gestorben!


Zitat von Yella:
ich wollte gar nicht wissen was in der Zeit war, als er sich sozusagen verpisst hat. ich hab mal kurz nachgefragt, aber ich wusste sowieso, dass er mir Märchen auftischen würde.



Bist Du sicher, dass Deine Entscheidung eine andere gewesen wäre?
Du wolltest nicht wissen was er macht und es war Dir eigentlich auch egal.
Eigentlich war Dir auch damals schon klar, dass er lügt, aber Du hast die Augen zugemacht für eine "heile" Familie.
Er hat Dir nichts weggenommen, denn Du hättest auch jederzeit gehen können und es ist auch jetzt noch nicht zu spät.

Gräme Dich nicht weiter, Du holst die Zeit nicht zurück.
Schau nach vorne und triff jetzt Deine Entscheidung für Deine Zukunft.

Selbst wenn Du die Zeit zurück drehen könntest, würdest Du es wirklich machen? Denn ein anderes Leben würde bedeuten, dass Du auch Deine Kinder nicht hättest.

x 2 #34


ElGatoRojo
Zitat von Yella:
Mein Mann und ich sind nun fast 24 Jahre ( seit 2002) zusammen und davon 17 Jahre (2009) verheiratet.

Zitat von Yella:
ich wollte gar nicht wissen was in der Zeit war, als er sich sozusagen verpisst hat. ich hab mal kurz nachgefragt, aber ich wusste sowieso, dass er mir Märchen auftischen würde.


Erstaunlich, wie manche Leute ihr Leben durch die ungeklärte Vergangenheit verdunkeln. Oder - Dinge aus ferner Vergangenheit aufwärmen, weil jetzt etwas anderes nicht mehr passt. Nach dem Motto: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen" und das Kind ist jetzt groß genug. Deine Taten widersprechen deinen Worten -- oder warum hast du jahrtelang mit ihm zusammengelebt und sogar geheitatet?


Zitat von Yella:
ich hab herausgefunden, daß er sich zig halbnackte und *beep* Frauen im Internet anglotzt. aber das ist andere Geschichte. und daraufhin hab ich ihn eben noch einmal mit diesen Chlamydien konfrontiert. ich drohte mit Trennung usw. Chlamydien sind nun mal ausschließlich über Geschlechtsverkehr übertragbar. und er beichtete. nach 18 Jahren verriet er mir endlich ,

Toll - als wenn es dir nicht die ganze Zeit bereits bekannt war. Aber immer klasse, einen Grund zum Niedermachen in petto zu haben

x 3 #35


S
@Yella

Mensch machen oft auf schlimme Ereignisse einen Deckel.

Ich versuche von mehreren Seiten die Situation zu reflektieren.

Zitat:
zog meinen Vorteil aus seiner Hilfe und allem, was er (sehr wahrscheinlich auch aus schlechtem Gewissen )für mich und unser Kind getan hat..

Wie würde sich eine Person , ein Partner wohl fühlen wenn man ihm / ihr das nach Jahren Jahrzehnten so sagen würde ?

Also du hast ihn nur behalten wegen Geld und weil er funktioniert hat.

Ob er es aus dem schlechten Gewissen tat über Jahre würde ich verneinen.


Zitat:
aber ich muss auch dazu sagen, dass er ohnehin sozusagen ein "people pleaser" ist..

Das sind Menschen die oft keine gute Kindheit hatten , gelernt haben unter dem Radar zu fliegen weil sie sonst attackiert wurden durch ein Elternteil.


Zitat:
Ich musste z.Bsp. so gut wie nie nachts aufstehen wegen dem Baby weil er das unbedingt immer machen wollte..

Wünschenswert würde ich mal sagen.



Zitat:
ich sah vieles einfach nur noch nüchtern, weit weg von aller Romantik, die er mir ja genommen hat...

Du hättest damals nur entscheiden brauchen das du keine Beziehung mit ihm haben möchtest. Aber nein du bist geblieben. Nur aus dem Geld ? Versorgt zu sein ? Sicherheit ?

Oder war da vielleicht doch mehr ?


Zitat:
und das lief jahrelang so weiter..

Warum hast du in den Jahren nie eine Therapie gemacht wenn es dich so belastet hat ?

Zitat:
Das Thema war immer in meinem Kopf aber quasi gut verpackt..und obwohl ich immer ein Gefühl des Misstrauens bei ihm hatte, habe ich ihn nie großartig kontrolliert..es war eher umgekehrt.. aber vor 5 oder 6 Jahren hab ich auch gemerkt, dass diese Gedanken an damals immer präsenter wurden! Es kamen mehr und mehr Fragen auf und die eine und andere Situation mit ihm gaben mir noch dazu weiteren Anreiz, mal gründlicher zu erfragen...

Warum hast du dir da keine Hilfe geholt ?

Statt dessen hast du dein Leben , sein Leben und das leben der Familie belastet. Auch die Kinder werden mitbekommen wie Mama und Papa umgehen und das als blaupause für ihre Beziehung nehmen.
Also genau so wie ihr beides es vorgelebt habt.


Zitat:
Vielleicht hab ich auch einfach mein ganzes Leben hinterfragt..man kann ja nicht immer nur in einer pragmatischen Ehe leben..



Zitat:
ich war manchmal hart zu ihm

Hier erkennt man deine Verletzung aber warum nichts dagegen getan ?


Zitat:
aber ich empfinde seinen Verrat von damals mir gegenüber so fies und kaltblütig..

Es gibt den Begriff des Verratstraumas…. Und die Situation kann dir keiner nehmen das einer sagt , na das ist doch nicht so schlimm oder zu sagen , ey das ist doch Jahr her.

Jeder selbst hat ein Empfinden und sieht das als schlimm oder nicht so schlimm an.


Zitat:
Wir waren so fest zusammen seit über 2 Jahren..Jeden Tag u jede Nacht zusammen verbracht..wir sind bei unseren Familien gegenseitig ein- und ausgegangen...wir haben den Führerschein zusammen gemacht usw usw....diese Frage, WARUM er mir DAS in dieser Situation antun konnte ist so zerreißend...er sagt immer, dass sie natürlich nie eine Bedeutung hatte und er nur eine Ablenkung gesucht hat aus seiner Zukunftsangst heraus..

Es gibt hier Geschichten wo man sich manchmal fragt , wie bitte ? Wieso warum usw,

Aber oft gibt es keine Erklärung dafür.

Ich denke wie ich die Geschichte gelesen habe , das er weggerannt ist aus der Verantwortung heraus.

Es gibt auch den Begriff des selbstschädigendes Verhalten auch von bestehenden funktionierende Beziehungen, auch das könnte hier aus Angst passiert sein.

Zitat:
das soll auch nicht blöd rüberkommen wenn ich sage, das sie keine Schönheit war..Sie war nun mal nicht attraktiv..also frage ich mich da noch mehr, warum die?


Wäre es dir lieber oder wäre es für dich besser wenn es eine „Granate“ gewesen wäre ?

Warum gehst du in Konkurrenz mit ihr ? Wenn man das objektiv sieht , dann könnte man sagen das es keine Bedeutung hatte , so wie er sagte.

Zitat:
Und wieso dann mehrere Treffen? Wenn es jetzt ne Bombe gewesen wäre, dann könnte man noch sagen, er konnte nicht widerstehen oder so ..das sind so meine Gedanken dazu

Sexualität macht in einem Menschen viel , viele Hormone werden ausgestoßen und dadurch reguliert sich eine Person selbst.

Und eben oben das selbstschädigende Verhalten einer Person……



Zitat:
....und ich frage mich immer, ob ich jetzt nach so vielen Jahren übertreibe bzw warum mich das so dermaßen aus der Bahn wirft..

Man nennt es Bauklotz Effekt , es kann sein das in den letzen 1-3 Jahren irgendwas passiert ist , es den Bauklotzturm aus Problemen und Problemchen ins Wanken gebracht hat und das der gerade umgefallen ist und der Deckel hoch knallt.

Zitat:
oder ob es jemand nachempfinden kann..und wie andere Menschen auf sowas reagieren würden...

Viele trennen sich viele bleiben zusammen.

Zitat:
Menschen können sich ändern aber dieser Grundkern, ob jemand ein Verräter ist oder in schwierigen Situationen selbstsüchtig wird, ändert sich wahrscheinlich nicht!

So wie du ihn ohne das beschreibst , scheint er nicht sooo schlecht abzuschneiden.

Hat er dich nochmals verraten ?


Zitat:
Und ob jemand eher treu ist oder nicht, ist auch ne Eigenschaft..daher meine Gedanken dazu, ob er vielleicht immer Möglichkeiten ausgenutzt hat, wenn er schon einmal in der Form dazu fähig war...

Der war 22 , war überfordert und wollte irgendwie aus der Nummer raus.

Ihm ist anzurechnen das er bis jetzt geblieben ist.

x 3 #36


S
@ElGatoRojo

Zitat:
Erstaunlich, wie manche Leute ihr Leben durch die ungeklärte Vergangenheit verdunkeln.

Man nennt es in dem Fall vermutlich „das nicht gelebte Leben“….. statt sich frühzeitig um das zu kümmern schleppen Menschen ihre Themen ihr lebenlang durch das Leben und leben nicht das Leben was sie haben wollen sonder wie hier z.b. verbittern sie an einem Thema.

x 5 #37


Blind-Meg
Zitat von Yella:
ich fühle mich so um eine ehrliche Entscheidung gebracht.

Die Entscheidung hast aber DU getroffen.

Es ist ohne Frage eine bodenlose Sauerei, was er gemacht hat. Aber dass du die Augen davor verschlossen hast, kannst du nicht ihm zum Vorwurf machen.

Mit tut vor allem euer Kind leid.

x 1 #38


FrauDrachin
Zitat von Yella:
Wir waren so fest zusammen seit über 2 Jahren..Jeden Tag u jede Nacht zusammen verbracht..wir sind bei unseren Familien gegenseitig ein- und ausgegangen...wir haben den Führerschein zusammen gemacht usw usw....diese Frage, WARUM er mir DAS in dieser Situation antun konnte ist so zerreißend.

Das fühl ich so sehr!
Es ist ganz wichtig, dass du das wirklich anerkennst, mir scheint es, dass da der Schmerz liegt.
So wichtig, dass du das so aussprichst.

Zitat von Yella:
Menschen können sich ändern aber dieser Grundkern, ob jemand ein Verräter ist oder in schwierigen Situationen selbstsüchtig wird, ändert sich wahrscheinlich nicht! Und ob jemand eher treu ist oder nicht, ist auch ne Eigenschaft..daher meine Gedanken dazu, ob er vielleicht immer Möglichkeiten ausgenutzt hat, wenn er schon einmal in der Form dazu fähig war...

Und hier würde ich dir raten, deinen Schmerz von Schlussfolgerungen über ihn zu trennen.
Ja, natürlich war das total schmerzhaft für dich.

Aber kannst du ihn nicht auch ein Stück weit verstehen?
Dass ihn dieses plötzliche Ereignis komplett aus der Bahn geworfen hat, dass er in dem Augenblick alles hinterfragt hat?
Versteh mich nicht falsch, das macht sein Handeln nicht richtig, und es ist natürlich zutiefst unfair, weil du dich eben nicht so ohne weiteres aus der Verantwortung stehlen konntest.
Trotzdem irgendwie verständlich, meinst du nicht?

Und dann halte ich es weiterhin für sehr wichtig, dass du 2 Dinge auseinanderhältst: Er ist vor seiner Verantwortung als Vater davongelaufen, er ist nicht "zu einer anderen Frau hingelaufen". Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass die andere Frau wirklich einfach nur zufällig da war und ihm geholfen hat, nicht über seine Verantwortung nachzudenken.
Genau deshalb finde ich es wirklich nicht entscheidend, was genau da vorgefallen ist, und wenn er ihr einen Heiratsantrag gemacht hätte... es ging um die Flucht, um ein alternatives Leben, nicht um die Frau. Gibt das Sinn für dich?
Hast du denn sonst irgendwie Grund, an seiner Treue zu zweifeln?

Ansonsten scheinen mir folgende Fragen sinnvoll:
Er IST zurückgekommen, und er IST geblieben. Er war 24 Jahre lang ein guter Partner, und ein paar Monate lang ein schlechter. Ja, der Verrat wiegt schwer. Ja, die Freundin mit einer problematischen Schwangerschaft sitzen lassen und ihr noch Clamydien anhängen, ich persönlich weiß nicht, ob ich das je verzeihen könnte.
Kannst du dir denn vorstellen, diese paar Monate hinter dir zu lassen, und wieder eine echte Beziehung aufzubauen? Was genau bräuchtest du dazu?
Und falls nein, was ich total verstehen könnte, was hält dich?

x 2 #39


Heffalump
Was wirfst du ihm jetzt vor?

#40


W
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es gibt mehr (Ehe)Männer, die während der Schwangerschaft ihrer Partnerin fremdgehen, als man sich vorstellen mag. Und es sind bei Gott nicht nur solche Männer, die von Grund auf Verantwortungslos sind oder sich nicht auf das Baby freuen. Die Beweggründe dazu sind sehr unterschiedlich und es passiert in allen Altersklassen. Und viele sind nach der Geburt die fürsorglichsten Familienväter unter dem Herrn.

Mach dein Herz nicht zur Mördergrube. Schau auch auf deine eigenen Fehler, denn du bist nicht Fehlerlos.

Vielleicht hast du Angst, dass dein Mann nach all den Jahren des Aushaltens deiner immer wieder hervorgekramten Vorwürfe nach seiner Pflicht als Familienvater (wenn das letzte Kind bald aus dem Haus ist), selbst geht. Um das zu verhindern, bleibt wohl nur, ihm sein schlechtes Gewissen zu erhalten, auf Teufel komm raus.

Er wird gehen, ganz bestimmt. Umso eher, wenn du nicht endlich abschließt mit der Vergangenheit und euch die Möglichkeit für einen Neuanfang gibst, für euch beide. Falls du ihn je geliebt hast, zeig es ihm. Zeig ihm, dass du Verzeihen kannst. Hör endlich auf, ihm Vorwürfe zu machen. Selbst schwere Straftäter haben nach 16 Jahren im allgemeinen ihre Strafe verbüßt und dürfen neu anfangen.

Euer erstes Kind ist jetzt ungefähr so alt wie dein Partner damals. Wie reif ist es? Hat es nicht auch vor, sein Leben noch ein bisschen zu genießen, bevor es sich in familiäre Verantwortung stürzt? Ist es Verantwortungsvoll genug, zu Verhüten? Was machst du, wenn sich das Schicksal wiederholt? Kannst du dein Kind unterstützen, auch seelisch, ohne dass es von Hass zerfressen wird? Kannst du ihm oder ihr Ratschläge geben, die seiner Zukunft guttun? Ihm (dem Kind) zeigen, dass man auch Verzeihen können muss, um die Liebe in sich zu erhalten? Oder es bestärken, sich früh genug zu trennen, damit es im Leben glücklicher werden kann als du es jetzt bist?

Ist dein Selbstbewusstsein stark genug, die Erkenntnis auszuhalten, dass du selbst auch nicht frei von Fehlern und somit Mitschuldig an der Misere bist? Fang an, dich selbst zu lieben und tu dir ab sofort jeden Tag etwas gutes, damit die schwarze Wolke über deiner Seele weiterziehen kann. Du kannst nichts mehr ungeschehen machen, aber du kannst es in Zukunft für dich und deine Kinder anders und besser machen.

x 3 #41


M
Zitat von Scheol:
schleppen Menschen ihre Themen ihr lebenlang durch das Leben und leben nicht das Leben was sie haben wollen sonder wie hier z.b. verbittern sie an einem Thema.

Ich lese bei der TE sehr viel innere Wut, große Enttäuschung und sehr viel Groll heraus. Ihren Anteil an dieser Misere haben beide. Aber ein Zeichen dafür, dass manche Dinge einfach nicht vergehen, verschwinden, indem man einen selbst gemachten Deckel drauf tut.
Es gibt viele Frustrationen, die sich festsetzen und über Jahre ihre Wirkung tun, z.B. im kalten Verhalten, der Unfähigkeit zu verzeihen, aber keiner versteht jemals, wo die Ursache des Verhaltens liegt.

Diese Lebenssituation ist völlig verfahren, traurig, weil da zwei Menschen zusammen kamen, sich trennten, wieder zusammen kamen und weil beide gute, bequeme Lösungen gesucht haben. Dass aber im Unterbewusstsein Dämonen lauern, die ihr Werk tun, das Verhalten steuern, wissen beide nicht und geraten in eine Tretmühle aus Lieblosigkeit und innerer Traurigkeit und Isolation, denn es gibt kein richtiges Miteinander, keine Beziehung, die Trost und Geborgenheit bietet.

Ich würde der TE wirklich empfehlen, sich mit einem guten Psychotherapeuten abzustimmen, ob eine Therapie angebracht wäre. Das Ganze ist ein einziger Knoten aus gegenseitigen Verpflichtungen, aber auch gegenseitiger Vorteilsnahme, aus Enttäuschungen, der mal durchleuchtet werden müsste.

Ferner glaube ich, dass die Fixierung auf die Chlamydiensache von vor vielen Jahren ein innneres Ablenkungsmanöver ist. Die Wurzel liegt woanders, aber das Bewusstsein gaukelt einem vor, dass man sich nun Jahre später an der Chlamydiensache abarbeiten muss.
Die Seele geht ja ihre verschlungenen Pfade, sie spricht nie direkt zu uns, aber sie wirkt im Verborgenen und verschleiert vieles. Ich denke, dass hier so viel im Argen liegt, dass die TE anfangen sollte, ihre Dämonen kennenzulernen, sie dadurch zu schwächen und letztendlich zu einem glücklicheren Leben findet - egal ob mit ihm oder ohne ihn. Das bedeutet viel Arbeit und wenn ein Vorhang fällt, kann man entsetzt sein über das, was man sieht - nicht selten bei sich selbst. Aber je mehr Vorhänge fallen, desto mehr kann man auch zu Klarheit finden.

Wahrscheinlich haben beide auch Kindheitstraumata und sind von Eltern gesteuert oder von Konventionen, die die Menschen in ein Korsett zwingen.

Liebe Yella, es ist noch lange nicht zu spät, mit dem Aufräumen und Erkennen der inneren Fallstricke zu beginnen. Du bist jetzt an einem Wendepunkt angelangt, an dem du deinen Weg in Zweifel ziehst und dich an etwas klammerst, was vermutlich nicht die Wurzel deines ungelebten Lebens ist wie die Chlamydiensache.
Du bist jetzt in einem Alter, in dem der Mensch allmählich in eine Phase kommst, in der er Bilanz zieht und beginnt, auf sein Leben zurückzuschauen und zu bewerten. Viele gehen dann den Weg, zu warten, bis die nächste Person ins Leben kommt, die das innere Chaos beheben soll, es aber oft nur vorübergehend zudeckt.

Mach was aus deiner Lebenskrise, du kannst da gestärkt und klarer daraus hervorgehen und dann weißt du auch, welcher Weg für dich in Frage kommt. Versuche, dich freier zu machen und die Mühle aus Schuldgefühlen, Anspruchshaltungen und dem latenten Groll auf dich und ihn raus zu finden. Mit einer therapeutischen Begleitung könnte das möglich sein. Aber weitere Jahre in einer Beziehung ohne Liebe und Nähe zu existieren und dahin zu vegetieren, kann kein Ziel sein. Es sei denn, man bleibt um sich unbewusst selbst zu bestrafen und sich damit die Chance auf mehr Glücklichsein und Zufriedenheit zu verbauen.
Aber eines Tages eine verbitterte alte Frau zu werden, die ihre Chancen vertan hat, kann dein Ziel nicht sein. Was jetzt in dir passiert, ist eine Aufforderung an dich, Dinge genauer zu betrachten, die Hintergründe zu erkennen. Ich denke, mit einem verständisvollen Therapeuten wärst du gut beraten.

x 1 #42


Blind-Meg
Zitat von Margerite:
Ferner glaube ich, dass die Fixierung auf die Chlamydiensache von vor vielen Jahren ein innneres Ablenkungsmanöver ist.

Das Geständnis der Affäre ist jetzt der Beweis dafür, dass das damalige Bauchgefühl der TE soch nicht getäuscht hat. Damals waren die Chlamydien ein Indiz, durch die neuen Infos werden sie zum Beweis.
Ich habe nicht den Eindruck, dass sich irgendwer an den Chlamydien von damals abarbeitet, sondern an dem, wofür sie symbolisch stehen, nämlich für eine Ahnung und ein Bauchgefühl, das die TE damals verdrängt oder überhört hat. Und genau da lohnt es sich schon sehr, genauer hinzusehen.
Und das bedeutet nunmal, auch den eigenen Anteil zu beleuchten, den man dazu beigetragen hat, dass es so kam, wie es kam.

#43


M
Zitat von Blind-Meg:
Ich habe nicht den Eindruck, dass sich irgendwer an den Chlamydien von damals abarbeiten, sondern an dem, wofür sie symbolisch stehen, nämlich für eine Ahnung und ein Bauchgefühl, das die TE damals verdrängt oder überhört hat. Und genau da lohnt es sich schon sehr, genauer hinzusehen.

Da bin ich deiner Meinung, ich nannte es Ablenkungsmanöver. Dass er sie damals betrogen hat, wusste sie doch schon immer, denn woher sollten denn die Chlamydien kommen. Und damit sind die Chlamydien ein Symbol, aber auch ein Ablenkungsmanöver für tiefer liegende Dinge

#44


A


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