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Nach 18 Jahren fremdgehen gebeichtet

ElGatoRojo
O.k. - Selbstgerechtigkeit gibt manchen Menschen offenbar Sicherheit. Allerdings auf emotionale Kosten ihrer Umwelt

x 1 #46


M
Zitat von Heffalump:
Willst du etwas aktiv verändern?

Das ist die Frage, die sich die TE stellen sollte. Will ich aus diesem erdrückenden Korsett aus Abgeltung, Nachrechnen, Schuldzuweisung, Vorwürfen raus kommen oder trage ich das eineingende Ding weiter? Noch dazu, wo sie ja auch mal anderweitig unterwegs war. Aber das war ja nur, weil er ... Und schon liegt die Schuld wieder bei ihm.

Diese Gedanken, die sich immer im Kreis drehen, vergiften die Seele, die schon längst nicht mehr frei atmen kann und sie vergällen das Leben sodass man keine Freude mehr empfinden kann. Das sollte man abstellen, denn man tut nur sich selbst damit weh. Aber dazu ist eine Entscheidung nötig, das Vergangene auch mal los zu lassen.

x 2 #47


A


Nach 18 Jahren fremdgehen gebeichtet

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Heffalump
Ein Gedanke noch:

Was gibst du deinen Kindern mit auf ihrem Lebens und Liebensweg?
Nachtragend zu sein?

#48


M
Zitat von ElGatoRojo:
Selbstgerechtigkeit gibt manchen Menschen offenbar Sicherheit.

Ja, wenn man die aufgibt, was bleibt dann noch? Ein gähnendes Loch.

x 2 #49


M
Zitat von Heffalump:
Meine Ex-Schwie-Mu war über fünfzig Jahre verbittert und nachtragend. Sie hatte die Warmherzigkeit einer Tiefkühltruhe. Es war ihr unmöglich Freude oder Freundlichkeit auszudrücken.
So, wie sie, wollte ich nicht werden, obwohl ich auch betrogen und verlassen wurde.

Daran sieht man, dass auch schlechte Vorbilder ihren Sinn haben. Soo möchte ich mal nicht enden! Ansonsten nur traurig und ein vergeudetes Leben in einer Eistruhe.

x 1 #50


A
Ehrlich gesagt finde ich den Betrug der TE dem Mann gegenüber über ein Vierteljahrhundert deutlich schlimmer als den kurzen Panik-Ausrutsche eines überforderten jungen Mannes.

x 1 #51


ElGatoRojo
Zitat von Arnika:
Ehrlich gesagt finde ich den Betrug der TE dem Mann gegenüber über ein Vierteljahrhundert deutlich schlimmer als den kurzen Panik-Ausrutsche eines überforderten jungen Mannes.

Da bist du offenbar nicht die Einzige ............................ 🤔

x 2 #52


A
Naja, sie hat ihn wissentlich jahrzehntelang um die Chance auf Liebe und Glück betrogen, weil es für sie praktisch war. DAS könnte ich ihr nie verzeihen…

x 1 #53


QueenA
@Yella Hi,

Meine Frage beim lesen ist, ob du Unterstützung für dich selbst hast, zum Beispiel durch eine Beratung oder Therapie. Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern weil du offenbar seit vielen Jahren versuchst, mit einer Verletzung umzugehen, die nie wirklich zur Ruhe gekommen ist.

Vielleicht geht es inzwischen gar nicht mehr so sehr um das damalige Fremdgehen, sondern um die Frage, wie dein Leben und deine Beziehung heute aussehen? Wenn du innerem Frieden meinst, würde ich mich fragen, ob du diesen Frieden innerhalb deiner Ehe suchst und dort auch weiterhin finden möchtest? Oder ob du langsam spürst, dass du ihn vielleicht nur außerhalb dieser Beziehung finden kannst?

Eventuell hilft es mehr auf das Heute zu schauen: Wie erlebst du deinen Mann heute? Wie fühlst du dich in dieser Beziehung heute? Und ist das die Beziehung, in der du die nächsten Jahre verbringen möchtest?

Alles Gute! 🍀

x 4 #54


FrauDrachin
Zitat von ElGatoRojo:
Selbstgerechtigkeit gibt manchen Menschen offenbar Sicherheit.

Naja, wenn der Partner in einer so vulnerablen Zeit wie einer ungeplanten und problematischen Schwangerschaft so komplett abtaucht... dass das Verletzungen reißt, die evtl. nie mehr heilen, das halte ich schon für gesetzt. Selbstgerechtigkeit ist da mE das völlig falsche Wort dafür.
Bei allem Verständnis für die Panikreaktion des Jungspundes. Dieses Framing halte ich für sehr sinnvoll.

Aber ja, 20 Jahre später immer noch im Zustand der Verletzung und des Vorwurfs zu leben, das ist nicht gesund. Für beide nicht.

x 3 #55


ElGatoRojo
Zitat von FrauDrachin:
Naja, wenn der Partner in einer so vulnerablen Zeit wie einer ungeplanten und problematischen Schwangerschaft so komplett abtaucht... dass das Verletzungen reißt, die evtl. nie mehr heilen, das halte ich schon für gesetzt.

Tja - offenbar ist es aber manchmal doch nicht so schlimm, dass die Verletzung nie heilt wenn man die Reue des Verletzers dann auch noch lange Zeit auf andere Weise nutzen kann.......... 😎🤔

x 1 #56


A
Zitat von FrauDrachin:
Naja, wenn der Partner in einer so vulnerablen Zeit wie einer ungeplanten und problematischen Schwangerschaft so komplett abtaucht... dass das ...

Wenns gar so schlimm gewesen wäre, hätte ein vernünftiger liebesuchender Mensch ihn dann nicht geheiratet. Bei allem Verständnis für die schwierige Zeit damals, aber klingt alles ziemlich kaltschnäuzig, um ehrlich zu sein.

x 2 #57


A
Wenn mans recht bedenkt, hat sie schon während der Hochzeit ihr Ehegelübde gebrochen („Ich werde dich lieben…“). Das hört man auch nicht allzu oft..

x 2 #58


P
Zitat von Yella:
ich konnte ihm auch keine Liebe zeigen oder geben weil das damals alles so passiert ist.

Liebe @Yella
daß das damals super heftig für Dich war, schwingt in all Deinen Sätzen mit.
Magst Du die zitierte Aussage vielleicht etwas mehr erklären? Das lässt nämlich recht viel Raum für Vermutungen, wie Eure Beziehung seither ausgesehen haben mag.

Was verstehst Du unter "keine Liebe zeigen oder geben"?

#59


Y
Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten und Schilderungen Eurer Sichtweisen! Manches hat mir geholfen, alles mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen..und manche aufbauenden Worte haben auch sehr gut getan ..ich merke, das sich bei meinem Thema die Meinungen spalten..dasselbe erlebe ich ja auch in meinem nahen Umfeld..meine Mutter meint, dass man sowas verzeihen müsste..meine beste Freundin meint, das kann man nicht verzeihen, aber in meiner Situation ist es schwierig weil ja so lange her und so lange zusammen usw.... sie verurteilt seine ewige Lüge absolut aber hält ihm auch zugute, das er immer sehr fürsorglich und liebevoll mir gegenüber war..

Mir ist aber noch wichtig zu sagen, dass unsere Kinder niemals auch nur ne Sekunde von diesem Thema etwas mitbekommen haben! Als Eltern haben wir immer gut funktioniert und leider bin ich sehr perfektionistisch, daher hätte ich sowas in der Art sowieso nie zugelassen! Für unsere Kinder haben wir immer alles gegeben,bzw tun es ja noch immer und sie sind sehr behütet aufgewachsen..

Um auf die Frage von QueenA einzugehen: Ich habe 3 oder 4 Mal mit einer Psychologin über das Thema geredet, weil es mich vor allem im letzten Jahr sehr sehr belastet hat..Anfang 2023 kam ja die "Beichte" und man sagt ja, mit der Zeit heilen die Wunden, aber ich hatte den Eindruck, dass sich dieses Thema bzw dieses Gefühl des Verrats und diese Traurigkeit und vor allem Wut darüber immer stärker in mir manifestiert haben...

Aber um ehrlich zu sein, hat sie mir nicht wirklich weiter geholfen..Ihr Vorschlag war, das ich eine Entspannungstherapie ( Yoga o.ä.) machen könnte gegen dieses Gedankenkarussel...mein Problem ist auch mein sogenanntes "overthinking"..das geht in alle Richtungen und jede Möglichkeit wird in jeder Form von mir durchdacht..Was wäre wenn..möglicherweise ist...bla bla ..es hat kein Ende..da kommen dann blöderweise bei mir viele Faktoren zusammen, die das alles bei mir in der Form so heftig ausgelöst haben..mein Perfektionismus verbietet es mir dann auch sozusagen diese Ehe weiterzuführen aufgrund der damaligen Geschichte, weil es diese Ehe in meinen Augen, jetzt wo ich die ganze Wahrheit kenne, gar nicht hätte geben sollen,bzw metaphorisch wie ein zerbrochenes Glas aussieht.. es fühlt sich so an, als ob es der Fehler meines Lebens war, ihm wieder diese Chance gegeben zu haben..er wusste doch ganz genau, was er tat..denn bevor es bei den beiden damals zum Sex kam, gab es 4 oder 5 Treffen..warum musste er so weit gehen ,das es zum Sex kam? Das sind auch ständig meine Gedanken dazu..

Manche haben hier geschrieben, das er quasi irgendwann seine Sünden verbüßt hat eben erst recht durch sein gutes Verhalten als Vater und Ehemann und er trotz meiner fehlenden Liebe und Zuneigung bei mir geblieben ist..das kann man durchaus so sehen, aber er hat mir ja 18 Jahre lang NIE reinen Wein eingeschenkt..also hat er es doch lieber SO in Kauf genommen, Hauptsache ich bleibe..Trotzdem ich zwar selten aber durchaus auch danach fragte, was damals gewesen ist..
also um es direkt auszudrücken: Er hat lieber alles auf einer beschissenen Lüge aufgebaut und aufbauen lassen wohlwissend, das es in meinem Kopf herumspukt, nur um seinen eigenen Ar. zu retten vor lauter Kofliktscheuheit und die Angst mich zu verlieren..und weil er diese Lüge so hartnäckig aufrecht hielt, war ihm sicher klar, daß sowas schwer zu verzeihen ist und mitunter ist es ja eigentlich das Schlimmste was man einer Frau antun kann, sie in der Schwangerschaft zu besch.n.. manch einer mag das krass finden, aber ich vergleiche das wegen der Schwangerschaft immer so, als ob ich meinen Partner während einer schweren Erkranknung betrügen würde..moralisch ganz unten sowas...

Und für mich kann ich definitiv sagen, dass es sehr sehr wahrscheinlich nicht ganz so an mir nagen würde, wenn er damals aus dem Affekt mit jemand ins Bett gestiegen wäre..sozusagen ungeplant..spontan..ONS eben...aber DAS war ja irgendwie geplant, bzw er musste es ja erwartet haben nach diesen 4 oder 5 Treffen...

Und dann denke ich, wie in meinem vorherigen Bericht erläutert, dass er möglicherweise öfters fremdgegangen sein könnte weil die Hemmschwelle einmal überschritten wurde..man liest oft, das Menschen die einmal untreu waren, und dazu einen miesen moralischen Kompass besitzen ( Schwangere betrügen u dann noch ungeschützt) meistens weiterhin nicht treu sein können...
Gleichzeitig stand mir mein Perfektionismus aber auch damals im Weg, mich aufgrund der Chlamydien und damit verbundenen Tatsache, das er fremdgegangen sein musste, mich zu trennen, weil er der Vater meines Kindes war und ich meinem Kind nicht die Chance auf eine intakte Familie nehmen wollte.. ich wollte ja eine intakte Familie..also kommt da ne ordentliche Portion Selbsthass und Wut auf mich selbst dazu...

Dazu sagte meine Psychologin, das ich nicht so hart zu mir selbst sein soll, weil ich die Entscheidung die ich damals traf ( eine Beziehung mit ihm weiterführen, wenn auch meinerseits lieblos) damals als richtig empfand und dafür heute einstehen muss! Und da ist dann wieder das Problem: Die Entscheidung fühlt sich heute falsch an, weil ich mich selber um eine gute,liebevolle Beziehung mit einem Menschen gebracht habe, bei dem ich nicht ständig das Gefühl habe, er sei es nicht wert..und er hat es zugelassen, dass dieser Mist zwischen uns stehen bleibt, bzw diese Frau überhaupt in unser Leben kam..ich weiß, dass das hart klingt, aber so fühlt es sich nun mal an...also er hat sich ja sozusagen selber die Chance auf eine gute Beziehung genommen..wenn er damals ausgepackt hätte, dann hätten sich die Dinge ganz sicher anders entwickelt!
Mit der direkten Konfrontation über die Sache, die er mir angetan hat, wäre ich zu 100% nicht bei ihm geblieben!
Aber er hätte dann auch die Chance gehabt, jemand anderes kennenzulernen und ich auch..vor allem wäre es mir gegenüber nur fair gewesen,nachdem er ja schon so unfair war..er hat nach der Geburt unseres Kindes auch deutlich gemerkt, dass ich nicht mehr dieselbe war..er hat sich für sein " Fehlen " in der Schwangerschaft damals auch hundert Mal entschuldigt, aber eben über die wahren Umstände immer gelogen..er hat Jahr um Jahr immer darum gebeten, dass ich ihm auch mal zeige, das er mir wichtig ist und wir einen liebevollen (mehr Romantik) Umgang miteinander haben sollten...auch das fühlt sich im Nachhinein für mich total egoistisch von ihm an..er wollte, dass ich wieder so werde wie vor dem sch. aber er wollte außer "aber schatz ich mach ja alles für dich", nicht für seinen Mist gerade stehen...

Also kurz gesagt: er liebt mich und tat es auch immer,das weiß ich, und er wollte mich nicht verlieren..Dieser Fehltritt war wirklich ein Fehltritt, das hat er immer und immer wieder gesagt! Auch, das sie ihm nichts bedeutete und er sogar nach dem Sex eine Abneigung gegen diese Frau hatte und sie nur noch loswerden wollte, glaub ich ihm auch weil beide ziemlich übereinstimmend dasselbe sagten..vor allem weil er so klar und deutlich mit ihr Schluss gemacht hat..aber dennoch konnte er diesen Schritt tun, in einer für mich ( und eigentlich ja auch für ihn)ganz bedeutenden Zeit und hatte einfach keine Eier dafür gerade zustehen..wie kann er erwarten, das ich nach all dem wieder zur liebevollen Partnerin werde? Und die Tatsache, dass er mit dieser ja im Grunde fremden Frau OHNE Verhütung f**** ist einfach widerlich! Ob er 22 war oder nicht, letztendlich stört mich einfach der Fakt, dass er sie so oft treffen musste bis zur Vögelei um danach zu merken, das er seine zukünftige Familie möchte..und jetzt nach so vielen Jahren, stelle ich ihn infrage, so wie er ja scheinbar mich damals...Fakt ist auch, dass ich das Trauma ( wird wohl eins sein, weil ich so dran zu knacken hab) von damals nie wirklich verarbeitet habe..plötzlich alleine gelassen werden und dann noch diese Chlamydien ect...scheinbar lässt sich sowas nicht ewig wegschieben und irgendwann wird man davon eingeholt...

Mir kann ja niemand sagen, was ich jetzt tun soll..die Entscheidung liegt bei mir aber es ist für mich sehr hilfreich hier mal verschiedene und unbefangende Meinungen dazu zu lesen und drüber nachzudenken! Auch das "aufschreiben" meiner Geschichte hat irgendwie auch mal gut getan!

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