Zitat von Funkenline: Aber, wie wäre es denn gewesen, wenn du deine Jugendliebe nur gesehen hättest? Ihr beide allein gewesen wärt? Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist deine Meinung über ihn während eines Gesprächs gebröckelt. Hätte es was mit dir gemacht, wenn er im Gespräch positiv rübergekommen wäre?
Hattest du das aus einem anderen Thread..?
Nein, an einem Gespräch lag es zu 100% nicht.
Es war einfach schon beim Sehen - der erste Blick... kein Knistern. Keine Spannung... niente. Obwohl er aussieht wie damals.
Das Gespräch (falls wir dasselbe meinen) hat mir nur bestätigt, was mir mein Bauch sofort sagte: da ist gar nichts mehr...
Und ich bin so froh darüber.
Zitat von Funkenline: Das entscheidende ist, ich kenne sie nicht. Was es für mich umso schwerer macht, von den Gefühlen wieder runterzukommen.
Projektion.
Ich habe mich sehr lange und sehr ausführlich mit diesem Thema beschäftigt - auch innerhalb meiner Beziehung/Ehe, und ich kann das nur jedem wärmstens empfehlen!
Wann immer man Menschen überhöht und sie besser oder schlechter macht als sie sind... ist meist eine ordentliche Ladung Projektion am Werk.
Das ist nicht nur nachteilig für einen selbst - das ist auch höchst unfair dem Anderen gegenüber... weil man ihn auf diese Weise gar nicht wahrnimmt wie er WIRKLICH ist.
Es ist eigentlich ein ganz zentrales Thema, das meiner Ansicht nach immer und überall unter den Teppich fällt.
Und wenn man stark projiziert, kann man sich sogar in Verliebtheit für eine Person hineinsteigern, die nicht einmal existiert - sie die "Liebe" die teilweise schon beim Chatten mit unbekannten beim OD beschworen wird.
Fakt ist... viele verlieben sich auch in Personen, die es gar nicht gibt: sie sehen jemanden oder kennen ihn nur extrem oberflächlich und attribuieren in ihrem Kopf alle möglichen Eigenschaften, die der Andere bestimmt hat... und das macht ihn dann besonders großartig, einzigartig... und unersetzlich.
Liebe ist... jemanden zu sehen wie er
wirklich ist... nicht das gewünschte innere Abbild dieser Person... sondern der reale Mensch, mit allen Fehlern und Macken, und ihn trotzdem über alles zu lieben und einzigartig zu finden. Ohne Projektion.
Leider kann ich das nicht richtig erklären und auf den Punkt bringen.
Aber bei meiner Jugendliebe ist diese Projektion einfach weg. Nicht mehr da. Darüber habe ich auch lange nachgedacht.
Bei meinem Mann habe ich beim Kennenlernen natürlich auch projiziert - und wie! Das wurde mir erst viel, viel später bewusst.
Aber wir haben uns in 24 Jahren wirklich kennen und lieben gelernt und sehr viel an uns und unserer Beziehung gearbeitet. Das ist für mich von der emotionalen Nähe her nicht durch eine Verliebtheit mit Projektion zu ersetzen.
Aber das ist mein Stand, nach vielen Jahren innerer Arbeit... andere stehen ganz woanders. Jeder steht woanders. Und kann, möchte darf und muss die Dinge aus seiner Perspektive beurteilen.
Das sind hier nur Gedanken und Erfahrungen von mir.
Die TE muss und wird ihre eigenen machen!