Zitat von Swordblade:mein Leid kommt bestimmt nicht durch mein Ego. Das wäre der Fall, wenn ich verletzten Stolz hätte. Klar frage ich mich, was muss Sie dazu getrieben haben, mir 9 Monate fremd zu gehen, aber das ist es nicht. Meine Geschichte ist sehr lang und verstrickt. Hoffnung gibt es eigentlich nicht mehr, dass gestehe ich mir auch ein. Weil es gibt einen Punkt, da stellt man sich immer und immer wieder die Frage, was habe ich getan? Ich weiss heute zum Glück, ich habe nichts getan, ich habe nur geliebt und Sie auf Händen getragen. Klar gibt es immer zwei Menschen, wenn so was in die Brüche geht, aber ich habe nichts verbrochen, was so etwas rechtfertigen würde. Ich möchte mich von meinen Kanten und Fehlern nicht frei sprechen, aber kein Mensch ist vollkommen, dass macht uns ja aus. Ich für meinen Teil habe demütig gekämpft bis zum Schluss und verziehen. Was passiert wenn die Scheidung vollzogen ist, weiss ich nicht. Vielleicht rede ich dann nie mehr ein Wort mit Ihr. Aktuell tut es auf jeden Fall unendlich weh.
das kann ich gut nachvollziehen weil es mir mal ähnlich ging. ich kenne inzwischen einige stufen oder ebenen der liebe.
die liebe in form von abhängigkeit - weil ich damals glaubte - nur ER kann mich glücklich machen - das waren natürlich erwartungen, die niemand anders als ich selbst in mir erstmal erfüllen musste, das habe ich später nach und nach begriffen. das war eine form von liebe, die mich bei der trennung an den abgrund gebracht hatte - und es war gut diese erfahrungen zu machen, denn sie können uns etwas über uns selbst lehren.
dann eine andere stufe mit mehr und mehr annahme des anderen in seinem so sein - weil ich mich selbst besser annehmen und mehr eigenliebe entwickeln konnte.
ich glaube bedingungslose liebe habe ich erst durch den tod meines sohnes kennengelernt - ich konnte ihn irgendwann loslassen in liebe und dankbarkeit - ohne schmerz und auch bei anderen verlusten geht es mir inzwischen meistens so - natürlich trauere ich auch noch um menschen, situationen - aber dabei ist viel dankbarkeit - eine warme, lebendige trauer, die schneller vorüber ist und mich mein leben leben läßt. eine trauer, die nicht aus angst besteht und mich lähmt oder krankmacht - sondern mich trotzdem und trotz allem positiv in die zukunft schauen und mein leben aktiv gestalten läßt.
darin sehe ich den unterschied. deshalb behaupte ich leid kommt nicht von der liebe - trauer JA!
leid wird ausschliesslich vom ego ausgelöst - vielleicht von unbewussten verletzungen, die noch in uns schlummern, altes leid und alte angst. weil alles leid und alle angst ursprünglich mal aus dem einzigen grund eines mangels entstanden ist, nämlich dem mangel aus liebe ...
deshalb empfehle ich aufgrund eigener persönlicher und beruflicher erfahrungen . schaue erst auf dich baue mehr eigenliebe auf, liebe dich so wie du bist - dann können es auch andere und das ist der beste und einzige schutz vor leid - wenn auch nicht vor "normaler" trauer.
auch liebe ist egoistisch weil sie geben will - kann sie es nicht - fühlen wir uns traurig deshalb - aber uns deshalb nicht einsam und verlassen.
das war mein wort zum Montag ->OFF-TOPIC
deine selbstzweifel könnten deshalb noch da sein - weil du dich schuldig fühlst mit deiner Frage : Was habe ICH getan ...
deshalb dein leid ... wenig liebe und annahme und akzeptanz für dich selbst ...
alles ist gut so wie es ist - und du bist es auch - wir können bis zur erkenntnis gar nicht anders als das tun, was wir tun ... deshalb brauchen wir auch genau die situation, die uns weh tut, um uns dessen bewusst zu werden und zu heilen ....
wir sind alle nicht vollkommen - die kunst ist es doch uns deshalb dennoch zu lieben und so anzunehmen wie wir sind - nur dann können wir den anderen so lassen wie er ist - und ich bin mir sehr sicher - wenn wir alle so könnten - gebe es auch kein ausbrechen, kein betrügen und belügen mehr ...