Zitat:lege ich nicht mehr jedes Wort aus diesem Chat, der eben auch nur noch bruchstückhaft in meiner Erinnerung existiert, auf die Goldwaage. Irgendwann muss man eben loslassen. Ungeschehen machen kann man es nicht. Und solange ich Reue für das sehe, was da geschehen ist, und solange ich das Gefühl vermittelt bekomme, dass ihr Kopfkino damals ein völlig anderes war als ihre tatsächliche Meinung und ihr tatsächlicher Respekt mir gegenüber, kann ich eben auch irgendwann loslassen. Ich muss das ja auch irgendwann loslassen. Ansonsten bliebe nur die Trennung.
Servus Blechpirat,
grüße an den hohen Norden aus dem tiefen Süden
Zu den Worten, Aussagen im Chat.
Die richtigen Schlüsse hast du gezogen, Respekt. Die Taten folgen zu lassen ist ungleich schwieriger.
Meine Frau hatte eine 10-wöchige Affäre und nachdem es aufkam, entdeckte ich einen ganzen Packen SMS-Protokolle. Das hat mich fix und fertig gemacht. Die Worte, die da gefallen sind, haben sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. In diesen Worten erkannte ich meine Frau nicht wieder.
Ich möchte dich davor warnen, Realität und Virtualität zu sehr zu vermengen. Als ich die SMSen zwischen den beiden las, las ich oftmals das was ich lesen wollte. Es dauerte lange, bis ich mir das eingestand.
Die Virtualität ist ein von der Wirklichkeit unabhängiges Konstrukt ohne die Befürchtung, daraus reale Konsequenzen erfahren oder erleben zu müssen. Sinngemäß habe ich mal dazu gelesen: „Zu den theoretischen Vorzügen virtueller ero. gehört 6 ohne die Komplikationen mühsamer Pflichtkonversation, des Alltags, Verpflichtungen, ansteckender Krankheit und ohne das Frühstück danach.“
Virtualität führt schlicht auch zur Selbsttäuschung. Der Kaiser trägt hier sein Kleid.
Trotz des Bewusstseins dieser Differenzierung habe ich heute noch Probleme mit der Bewältigung. Das Kopfkino (ist ja auch nur virtuell) spielt mir schon gehörige Streiche. Was mir wirklich geholfen hat war die Aussage meiner Frau „Während des Simsens hat sich das alles so gesteigert. Dass am anderen Ende "er" zurückschrieb habe ich irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, was wir uns gesimst haben. Das war kurz danach schon wieder weit, weit weg.“
Tu dir einen Gefallen und lass los. Ich habe viel zu lange darüber nachgedacht und es hat mir nicht gut getan.