Hallo @Jessy1607
Tut mir leid, was Du da gerade durchmachst. Ich kann das gut nachempfinden. Ich war zwar nicht mit einer Narzisstin zusammen, aber meine Ex hatte eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung mit Elementen von Borderline aufgrund emotionaler Vernachlässigung und Übergriffen im Familiensystem in der Kindheit. Ja ich denke mittlerweile auch, dass da Züge von Narzissmus dabei waren.
Zitat von Jessy1607: ich verstehen will, warum diese Situation jetzt eingetreten ist, weil ich vielleicht meine Schuldgefühle bremsen möchte
Du suchst Antworten auf die vielen offenen Fragen, das hatte ich auch. Auch ich hatte Schuldgefühle, weil sie mir am Ende die Schuld für alles gab.
Egal ob nun KPTBS, BL oder Narzissmus, diese Menschen müssen ihrem Partner die Schuld für alles geben, weil sie keinen Selbstwert haben und die Vorstellung, dass sie eine tolle, liebevolle Beziehung sabotiert haben, würde ihr fragiles Ego schlichtweg zertrümmern. Im Prinzip ist es eine Art Überlebensform. Deswegen bist Du an allem Schuld.
Narzissmus entsteht in der Kindheit, entweder durch emotionale Vernachlässigung oder Vergötterung durch die Eltern. Wahrscheinlich kommt auch eine genetische Veranlagung hinzu.
Ein seelisch völlig gesund aufgewachsener Erwachsener wird nicht plötzlich im Alter von 40 oder 50 Jahren aus dem Nichts heraus narzisstisch. Es handelt sich dann entweder um Züge, die schon immer im Verborgenen da waren und getriggert wurden, oder um organische Ursachen im Gehirn.
Manche Menschen tragen narzisstische Veranlagungen jahrzehntelang unbemerkt in sich. Sie wirken angepasst, bis ein Lebensereignis (Trigger) das fragile Selbstwertgefühl bedroht oder belohnt. Das können zB Lebenskrisen sein.
Heilen lassen sich Persönlichkeitsstörungen nicht, maximal therapieren. Es gibt auch Studien, dass die Symptome mit zunehmendem Alter abnehmen. Das heißt aber nicht, dass sie in sich geheilt sind.Ihre innere Psyche ist seit der Kindheit nun mal so programmiert.
Natürlich können sie auch empathisch sein. Sehr sogar. Sie können sehr wohl erkennen, was der Partner denkt oder fühlt. Das ist aber nur kognitiv.
Was ihnen jedoch fehlt, ist emotionale Empathie. Den Schmerz, die Freude im eigenen Körper mitzuempfinden, können sie nicht. Damit können sie auch nicht wirklich lieben, da ihre Liebe keine Objektkonstanz hat. Das heißt, sie können ihren Partner nicht auch dann weiter lieben, wenn der Partner Schwächen hat: Aus den Augen, aus dem Sinn und dem Herzen.
Es ist eher eine infantile Liebe eines Kindes, das seine Mutter liebt. Es liebt die Mutter, weil es die Mutter ist und da ist. Ist sie weg, schlägt das Kind um sich.
In einer gesunden Beziehung weiß die Partner auch dann, dass Ihr Partner sie liebt und wertschätzt, wenn er gerade nicht im Raum ist oder man sich gestritten hat (das ist die emotionale Objektkonstanz). Beim Narzissten fehlt dieses innere Band. Die Liebe oder Zuneigung hält nur so lange, wie die externe Bestätigung und Nähe direkt fließen.
Du musst unbedingt realisieren, dass nichts davon auch nur Deine Schuld ist. Er muss Dir die Schuld geben für das Überleben seines eigenen fragilen Egos.