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Narzisstischer Partner

Arnika
Das ist auch das Problem von MSAD-Studien&Co. Dort scheinen ja nur die allerschwersten psychiatrischen extremen Dauergäste auf freiwilliger Basis auf. Wie es sich mit einem funktionaleren BL verhält im Älterwerden kann man überhaupt nicht sagen.

Und ob es stimmt, dass die Mama ungut ins Kinderwägelchen geguckt hat - und das überhaupt was damit zu tun hat - weiß man genauso wenig. Belegt und bewiesen ist das ja sowieso nur in den seltensten bzw gravierendsten Fällen.

„Bei gerichtlich verurteiltem Kindesmissbrauch werden hochgerechnet später 0,8% psychiatrisch behandelte BL und 99,2% nicht.“ Aha.

Da stützt man sich größtenteils auf „Der schwerst gestörte Proband in der Psychiatrie oder dem Maßnahmenvollzug gab an…“ Aha.

BL lügen ja nie anderen - und sich selbst - was vor.

Die Datenlage ist also dünn - wirklich dünn.

• x 2 #616


PapaEmeritus
@Arnika

Und selbst wenn, wäre das ja eh egal, weil solche Menschen sich ja im Hier und Jetzt so verhalten. Wir haben keine Schuld für deren Kindheit. Das ist dann auch kein Trost. Wenn der Mensch mich abwertet und mich mit schweigen bestraft, ist eine potentielle schwere Kindheit kein Trost.
Und solche Menschen verändern sich ja nicht durch Einsicht oder Verständnis, die passen sich an das an, was ihnen Vorteile erschafft. Opportunistisch eben. Wenn die nett sein müssen, um das gegenüber zurückzuholen, sind die eben nett. Das ist dann aber keine Einsicht, sondern eine strategische Anpassung.

• #617


A


Narzisstischer Partner

x 3


J
Zitat von PapaEmeritus:
@Arnika Manche Erklärungen sind für mich auch irgendwie unlogisch. Einmal ist es eine schlimme Kindheit, die das verursacht. Findet man keine ...

Mit Sicherheit spielen hier Vulnerabilität und Resilienz eine große Rolle, für welchen Weg sich der einzelne entscheidet. Ich selbst hatte eine furchtbare Kindheit mit der heutigen Annahme, dass mein Vater ein maligner Narzisst war. Es genügt aber schon eine einzige andere stabile Bezugsperson, die das Blatt zum Wenden bringen kann. Bei mir waren es meine Großeltern. Ob man den Mut aufbringt, sich für einen anderen Weg zu entscheiden, das bedeutet Kampf, Reflektion und Aufarbeitung, hängt von jedem einzelnen Betroffenen selbst ab. Fakt ist, das kannst du mir wirklich glauben, dass Erziehung und soziales Umfeld, ob positiv oder negativ, eine entscheidende Rolle für das Auftreten solcher Persönlichkeitsstörungen spielen. Der Vater meiner Tochter ist Borderliner, er wurde als Kind sexuell missbraucht. Ich persönlich habe mir ganz bewusst vorgenommen, anders zu werden. Die Empathie ist natürlich für das Andocken von Narzissten nicht die beste Voraussetzung. Meine weitere Lebensaufgabe wird darin bestehen, mich perspektivisch von solchen Menschen fernzuhalten.

• x 3 #618


Arnika
„Bei hochgradig Schwerstgestörten in
Klapse oder Knast landen 0,9% mehr Nachkommen als hochgradig Schwerstgestörte in Klapse oder Knast als bei anderen bzw weniger auffällig hochgradig Schwerstgestörten.“ Aha.

Eh schon dünn. Aber es ist nicht möglich, zu erheben, ob das dann an Genetik, Erziehung oder dem Handymast lag. Selbst bei Zwillingsstudien, (soviele Eineiige gibts ja nicht, die so unterschiedlich aufwuchsen und sich zur Verfügung stellen) - einen Handymast bzw mehrere -Masten kann und wird man dann immer noch nicht ausschließen (können). Schwierig alles.

Vermutlich ist es zum überwiegenden Teil die Genetik, der Rest äußere Einflüsse. Jede Glatze ist genauso damit bedingt, warum also nicht der Dachschaden?

Fakt ist, vieles bedingt einfach die Biologie - und eben nicht die „offenen Gespräche“.

• x 2 #619


PapaEmeritus
@Jessy1607

Das Kindheit keinen Einfluss hat behauptet niemand, weder ich, noch Personen, die eher eine genetische oder evolutionäre Sichtweise vertreten. Was ich aber sage ist, dass die Wirkung von Kindheit überschätzt wird, weil sonst müsste die Welt voll von solchen Menschen sein, ist sie aber nicht. Und da spielen für mich andere Faktoren ne Rolle. Genetik, Temperament, andere Erfahrungen, eigene Entscheidungen usw. Persönlichkeitsstörungen treten auch bei Menschen auf, die vollkommen normale Kindheiten hatten. Was machen wir denn mit denen? Zwei Menschen können im selben Umfeld aufwachsen, und sich vollkommen unterschiedlich entwickeln. Der eine entwickelt eine PS, der andere nicht.
Man weiß aus Zwillingsstudien zB, dass PS eine genetische Komponente, bzw. eine Heritabilität haben. Wie macht man das? Man vergleicht die Werte von eineiigen Zwillingen, die sich vereinfacht 100 % der DNA teilen und zweieiige Zwillinge, die sich rund 50 % teilen. Daraus kann man dann genetische Einflüsse ableiten und man sieht, dass PS eine große genetische Komponente haben. (Grob 40 bis 70 %)

• x 1 #620


Arnika
Zitat von Jessy1607:
Mit Sicherheit spielen hier Vulnerabilität und Resilienz eine große Rolle, für welchen Weg sich der einzelne entscheidet. Ich selbst hatte eine ...

Empirisch - und darum gehts grad- ist das leider nicht haltbar. Weil wir erstens nicht wissen können, ob du nicht maligner Narzisst bist oä und selbst wenn nicht, können wir zweitens keinen Versuch mit dir starten, wie du geworden wärst, wenn es deine Großeltern nicht geben würde.

• #621


PapaEmeritus
Tatsächlich, und das find ich ziemlich interessant, gehen manche sogar so weit, dass der Einfluss von Erziehung bei 0% liegt. Das halte auch ich für nicht haltbar, denke aber, dass Erziehung bzw. deren Folgen überschätzt wird.

• #622


J
Zitat von Arnika:
Empirisch - und darum gehts grad- ist das leider nicht haltbar. Weil wir erstens nicht wissen können, ob du nicht maligner Narzisst bist oä und ...

Das ist wohl wahr, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich mich ohne meine Großeltern anders entwickelt, man lernt ja doch viel am Modell.

• #623


J
Zitat von PapaEmeritus:
Tatsächlich, und das find ich ziemlich interessant, gehen manche sogar so weit, dass der Einfluss von Erziehung bei 0% liegt. Das halte auch ich ...

Nennen wir es Erziehung oder aber das Nachahmen vom Modell. Der Vater meines Ex-Partners ist tatsächlich auch so, dessen Vater war es auch. Interessant ist aber, dass der Großvater nicht der leibliche war, also kann man hier Genetik schon mal ausschließen.

• #624


J
Zitat von PapaEmeritus:
@Jessy1607 Das Kindheit keinen Einfluss hat behauptet niemand, weder ich, noch Personen, die eher eine genetische oder evolutionäre Sichtweise ...

Die Welt ist nicht voll von solchen Menschen, weil es eben wie bei mir diesen anderen Bezug gab. Hat man den nicht, würde ich fast sagen, entwickelt man sich auch so gestört. Es ist diese eine Ressource.

• #625


PapaEmeritus
@Jessy1607

Das kann Zufall sein. Und wenn der Vater genauso war, würde das ja für Genetik sprechen. Wie gesagt, die Zahlen und Studien lügen nicht. Genauso wie Persönlichkeit allgemein haben auch Störungen eine Heritabilität. Das wird auch nicht mehr wirklich diskutiert. Ob man auch Verhaltensweisen übernehmen kann, das ist dann wieder eine ganz andere Frage. Aber auch hier bin ich überzeugt, dass wir Verhaltensweisen nur nach bestimmten Kriterien übernehmen. Ich habe definitiv auch Verhaltensweisen meines Vaters übernommen, viele aber nicht. Bei meinem Bruder ist das ähnlich, der kommt wiederum aber mehr nach unserer Mutter. Bei meiner großen Nichte sehen wir Merkmale die keiner der beiden Elternteile haben, die aber zB ich als Onkel und unsere Mutter haben. Das verläuft natürlich selten linear. Es geht auch nicht darum, dass diese Merkmale immer vererbt oder erlernt werden, sondern dass die im menschlichen Genpool enthalten sind.

• #626


PapaEmeritus
Es geht dabei im Endeffekt auch nicht darum, dass das alles immer vererbt wird. Es gibt kein Narzissmus-Gen, kein Borderline-Gen usw, es geht eher darum, dass der menschliche Genpool zufällige Variationen enthält, die bestimmte Verhaltensmuster begünstigen können. Und das ist immer probabilistisch und nicht deterministisch. Also wahrscheinlich aber nicht festgelegt.

• #627


Arnika
Zitat von Jessy1607:
Nennen wir es Erziehung oder aber das Nachahmen vom Modell. Der Vater meines Ex-Partners ist tatsächlich auch so, dessen Vater war es auch. ...

Aber du wurdest eben nicht wie dein Vater… Ich habe übrigens die Augenfarbe meines Papas beerbt, mein Bruder die meiner Mama. Aha. Was lernen wir jetzt daraus, wen was wie wahrscheinlich trifft? In Wahrheit nicht viel.

Ich sage nur, das Leben und die Entwicklung ist zu komplex für einfache Milchmädchenrechnungen.

Zudem bringt es eben in der Praxis auch nicht viel, wenn du und ich herumrätseln oder glauben zu wissen, warum ich zB nicht zum Axtmörder wurde. Zumal es auch Axtmörder mit Bilderbuch-Kindheit gibt. Und meine war es zB nicht wirklich.

Wichtig ist es aber zu wissen, dass es Axtmörder gibt und wie man mit dem Wissen dann umgeht. Sagen wir mal so: Hab ich diesbezüglich einen begründeten Verdacht, heiraten und Kinder bekommen würde ich da nicht. Selbiges gilt für klinische psychische Störungen aller Arten.

• x 1 #628


PapaEmeritus
@Arnika

Seh ich ähnlich. Die Diskussion ist interessant, geht aber an dem Problem vorbei, dass es so etwas einfach gibt. Das gibt es einfach, und zwar anscheinend häufiger als man denkt. Egal, wie das entstanden ist. Interessanterweise ist das, was wir hier beschreiben in anderen Ländern sogar strafbar.

• #629


Arnika
Zitat von PapaEmeritus:
Es geht dabei im Endeffekt auch nicht darum, dass das alles immer vererbt wird. Es gibt kein Narzissmus-Gen, kein Borderline-Gen usw, es geht eher ...

Stimmt so übrigens auch nicht. Die moderne Genomforschung hat die Vorstellung, dass Persönlichkeitsstörungen vor allem Erziehungssachen sind, eigentlich schon länger komplett zertrümmert.

Es gibt zwar nicht das eine „Narzissmus-Gen“ oder „Borderline-Gen“, aber die Wissenschaft hat durchaus bereits ganz spezifische biologische Marker und Gen-Varianten entschlüsselt, die die Gehirn-Hardware verändern oder prägen. Gab erst kürzlich eine aufsehenerregende Studie bzgl Genetik und BL. Sie fanden erstmals gleich mehrere spezifische Regionen im Genom, die hochgradig BL bewirken… Hochspannend.

Bringt einem im RL halt auch nur wenig, weil wer macht schon privat beim Gegenüber so einen komplexen Gen-Test.

• #630


A


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