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Narzisstischer Partner

PapaEmeritus
Zitat von PeterN:
Ich denke das Silent Treatment ist juristisch kaum greifbar. Wie will man vor Gericht objektiv beweisen, dass das Nichtbeantworten von Fragen oder tagelanges Schweigen eine „emotionale Bestrafung“ und kein legitimes Bedürfnis nach Rückzug ist?


Die selbe Frage hab ich mir auch gestellt.
Die Schotten sehen das so:

Um zu beweisen, dass Silent Treatment kein unbewusster Rückzug, sondern eine missbräuchliche Tat war, fragt das Gericht nicht den Täter nach seinen Motiven. Das Gesetz besagt, dass die Strafbarkeit gegeben ist, wenn eine vernünftige Person (a reasonable person) das Verhalten als schädlich einstufen würde.

Selbst wenn der Täter steif und fest behauptet, das Anschweigen sei ein „unbewusster Abwehrreflex“ gewesen, argumentiert die schottische Staatsanwaltschaft über die Rücksichtslosigkeit:
Das Opfer hat nachweislich unter dem Schweigen gelitten (es hat geweint, Panikattacken bekommen, um Klärung gebeten).
Der Täter hat diese verheerende Wirkung registriert.
Der Täter hat sein Verhalten trotzdem über Tage oder Wochen fortgesetzt.

Rechtlich gesehen ist es ab diesem Moment völlig egal, ob der Täter das Verhalten „böse meinte“. Indem er die sichtbare, zerstörerische Wirkung beim Opfer ignoriert und stur weitermacht, nimmt er den psychischen Schaden des anderen billigend in Kauf. Das erfüllt im schottischen Recht den Tatbestand der kriminellen Rücksichtslosigkeit – und das ist voll strafbar.
Ein „unbewusster Reflex“ passiert ungeplant. Die schottische Polizei rekonstruiert vor Gericht jedoch die Musterhaftigkeit (Course of Conduct).

Wenn die digitale Zeitleiste der Ermittler zeigt, dass das Silent Treatment immer genau dann auftritt, wenn das Opfer eine eigene Meinung äußert, einen Freund treffen will oder eine Grenze setzt, und dass es schlagartig aufhört, sobald das Opfer nachgibt, dann ist die Kausalität bewiesen.

Das Gericht sagt dann: Ein Verhalten, das so präzise, wiederholt und funktional eingesetzt wird, um ein bestimmtes Ergebnis (Gehorsam des Opfers) zu erzwingen, ist kein Reflex. Es ist eine Waffe. Und wer eine Waffe gezielt einsetzt, handelt strafrechtlich relevant vorsätzlich.

Wenn das Schweigen wie ein Erziehungswerkzeug eingesetzt wird, um ein bestimmtes Verhalten des Opfers zu erzwingen (z. B. dass das Opfer eingelenkt und sich entschuldigt, obwohl es im Recht war), bewertet die Justiz dies als gezielte Konditionierung und Manipulation. Es dient dem Machterhalt.

Juristisch argumentiert die schottische Staatsanwaltschaft hier über den Vorsatz der Schadensbilligung: Wer sieht, dass sein Verhalten beim anderen massives Leid auslöst, und dieses Verhalten über Tage stur aufrechterhält, handelt nicht mehr im „legitimen Rückzug“. Er nimmt den psychischen Schaden des anderen nicht nur billigend in Kauf, sondern nutzt ihn als Hebel, um seine Machtposition zu zementieren.

(Teile des Textes sind von einer KI).

• x 1 #646


S
Zitat von PapaEmeritus:
Indem er die sichtbare, zerstörerische Wirkung beim Opfer ignoriert und stur weitermacht, nimmt er den psychischen Schaden des anderen billigend in Kauf.

🎯
In einem YT-Video wurde mal von einem N. erzählt, dessen Frau mit einem Zusammenbruch in eine Klinik kam. Auf die Frage, was das bei ihm ausgelöst hat, sagte er wohl: wenn man ein brennendes Haus löscht, nimmt man in Kauf, dass Fenster zerbrechen.

• x 1 #647


A


Narzisstischer Partner

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PapaEmeritus
@Sincerite

Richtig. Ein Rückzug zur Reflexion usw dauert einige Stunden vielleicht einen Tag. Wenn man damit über Tage und Wochen weitermacht obwohl man sieht oder weiß wie sehr das Gegenüber darunter leidet und genau dann wieder nett ist, wenn das Gegenüber sich entziehen will, handelt mit Vorsatz und gehört bestraft.

• #648


S
@PapaEmeritus
Ich hatte mich mit ihm nach der Trennung noch mal getroffen und wunderte mich, dass er so viel reden kann. Ich sagte: du kannst ja reden, er sagte: ja, jetzt habe er auch nichts mehr zu verlieren.

• x 1 #649


PapaEmeritus
@Sincerite

Natürlich können diese Menschen reden, die wollen nur nicht. Die verweigern Problemlösung ja absichtlich, um Kontrolle zu behalten. Man kann natürlich weiterhin glauben, dass die das machen, weil sie so überfordert sind, und sich schützen müssen usw. Aber ja.

• x 3 #650


S
@PapaEmeritus
Ich denke manchmal, dass sie wie gut getarnte Aliens sind.

• x 3 #651


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich hab das immer so gesagt: Manchmal hat man das Gefühl gehabt, man hat es nicht mit einem Menschen zu tun gehabt.
Und was man immer als Möglichkeit offen lassen muss ist Sadismus. Diese Menschen ziehen einen Nutzen draus, empfinden vielleicht sogar eine Form von Befriedigung, wenn du unter dem schweigen, der Abwertung usw leidest. Hört nur niemand gern. Tatsächlich spielt das bei der Strafbemessung da sogar eine Rolle. In den sogenannten „Sentencing Guidelines“ wird sogar erfasst, ob das ganze eine besonders niederträchtige Komponente hatte. Man nennt das dann „Humiliation & Degradation“.

• x 2 #652


Arnika
@PapaEmeritus Finde ich gut! Wenn ich auf dich mit Steinen schieße bin ich ja auch dran, wenn ich dich damit verletze. Egal, ob das Ausdruck meiner persönlichen Abgrenzung ist oder nicht.

Paradox, dass jeder Täter mit Kindheit und Psyche argumentiert und oft genug dann immenses Mitleid erfährt, selbst wenn es keinen Beweis gibt, bei Opfern das dann aber gleichzeitig nichts zählt.

• x 1 #653


J
Zitat von Arnika:
@PapaEmeritus Finde ich gut! Wenn ich auf dich mit Steinen schieße bin ich ja auch dran, wenn ich dich damit verletze. Egal, ob das Ausdruck meiner ...

Man sollte trotz alledem nicht vergessen, dass es tatsächlich schlimme Dinge in der Kindheit geben kann, die die Persönlichkeit tatsächlich negativ verändern kann. Ich habe es selbst erfahren, zum Glück ist bei mir kein größerer Schaden entstanden.

• #654


PapaEmeritus
@Arnika

Und man muss ja ganz klar betonen, dass wir hier nicht über das typische unperfekte menschliche Verhalten reden, das jeder von uns bis zu einem gewissen Maß zeigt. Wir reden ja von bestimmten Verhaltensmustern, und ich finde es richtig, dass es Länder gibt, die das strafrechtlich relevant einstufen. Ist ja nicht nur Schottland, sondern auch Irland/Norirland, England und Wales. In Australien gibt es eine Reformwelle, in Kanada gibt es ein Gesetz, dass solche Themen behandelt. In Frankreich gibt es den Tatbestand „violence psychologique“. In den Niederlanden wurde erst im Juni dahingehend ein Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht. Und wie schon mal erwähnt, sind europäische Länder eigentlich sogar verpflichtet, das gesetzlich zu regeln.

Für mich ist sowas auch längst überfällig. Wir können uns nicht als Gesellschaftsform darstellen, die angeblich auf Empathie und Kooperation basiert, in der wir Menschenrechte und die Freiheit des Individuums achten, und dann diese Formen von Missbrauch also „Streit“ abtun. Für mich gehören diese Menschen bestraft, ganz einfach.

• #655


A


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