Guten Morgen zusammen
@ramse
Für was ich diesen Austausch brauche?
Nochmal: ich möchte mich mit "Betroffenen" unterhalten und Inputs sammeln, denen es gelungen ist, mit den erlittenen seelischen Verletzungen noch besser umzugehen. Denen es gelungen ist, sich wieder völlig fallen zu lassen. Die nicht ständig auf der "Suche" nach Red Flags sind. Die eben nicht mehr "übervorsichtig" sind.
Zweifellos alles Dinge, die trotz verarbeiteter Ex-Beziehung in mir vorhanden sind.
Ich möchte hier weder über meine Ex-Beziehung reden (das Thema ist durch) noch möchte ich die neue Beziehung "auseinander nehmen".
Sondern ich versuche hier, mich von den Resten meines seelischen Missbrauchs zu befreien.
Du fragst ausserdem, wo denn die Probleme in der neuen Beziehung sind.
Und noch einmal: es gibt ja keine. Ich habe dies mehrfach betont. Das kann man mir glauben, muss man natürlich nicht. Aber ich lasse mir auch nichts einreden. Soviel Selbstbewusstsein habe ich schon wieder erlangt

Aber genau in meiner Aussage "es gibt kein Problem" liegt "mein Problem"....Ich trage seit der letzten Beziehung diese "Übervorsichtigkeit" mit mir herum. Und will bei meinem Partner nichts suchen müssen. Ich weiß leider nicht, wie ich das noch besser ausdrücken kann.
An dieser Stelle:
@mira
Ich denke, du hast verstanden, um was es mir hier tatsächlich geht. Ich melde mich diesbezüglich auch noch zu deinem Beitrag.
Zitat von ramse:Auf der einen Seite finde ich es gut, wenn klar darüber kommuniziert wird, welche Bedürfnisse beide Partner haben. Sogar sehr, sehr gut ist es, wenn man seine Trigger kennt. Aber wieso müsst ihr versuchen, euch diese gegenseitig zu kompensieren?
Wäre es nicht seine Aufgabe, mit seinem "Handytrigger" umzugehen lernen?
Wäre es nicht deine Aufgabe, damit umzugehen lernen, wenn er mit Schweigen reagiert?
Wir versuchen etwas zu kompensieren?
Wir sind beide schwer verletzt worden. Und was bitte ist nun daran verkehrt, dem neuen Partner seine "Ängste, Wünsche und Bedürfnisse" mitzuteilen? Das funktioniert eben nur in einer gesunden Beziehung. Das man genau über so etwas reden kann. Offen ist. Sich gegenseitig unterstützt. Dinge, die wir beide in der Vergangenheit schmerzlich vermisst haben.
Und wenn es ihm hilft, dass ich mein Handy eben nicht drei Mal absichere und verstecke, dann tue ich das gern. Bis auch er wieder gelernt hat, völliges Vertrauen aufzubauen.
Und wenn er weiß, wie ich auf ignorantes Schweigen reagiere, schätze ich es sehr, wenn er genau das nicht tut. Weder heute noch in Zukunft.
Darin kann ich weder Kompensation noch Abhängigkeit oder sonstiges erkennen.
Ich fände es - gelinde ausgedrückt - unter aller Sau, wenn er sagen würde: "Pech gehabt. Das Schweigen ist dein Problem. Sieh zu, dass du das in den Griff bekommst. Wie ist mir egal."
Oder ich sagen würde: "Mein Handy geht dich nichts an. Ich kann ja nichts dafür, dass deine Frau so etwas mit dir abgezogen hat."
In solchem Fall würden alle meine Alarmglocken angehen.
Nein. Wir reden über Ängste und Dinge, die uns beschäftigen. Und das ist für uns gut so...Andere wie du finden das fragwürdig und handhaben das anders. Das ist auch völlig in Ordnung.
Wobei ich jetzt bei @ttttt bin

Hallo und danke auch für deinen Beitrag.
Zitat von ttttt:Ganz allgemein gesagt hilft folgendes: über Gefühle und Ängste sprechen, unabhängig bleiben, nicht verschmelzen - bei sich bleiben, Streitregeln ausmachen, Ängste aushalten, sich immer wieder trauen, positive Erfahrungen stärken das Vertrauen, sich die Situation vorstellen, vor der man Angst hat
Wir reden viel. Wobei ich mich da etwas leichter tue.

Aber das hat wohl
1. Mit Mann-Frau-Kombi zu tun. Wir Frauen sind halt von Grund auf zum größten Teil wohl geschwätziger

2. Ist er ein "Stiller". War er schon immer, wie ich aus seinem nahen Umfeld erfahren habe. Hat also nicht zwangsläufig mit seinem Erlebten zu tun.
Streitregeln: gutes Thema. Hatten wir in fünf Monaten noch nie. Andere Ansichten: ja. Die gibt es. Aber darüber wird in Ruhe geredet
(Kritiker werden jetzt sicher hellhörig: das ist "Verschmelzung" und "Verdrängung". "Klein beigeben" oder ähnliches. Ich "höre" es schon. Nein. Ist es nicht. Es ist Wertschätzung, sich die andere Meinung anzuhören und auch Kompromisse einzugehen...Dahinter steckt keine "Angst", der andere könnte gehen, wenn ich mich ihm nicht anpasse)
Und nochmal kurz zu Streitgegenstand zurück: wir haben "abgemacht", nie "zerstritten" schlafen zu gehen

Sich immer wieder die "Angst-Situation vorstellen und zu hinterfragen, was im schlimmsten Fall passieren könnte - dies finde ich einen sehr hilfreichen Tipp.
Danke dafür @ttttt