Ich glaube, ob man verzeiht bzw. eher dazu geneigt ist zu verzeihen hängt sehr von den Lebensumständen ab.
Gemeinsame Verbindlichkeiten, wie Haus, Kredite, Kinder usw.
Das Gehalt (bzw. besteht ein Abhängigkeitsverhältnis )
Das Alter der Betroffenen
Ich war über acht Jahre in einer Beziehung, wohnte in meiner Studienstadt 200km entfernt zur Heimatstadt, in der mein Partner blieb. Er führte ein Doppelleben, es flog auf, weil ich eine Mandelentzündung hatte und doch in der Heimat geblieben bin und unangemeldet bei ihm auftauchte...
(Hätte niemals gedacht, dass man jemals sagen würde, GUT dass ich diese banale Krankheit bekommen hatte)
Fakten: Über 8 Jahre in der Beziehung, damals 24 Jahre alt, keine gemeinsamen Verbindlichkeiten + meine räumliche Trennung = viel einfacher den Rücken zu kehren. Hätte ich mir niemals angetan, dafür war/bin ich mir selbst zu wertvoll.
Sie: 22 ist bei ihm geblieben und er hat sie weiter betrogen, mir geschrieben per fb (6 Monate danach, liebe meines lebens blabla ), da sonst überall blockiert. Sie waren da noch paar Jahre zusammen oder so, hab das Ganze nicht verfolgt.
Den Schaden den ich davon getragen habe:
Ich bin schlecht im verzeihen. Etwas kälter geworden, benutze meinen Verstand mehr.
Eifersüchtig war ich nie und bin ich auch jetzt nicht, da wenn einer einen besch.n will, tut er/sie es sowieso, da brauche ich mich nicht noch selbst verrückt zu machen.
Hab zwei Jahre gebraucht um das Ganze zu verarbeiten und war dann bereit mich für meine Außenwelt zu öffnen.
Positives: ich habe gelernt mit mir selbst glücklich zu sein, mir wünsche erfüllt und kann jetzt Dinge objektiver betrachten und mich besser in die Lage des anderen versetzen.
Ob ich verziehen habe ohne zurückgenommen zu haben ? Keine Ahnung, hab ihn nach Jahren zufällig einmal gesehen und es regte sich nichts. Keine Wut/ offene Fragen/ Bedürfnis irgendeines Grußes oder Kommunikation, einfache Gleichgültigkeit trifft es eher.