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Neuanfang nach emotionaler Abhängigkeit

Aminelli

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Hallo, erstmals muss ich einen großen Dank an dieses Forum aussprechen- rein schon das Mitlesen über bereits mehrere Wochen hat mir sehr geholfen, stark zu bleiben und nach der Trennung wieder mehr zu mir selbst zu finden Ich habe zwar noch einen langen Weg vor mir aber zumindest bin ich nun viel positiver eingestellt, als kurz nach der Trennung.

Da ich aber noch einiges aufzuarbeiten habe und mich gerne mit anderen austauschen würde, hab ich mich dazu entschlossen, doch meine Geschichte hier zu erzählen:

Ich habe meinen Ex 2014 über eine Dating App kennen gelernt. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden, sodass wir jeden Tag viele Nachrichten ausgetauscht und uns über alles Mögliche unterhalten haben. Zu dieser Zeit ging es ihm sehr schlecht, da er vor einiger Zeit herausgefunden hat, dass seine Ex, mit der er über drei Jahre zusammen war, ihn seit mehreren Monaten betrogen hat. Als wir uns über die App kennenlernten, war sie bereits dabei, aus ihrer gemeinsamen Wohnung auszuziehen und sich ihrem neuen Lover zu widmen. Ich hatte ein sehr starkes Bedürfnis, ihm über Chat zu helfen und war für ihn da, wann auch immer er jemandem für den Austausch brauchte. Nach und nach entwickelte sich daraus mehr als nur Zuneigung und schließlich haben wir uns nach über einem Monat das erste Mal in einem Café getroffen und konnten feststellen, dass wir uns auch in Real Life sehr gut verstehen und sind kurz darauf ein Paar geworden.

Mein damaliger Freund ist nach dem Vorfall mit seiner Ex wieder in das Haus seiner Großeltern gezogen. Er wohnte ungefähr 50km von mir weg in einem Dorf, seine Familie und Geschwister wohnen ebenfalls nicht weit weg in einem Haus. Seine Familie betreibt eine Art Landwirtschaft und mein Ex half auch oft dort aus. Im Dorf war er sehr integriert, engagierte sich in einem Verein und ging seinem speziellen Hobby nach- und das jedes Wochenende. Mit seiner damaligen Freundin war es auch immer so gehandhabt, dass er übers Wochenende nach Hause ins Dorf fuhr, sich im Verein und seinem Hobby widmete und unter der Woche mit ihr in der Wohnung wohnte. Die Wohnung mit seiner Freundin befand sich ebenfalls in der Stadt, in der ich wohnte. Nach der Trennung wurde diese aufgelöst.

Als es mit meinem Freund und mir immer ernster wurde, schlief er unter der Woche des Öfteren bei mir. Seine Arbeitsstelle befand sich ebenfalls in meiner Stadt. Wir haben uns super verstanden und über alles reden können, sodass er nicht nur mein Partner sondern mein bester Freund wurde. Leider merkte ich nach und nach, dass es trotz der Nähe immer eine gewisse Distanz zwischen uns gab. Er mochte meine Wohnung nicht so gerne und das ließ er mich auch spüren- im Haushalt machte er nicht viel und er benahm sich sonst auch eher so, als sei er fremd. Er verbrachte viel Zeit am Computer und regelte übers Internet Dinge, die für seinen Verein, seine Arbeit und sein Hobby wichtig waren. Gemeinsame Unternehmungen kamen so gut wie nie vor, da er am Wochenende generell beschäftigt war und nach Hause ins Dorf fuhr.

Hier und da besuchte ich ihn auch am Wochenende daheim, aber auch hier merkte ich die Distanz. Für gemeinsame Aktivitäten war er meist zu müde, da er ja wirklich viel um die Ohren hatte. Trotz der Tatsache, dass wir uns über alles Mögliche unterhalten konnten und wir, auch wenn wir auseinander waren, ständig miteinander schrieben, kam ich mir sehr einsam vor. Seine Prioritäten lagen, meiner Empfindung nach, immer woanders- bei ihm Zuhause im Dorf, seinem Verein und seiner Ursprungsfamilie, bei der er jedes Wochenende war.

Ich habe ihn wirklich geliebt, der S. war auch immer gut und vor allem meinem Ex sehr wichtig. Ich habe in dem Bereich viele Dinge S. mitgemacht, die mir nicht wichtig, aber ihm wichtig waren. Mittlerweile weiß ich, warum ich das tat- ich wollte einfach in seiner Prioritätenliste nach oben rutschen und ein Gefühl der Verbundenheit spüren, das ich in der Beziehung schmerzlich vermisste.

Ich habe mich jedes Mal über alle Maßen über gemeinsame Aktivitäten gefreut, die sehr selten vorgekommen sind, da er immer mit anderen Dingen beschäftigt war. Mir hat das sehr weh getan und ich habe deshalb sehr viel geheult. Im Nachhinein betrachtet habe ich mich emotional sehr stark von ihm abhängig gemacht. Er war ständig in meinen Gedanken, wenn er nicht da war. Ich habe auch sehr viel Wert auf seine Meinung gelegt, was meine Person betrifft. Er hat mich oft kritisiert, war ihm zu chaotisch bzw zu verträumt, hab nicht gut gekocht bzw aß er kaum was, das ich kochte und fühlte mich im Allgemeinen nicht gut genug für ihn.

Ich habe oft versucht, die Problematiken mit ihm anzusprechen. Dass ich mich einsam fühle, ich mir mehr gemeinsame Zeit/Aktivitäten mit ihm wünsche und dass ich mir gerne ein Wir mit ihm aufbauen würde. Im Endeffekt lief es dann immer darauf hinaus, dass er meinte, dass ich mich mehr bei ihm integrieren, also quasi mehr zu ihm übers Wochenende fahren und lernen müsste, seine Hobbys zu akzeptieren.

Das mit der Akzeptanz habe ich auch wirklich versucht, war aber sehr schwierig, über längere Zeit durchzuziehen. Übers Wochenende hatte er immer was zutun, egal ob ich jetzt mal bei ihm war oder nicht. Sogar gemeinsame Spaziergänge waren ihm oft zu anstrengend, da er sonst eh schon genug eingedeckt war. Ich verhungerte emotional immer mehr, kam aber nicht von ihm weg, da sich unsere Beziehung immer mehr zu einer Art Abhängigkeit entwickelte. Trotz allem brauchten wir einander, da wir uns super verstanden und über der Beziehung hinweg über alles miteinander reden konnten. Seine Meinung ging mir über alles. Außerdem gab mir der S. und das Kuscheln das Gefühl, mal für ihn wichtiger zu sein als alles andere. Obwohl er immer beteuerte, dass ich bei ihm an erster Stelle kam, hatte ich immer einen ganz anderen Eindruck. Mein Ex war ständig in meinen Gedanken wenn er nicht da war. Ich heulte oft, wenn er mir per Chat von seinen Aktivitäten Zuhause erzählte und fragte mich, warum er nichtmal mit mir etwas Derartiges erleben konnte, das ihm wichtig war. Warum nur sein Leben Zuhause eine Relevanz hatte und er mir nicht mehr von seiner Aufmerksamkeit geben konnte.

Dies zog sich dann über fast drei Jahre Beziehung. Ich wurde immer unglücklicher und emotionaler, war aber in der Zeit zu schwach und hatte einen zu geringen Selbstwert, um die Beziehung zu beenden, da sie mir überhaupt nicht guttat. Ich hängte mich an die schönen Momente mit ihm, trotz allem war er der wichtigste Mensch in meinem Leben, ich räumte ihm, im Nachhinein betrachtet, einen zu hohen Stellenwert ein und machte mich damit selbst kaputt. Er lebte derweil munter sein Leben und pickte sich in der Beziehung mit mir die Rosinen raus. Wobei ich selbst Schuld war, ich habe es ja mit mir machen lassen.

Die Beziehung endete dann offiziell letztes Jahr im März nach einem Vorfall- Ich wollte ihm was Gutes kochen und habe es nach Anleitung aus dem Internet gemacht. Er kam von der Arbeit in meine Wohnung, da wir es so vereinbart hatten. Jedenfalls konnte ich es ihm wieder mal nicht recht machen, da die Sauce anders schmeckte als er es gewohnt war. Ich bin daraufhin heulend zusammengebrochen und habe mich am gleichen Abend von ihm getrennt. Da wir aber emotional nicht voneinander loskamen, schrieben und schliefen wir weiter miteinander. Wir waren sogar nochmal auf Urlaub.Gleichzeitig hat er sich ein paar Wochen darauf über eine Dating App schon anderweitig umgesehen, wovon ich aber erst was mitbekommen habe, nachdem er mir erzählt hat, dass er mit einer anderen Frau S. hatte. Für ihn war es nur S., ohne Gefühle. Aber in mir ist etwas kaputt gegangen. Natürlich war er zu dem Zeitpunkt in keiner Beziehung, aber mich hat es trotzdem extrem fertig gemacht. Ich ging daraufhin auf Abstand, war sehr emotional. Mein Ex entschuldigte sich zwar, meinte aber, dass ich mich nicht aufregen soll, da wir ja offiziell keine Beziehung mehr hatten und er machen konnte was er wollte.

Nachdem ich auf Abstand ging, schrieb er mir oft, dass er mich sehr vermisse, er mich brauche, etc. Nach ein paar Wochen haben wir uns wieder einander angenähert. Wir ließen Freundschaft plus weiterlaufen, aber ich hatte ein ungutes Gefühl, wieder mit ihm in eine Beziehung zu gehen, obwohl er dies zu der Zeit oft angesprochen hat. Im Grunde ließ er es aber so weiterlaufen, er ging seiner Arbeit und seinen Aktivitäten nach und kam über Nacht zu mir, wenn er grad mal Zeit hatte. Ich sagte ihm oft, dass ich mich vernachlässigt fühle und es keinen Sinn hat, wenn wir eine Beziehung eingehen würden, da sich ja nichts ändern würde. Auf der einen Seite war ich sehr einsam und unglücklich, auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass ich ihn unbedingt in meinem Leben brauchte. Mittlerweile bin ich mir im Klaren, dass ich mich emotional von ihm sehr abhängig gemacht hatte. Ich kam mir neben ihm sehr klein und unbedeutend vor. Außerdem hatte er auch öfter was an mir auszusetzen, hatte weiterhin den Eindruck als könne ich es ihm nicht recht machen.

Da diese Situation mehrere Monate so weiterlief und ich ziemlich unter der Situation litt, da ich ihn zwar sehr gerne hatte, mich aber extrem alleine fühlte, fing ich selbst an, mich online anderweitig umzusehen. Ich merkte aber schnell, dass das nichts für mich war. Es konnten sich keine Gefühle bei mir entwickeln, im Grunde wollte ich keinen anderen als meinen Ex. Mit einem anderen Mann hatte ich eine freundliche Unterhaltung und das wars. Danach habe ich mich wieder von der Dating App abgemeldet. Ich war ehrlich und beichtete es meinem Ex. Dieser fühlte sich daraufhin sehr verletzt, ich spielte die Situation runter. Es war ja auch nichts passiert und ich würde nie ohne Gefühle mit jemandem was anfangen. Ich konnte einfach nicht loslassen.

Tja, ungefähr 3 Wochen später hatte mein Ex eine andere online kennengelernt, mit der er intensiv herumschrieb. Er telefonierte einmal sogar neben mir mit ihr, worauf ich ihn rausschmeißen wollte und ich ihm unter Tränen sagte, dass ich ihn nie wiedersehen wollte. Mein Ex fing daraufhin zu weinen an, sodass ich ihn dann auch noch getröstet habe. Im Grunde gab er mir die Schuld, dass es passiert ist, weil ich wollte ja nie mehr mit ihm eine Beziehung eingehen, was stimmte. Blöd wie ich war, habe ich zugelassen, dass wir ein letztes Mal noch miteinander S. haben. Wir haben in der Nacht sehr viel miteinander geweint und habe ihm gesagt, dass ich ihn sehr vermissen würde. Er hat beteuert, dass er für mich trotzdem immer da sein wird.

Ich bin danach emotional in ein Loch gefallen, wechselten zwischen Wut und tiefer Trauer immer hin und her. Mein Ex hat sich öfter bei mir gemeldet, weil er ja ein schlechtes Gewissen mir gegenüber hatte. Mit der anderen Frau schrieb er natürlich trotzdem weiter und hatte in der Zeit auch sein erstes Date mit ihr. Ich konnte sein Mitleid mir gegenüber nicht mehr ertragen und bluffte ihn an, wenn er sich meldete. Daraufhin hatten wir zwei Wochen lang keinen Kontakt. Im Grunde wusste ich, dass ich für mich endgültig eine Entscheidung treffen muss.

Ich schrieb ihm dann ein letztes Mal an und wollte wissen, ob er jetzt wieder in einer Beziehung ist. Er meinte daraufhin, dass es nicht der Fall war, er es aber langsam mit der anderen Frau angehen wollte. In diesem Moment wusste ich, dass ich ihn loslassen musste. Es war einfach schon zu viel kaputt. Ich habe mich von ihm verabschiedet, ihm alles Gute gewünscht und unseren Chat gelöscht. Unsere Beziehung bestand meiner Meinung nach größtenteils aus diesem Chat. Das Löschen hatte für mich etwas Endgültiges. Daraufhin hat er sich nochmal gemeldet weil er so schockiert war, dass ich das wirklich gemacht hatte. Er fand es nicht okay, da wir ja trotzdem eine sehr schöne Zeit miteinander hatten. Ich schrieb zurück dass es jetzt aber vorbei ist und es gut ist, wenn unser Chatverlauf weg ist. Schließlich sollte die Ex nicht in seine neue Beziehung reinfunken. Ich habe ihn dann nochmal gesagt, dass ich ihn sehr lieb habe und ich mir wünsche, dass er glücklich wird. Das wars dann.

Ich weiß, dass ich in der Beziehung viele Fehler gemacht habe. Ich kann meinen Ex nicht ändern, obwohl ich es in der Beziehung mehrmals versucht habe- natürlich ohne Erfolg. Mittlerweile habe ich seit 4 Monaten keinen Kontakt mehr zu ihm. Ich will ehrlich gesagt auch nicht wissen, was bei ihm los ist, da ich Angst habe, dann wieder in ein Loch zu fallen. Ich habe ihn auf Social Media überall blockiert, außer auf einer Plattform, die ich aber so gut wie nie nutze. Die Sache nimmt mich aber immer noch sehr mit und ich vermisse meinen Ex nach wie vor sehr, obwohl ich mich mit ihm in der Beziehung die meiste Zeit alleine gefühlt habe.

Ich bin ein Mensch, der sehr introvertiert und sensibel ist- es ist für mich schwer, Vertrauen aufzubauen. Mein Freundeskreis ist auch eher klein. Mein Ziel ist es jetzt, als Person stärker zu werden, um nicht wieder in eine emotionale Abhängigkeit abzurutschen, da ich sehr darunter gelitten habe. In den 4 Monaten hat sich einiges bei mir getan- ich bin sportlich aktiver geworden und habe durchs Laufen über 8kg abgenommen. Außerdem stehe ich beruflich nun mehr für mich ein und scheue weniger vor Herausforderungen zurück. Ich lenke mich viel ab,bin auch im sozialen Bereich offener geworden und gehe mehr auf Leute zu, aber sobald ich Zuhause bin, fällt mir die Decke auf dem Kopf und ich fange wieder über meinen Ex zu grübeln an. Dating kommt für mich gefühlstechnisch derzeit nicht in Frage. Ich würde mich sehr über Tipps von euch freuen, was ich noch machen kann, damit ich stabiler werde und auch alleine glücklich werden kann. Vielen Dank schonmal fürs Lesen.

06.09.2019 19:32 • x 5 #1


Spreefee

Spreefee


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Hallo und Willkommen bei uns

Du bist ja schon auf e sehr tollen Weg. Glückwunsch

Du solltest deine Aufmerksamkeit mehr auf dich lenken. Warum konnte es so passieren, wie es kam?

Dein Freundeskreis ist klein, weil du schlecht Vertrauen aufbauen kannst. Woher kommt das?

Eigentlich heißt das ja auch, dass du dir selbst nicht sehr vertraust.

Denke einmal darüber nach, was dafür die Ursache sein kann.

06.09.2019 19:40 • x 1 #2


Aminelli


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Vielen Dank für Deine Antwort Ja, ich habe gemerkt dass es für mich so auf Dauer nicht weitergehen kann. Nachdem ich den Kontakt abgebrochen habe, bin ich natürlich erstmal mehrere Wochen in ein Loch gefallen aber ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war. Es konnte so ja nicht weitergehen.

Ich glaube, ich versuchte, mir über meinen Partner meinen Selbstwert zu definieren. Ich hatte auch keine einfache Kindheit, meine Eltern waren mir gegenüber sehr distanziert und Umarmungen gab es kaum. Komplimente gab es nur, wenn ich gute schulische Leistungen erzielte. Außerdem gab es in meiner Familie mehrere Todesfälle aufgrund von Krankheiten, die ich lange nicht verarbeiten konnte und mich eine Zeit lang in eine Depression stürzen ließen. In der Schule wurde ich aufgrund meines Gewichtes und meiner ruhigen Art oft gemobbt. Ich glaube, das Ganze dürfte dazu beigetragen haben, dass ich in so eine emotionale Abhängigkeit gerutscht bin und schlecht Vertrauen aufbauen kann. Ich war mir selbst einfach nicht genug wert und konnte alleine keine Sicherheit finden- die habe ich dann in der Beziehung gesucht.

Ich habe zwar wenige, aber gute Freunde, so ist es nicht. Mit meinen Arbeitskollegen verstehe ich mich auch sehr gut und treffe sie auch hier und da privat. Aber mein Ex war halt derjenige, mit dem ich mir quasi die emotionale Tiefe aufgebaut habe, die ich mir so sehnlichst gewünscht habe. Wahrscheinlich ist es mir deshalb so schwer gefallen, ihn komplett loszulassen. Es tut noch immer sehr weh, aber ich weiß auch, dass mir mein Ex nicht gut tut und es eine schlechte Entscheidung wäre, wenn ich mich bei ihm melden würde.

06.09.2019 21:08 • x 1 #3


Spreefee

Spreefee


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Zitat von Aminelli:
Ich glaube, ich versuchte, mir über meinen Partner meinen Selbstwert zu definieren. Ich hatte auch keine einfache Kindheit, meine Eltern waren mir gegenüber sehr distanziert und Umarmungen gab es kaum. Komplimente gab es nur, wenn ich gute schulische Leistungen erzielte.


Da arbeite weiter

Du hast es schon sehr weit allein geschafft! Sei stolz auf dich.

Den Rest schaffst du auch. Denn darin lernst du, was du als Kind nicht lernen konntest.

06.09.2019 21:18 • x 1 #4


KKKL

KKKL


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Zitat von Aminelli:
Ich würde mich sehr über Tipps von euch freuen, was ich noch machen kann, damit ich stabiler werde und auch alleine glücklich werden kann


Ich finde deinen Eingangstext in Roman- Länge richtig gut und eindrücklich.

In manchen von dir geschilderten Dingen erkenne ich meine damaligen Gefühle 1:1 wieder.
Zwar in anderen Momenten oder Situationen , aber beispielsweise das Gefühl kein richtiges Wir- Gefühl zu haben, dass man nie die Nummer 1 ist, dass der Partner immer unterwegs und beschäftigt ist- man sozusagen am ausgestreckten Arm verhungert.

Ich habe es oft halb- Beziehung genannt und sogar zeitweise kommuniziert, dass ich unglücklich verliebt bin.
Den Absprung habe ich dann nach einem Jahr geschafft, als ich keine power mehr hatte.

Ich wünsche dir , dass du weiter solche Fortschritte machst und den einzigen Rat , den ich dir ad hoc geben kann ist , Dir immer wieder mal deinen Text durchzulesen!
Denn da steht die Anleitung drin wie es nie wieder laufen darf.

06.09.2019 23:23 • x 2 #5


Aminelli


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Zitat:
In manchen von dir geschilderten Dingen erkenne ich meine damaligen Gefühle 1:1 wieder.
Zwar in anderen Momenten oder Situationen , aber beispielsweise das Gefühl kein richtiges Wir- Gefühl zu haben, dass man nie die Nummer 1 ist, dass der Partner immer unterwegs und beschäftigt ist- man sozusagen am ausgestreckten Arm verhungert.

Ich habe es oft halb- Beziehung genannt und sogar zeitweise kommuniziert, dass ich unglücklich verliebt bin.
Den Absprung habe ich dann nach einem Jahr geschafft, als ich keine power mehr hatte.


Ja genau, Es macht einen einfach nur fertig, wenn man das Gefühl hat, zwar in einer Partnerschaft zu sein, aber im Endeffekt ist man trotzdem einsam. Wobei ich im Nachhinein betrachtet der Meinung bin, dass mich mein Ex im Grunde nie geliebt hat. Ich bin ja quasi einen Monat später, nachdem mit der vorherigen Ex Schluss war, schon mit ihm zusammengekommen. Mit dieser war er vorher 3 Jahre zusammen und wollte sie heiraten. Er hat den Betrug nicht kommen sehen, obwohl sie ihn zu der Zeit schon 6 Monate vorher mehrmals betrogen hatte. Sie hatten dann nochmal einen Austausch per Chat, den er mir gezeigt hat.

Sie erwähnte, dass sie von ihm zu wenig Aufmerksamkeit bekam, da er nur vorm Computer hing. Es gab von ihm nie die Möglichkeit, die Beziehung zu verarbeiten. Ich habe mich ihm ja quasi zur Verfügung gestellt und er hat alte Muster in die neue Beziehung übernommen...ich war übrigens Ex Nummer 4, danach ist ja gleich die Next dahergekommen, ohne dass je eine emotionale Ablösung hätte stattfinden können. Ich wünsche ihm wirklich nur das Beste und vermisse ihn nach wie vor, aber gleichzeitig bin ich froh, dieses emotionale Verhungern in der Beziehung nicht mehr mitmachen zu müssen

Ich weiß aber, dass ich selbst noch genug Arbeit vor mir habe, bevor ich mich beziehungstechnisch wieder auf den Markt traue

07.09.2019 07:24 • x 3 #6


KKKL

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Zitat von Aminelli:
Ich weiß aber, dass ich selbst noch genug Arbeit vor mir habe, bevor ich mich beziehungstechnisch wieder auf den Markt traue


Da bist du aber schon weiter als so mancher.
Ich bin mir aber sicher , dass du aus dieser Beziehung einiges an Erkenntnis mitgenommen hast!

Zitat von Aminelli:
aber gleichzeitig bin ich froh, dieses emotionale Verhungern in der Beziehung nicht mehr mitmachen zu müssen


Eigentlich, so wird es dir sicherlich auch gegangen sein, wusste ich nach wenigen Tagen , dass das so kommen würde.
Ich würde auch nie jemanden weiter Daten , der mir schnell sagt, dass die Schwester immer die Nummer 1 sein wird, oder dass man immer wieder zu Beginn den WTF- Moment fühlt.

Meine nächste Partnerin muss gechillt sein, einfach ein ruhiges Wesen.
Denn das bin ich vom Gemüt auch eher, auch wenn ich offen und kommunikativ bin.

Meine letzte Beziehung hat in mir sehr unruhige Anteile geweckt, die sich nicht gut angefühlt haben.

Es hat alles immer mit uns selbst zu tun, denn wie du sagst, wir suchen die Partner nach Unterbewussten Mustern aus.

Den Typ Frau , der mir nicht gut tut habe ich schon identifiziert aber ziehe ich leider bis jetzt noch an.

07.09.2019 07:31 • x 2 #7


Spreefee

Spreefee


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Zitat von KKKL:
Den Typ Frau , der mir nicht gut tut habe ich schon identifiziert aber ziehe ich leider bis jetzt noch an.


Das wird so bleiben, leider. Es sei denn, du lässt dich bewusst auf den gegenteiligen Typ ein.

Allerdings kann man, wenn man bei sich ist, auch eine Beziehung mit so einem Typ Mensch führen.

Es ist leider so, dass sich Gegensätze anziehen.

Von dem Typ Mensch gibt es allerdings sehr unterschiedliche Ausprägungen. Irgendwo ist da auch der Typ Mensch, der zu einem passt.

Ein langer Weg.

Ich bin bei meinem Mann geblieben, nach dem ich verstanden habe wie er tickt und mich mit Hilfe des Forums lernte, innere Distanz aufzubauen.

Uns geht es gut. Ich habe in mir die Kraft gefunden.

Mein Mann ist zu bedauern, denn er ist sehr ängstlich. Mit meinem Verständnis konnte ich unserer langjährigen Beziehung eine Wendung geben.

Ist sicher der seltenste Weg. Doch einfach fast 30 Jahre hinter mir zu lassen war mir zu einfach, wobei es sowieso nicht gelingt.

Ich habe für mich das Beste daraus gemacht. Und letztlich ist es für uns das Beste geworden.

07.09.2019 09:31 • x 2 #8


Perzet


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Ich finde @Aminelli hat ihre Gefühlslage unglaublich gut darstellen können. Es ist insgesamt super schwer anderen zu vermitteln, daß man zwar in einer Beziehung ist, gefühlsmäßig aber verhungert.
Alleine dies zu erkennen und da auszusteigen ist eine große Leistung. Dass das nicht einfach geht, diverse Runden benötigt, einen wie auch bei physikalischem Unterdruck geradezu kräftig festsaugt, das liegt in der Natur dieser Sache. Also von mir hast du meinen größten Respekt.

Ich weiß noch gut, wie es war, als ich nach so einer destruktiven jahrelangen Beziehung raus war. Einmal, als ich voll erfüllt von wunderbaren Erlebnissen des Tages nach Hause kam war ich traurig, daß niemand da war, mit dem ich dies teilen konnte. Bevor ich in den Schlund des Selbstmitleids stürzen konnte kam ein anderer Gedanke mit Macht auf "es ist aber auch niemand da, der diese wunderschönen Erlebnisse kaputt macht!" Stimmt! !
Dafür haben sich Freunde mit mir gefreut und ich durfte, nicht nur an dem Abend, meine Sachen mit einigen anderen teilen. Eine neue Dimension, die einfach gut tat und noch mehr auffüllte als eine einzige Person zu Hause, die alles nieder macht mit Ignoranz und Egoismus.

07.09.2019 10:06 • x 3 #9


KKKL

KKKL


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Zitat von Perzet:
Ich finde @Aminelli hat ihre Gefühlslage unglaublich gut darstellen können. Es ist insgesamt super schwer anderen zu vermitteln, daß man zwar in einer Beziehung ist, gefühlsmäßig aber verhungert. Alleine dies zu erkennen und da auszusteigen ist eine große Leistung. Dass das nicht einfach geht, diverse Runden benötigt, einen wie auch bei physikalischem Unterdruck geradezu kräftig festsaugt, das liegt in der Natur dieser Sache. Also von mir hast du meinen größten Respekt. Ich weiß noch gut, wie es war, als ich nach so einer destruktiven jahrelangen Beziehung raus war. Einmal, als ich ...


Ganz dickes Lob!
Genau so habe ich mich ein Jahr lang gefühlt .
Genau so.

Ohne in die opferrolle abzugleiten, denn ich habe mir das raus gesucht.
Der Drang anerkannt zu werden, dass man zu mir steht war größer als die Einsicht , dass ich mich am Ende vom Tag nicht am richtigen Ort befinde, es nie Ruhe und Harmonie geben wird - geschweige denn Zeit.

Dass ich als expliziten Wunsch äußern musste , dass wir mal an einen See fahren, das war ein Highlight für mich.
Oder als ich zu ihr und ihren Freunden nachgereist bin nach Vietnam.
Ich wäre gerne ein mal alleine mit ihr ins Wasser, so wie das paare machen.
Ich war entweder alleine oder mit allen im Wasser.
Sie nur mit der Freundin .
Eigentlich echt traurig.

07.09.2019 10:13 • x 3 #10


th1980

th1980


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Hallo Aminelli,
eine sehr krasse Geschichte... Gerade am Ende hast Du (zu) viel ausgehalten finde ich, insofern ist es gut, dass Du nun Dich in den Mittelpunkt stellst - da finde ich Dich sehr weit und auf dem besten Weg. Ich versuche das auch gerade: mich in den Mittelpunkt zu stellen und nach vorne zu schauen sowie schädigende und "negative" Eigenschaften zu verändern. Bei mir gibt es dabei die Tendenz fast schon aktionistisch vieles anders machen zu wollen: in meiner Beziehung war ich zögernd, nun bin ich spontan. Im menschlichen Kontakt war ich zurückhaltend, nun bin ich sehr offen - ähnlich wie bei Dir. Diese kleinen Erfolge stärken das Selbstbewusstsein enorm. Des Weiteren suche ich gerade Kontakt zu anderen Frauen (nicht daten, nur kontakten), damit ich merke, was mir an meiner Exfreundin fehlte. Mir hilft dabei, dass ich eh nichts zu verlieren habe. Mit der Trennung hat sich mein Lebensentwurf fürs erste erledigt, ich fange bei 0 an, insofern kann ich nun tun und lassen was ich will. Das füllt das Energieloch in mir am besten.

Schaue also genau, wo es Dir im Selbstbewusstsein fehlt und wo genau Du stärker werden willst. Und das bearbeite durch gezielte Taten. Lass Dich durch Misserfolge nicht runterziehen und fühle Dich als Heldin auf Deinem Weg (ja, n bisschen pathetisch). Du wirst gestärkt rausgehen, das weißt Du ja selber und so ein Mann wird Dir nicht mehr ins Haus kommen. Manchmal wissen wir glaube ich im Liebeskummer nicht, ob wir um den Menschen oder die Situation trauern - bei Deiner Geschichte verstehe ich wie so oft nicht, warum man so einem Mann hinterhertrauert. Komische Seele haben wir da

Viel Erfolg!
th1980

07.09.2019 11:36 • x 3 #11


milano30

milano30


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Zitat von th1980:
Komische Seele haben wir da

07.09.2019 14:29 • x 1 #12


Merilin


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Ich Frage mich wieso sich das so lange hingezogen hat. Hast du denn vorher nicht gemerkt dass da was nicht normal ist?
Denn so wie ich das richtig sehe hattest du eine starke Bindung zu dem mann- er aber keine zu dir. Er war nur aus Freundschaft und Bequemlichkeit mit dir zusammen. Wenns nur das gewesen wäre. Denn am Ende war er respektlos und hat dich ausgenutzt. Das alles hast du die ganze Zeit aber zugelassen . Ich Frage mich wieso. Anscheinend wolltest du um jeden Preis gefallen.
Nein du warst nicht die Frau die er heiraten und mit ihr Kinder wollte. Endlich kapierst du es.
Eigentlich ist es gut dass es jetzt vorbei ist. Damit du weiter seines Weges gehen kannst. Du hast jetzt die Chance jemand kennenzulernen der dich wirklich will. Kopf hoch.

07.09.2019 16:17 • x 2 #13


Aminelli


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Zitat von Perzet:
Ich finde @Aminelli hat ihre Gefühlslage unglaublich gut darstellen können. Es ist insgesamt super schwer anderen zu vermitteln, daß man zwar in einer Beziehung ist, gefühlsmäßig aber verhungert.
Alleine dies zu erkennen und da auszusteigen ist eine große Leistung. Dass das nicht einfach geht, diverse Runden benötigt, einen wie auch bei physikalischem Unterdruck geradezu kräftig festsaugt, das liegt in der Natur dieser Sache. Also von mir hast du meinen größten Respekt.


Vielen Dank für Dein Kompliment Prinzipiell habe ich eine sehr lange Zeit gebraucht, um überhaupt so weit zu kommen. Für mich war der eigentliche Knackpunkt der, dass sich mein Ex eine andere gesucht hat und auch noch neben mir mit ihr telefoniert hat. Ihm war es egal, ob er mich damit verletzt oder nicht bzw hat er mir die Schuld daran gegeben, dass es überhaupt soweit kommen konnte. Nach dieser Verletzung war mir schlagartig klar, dass ich endlich mal für mich einstehen muss. Ein Prinzip von mir ist, dass ich niemals einem Mann nachrennen werde, wenn er eine andere am Laufen hat. Und zu dem stehe ich. Im Endeffekt sollte ich der Next danken, dass sie mir den Absprung damit ermöglicht hat

Zitat von KKKL:
Ohne in die opferrolle abzugleiten, denn ich habe mir das raus gesucht.
Der Drang anerkannt zu werden, dass man zu mir steht war größer als die Einsicht , dass ich mich am Ende vom Tag nicht am richtigen Ort befinde, es nie Ruhe und Harmonie geben wird - geschweige denn Zeit.

Dass ich als expliziten Wunsch äußern musste , dass wir mal an einen See fahren, das war ein Highlight für mich.
Oder als ich zu ihr und ihren Freunden nachgereist bin nach Vietnam.
Ich wäre gerne ein mal alleine mit ihr ins Wasser, so wie das paare machen.
Ich war entweder alleine oder mit allen im Wasser.
Sie nur mit der Freundin .
Eigentlich echt traurig.


Ziemlich traurig. Ich kann die Wochenenden an einer Hand abzählen, die wir zusammen verbracht haben. Wenn wir mal zusammen spazieren waren, war das das absolute Highlight für mich Wie gesagt, unsere Beziehung bestand eigentlich nur aus unserem Chat, mit dem man hätte Romane füllen können. Für Bettgeschichten war er auch immer zu haben, da konnte ich ihn sogar dazu bringen, vorher mehr Zeit mit mir zu verbringen. Bei allem anderen hatte ich das Gefühl, ich würde ihn quälen bzw wäre für ihn zu viel Aufwand. Sogar da machte er mir oft ein schlechtes Gewissen, da ich auf seine Arbeit ja zu wenig Rücksicht nehmen würde.

Zitat von th1980:
Schaue also genau, wo es Dir im Selbstbewusstsein fehlt und wo genau Du stärker werden willst. Und das bearbeite durch gezielte Taten. Lass Dich durch Misserfolge nicht runterziehen und fühle Dich als Heldin auf Deinem Weg (ja, n bisschen pathetisch). Du wirst gestärkt rausgehen, das weißt Du ja selber und so ein Mann wird Dir nicht mehr ins Haus kommen. Manchmal wissen wir glaube ich im Liebeskummer nicht, ob wir um den Menschen oder die Situation trauern - bei Deiner Geschichte verstehe ich wie so oft nicht, warum man so einem Mann hinterhertrauert. Komische Seele haben wir da


Das ist mein Plan. Ich habe genug davon, mich für das, was mich ausmacht, schlecht zu fühlen. Ich hatte vor der Trennung ständig Angst, dass ich an herausfordernden Situationen scheitern würde, dass ich nicht gut genug sei. In dem Aspekt bin ich schon um einiges weiter, ich gehe bewusst Herausforderungen ein und scheue nicht mehr vor Kritik zurück. Ich schaffe es mittlerweile auch, Nein zu sagen, ohne dass mich mein schlechtes Gewissen ständig einholt. Ich nehme mehr Rücksicht auf mich und kann zT auch sowas wie Stolz für meine Erfolge empfinden, was ich bisher nie konnte. Ich war die Schwarzmalerin in Person. Ich sehe die Trennung als Chance an, nicht nur, um von meinem Ex endlich loszukommen, sondern auch um mein zukünftiges Leben für mich lebenswerter zu machen

Zitat von Merilin:
Ich Frage mich wieso sich das so lange hingezogen hat. Hast du denn vorher nicht gemerkt dass da was nicht normal ist?
Denn so wie ich das richtig sehe hattest du eine starke Bindung zu dem mann- er aber keine zu dir. Er war nur aus Freundschaft und Bequemlichkeit mit dir zusammen. Wenns nur das gewesen wäre. Denn am Ende war er respektlos und hat dich ausgenutzt. Das alles hast du die ganze Zeit aber zugelassen . Ich Frage mich wieso. Anscheinend wolltest du um jeden Preis gefallen.
Nein du warst nicht die Frau die er heiraten und mit ihr Kinder wollte. Endlich kapierst du es.


Hui, die Wahrheit tut weh Ja, die Bindung zu ihm war sehr stark. Ich habe mich das oft gefragt, warum es überhaupt so weit kommen konnte, habe das für mich auch des Öfteren reflektiert- einfach, weils mir bei der Verarbeitung hilft.

Ich glaube, da gibt es mehrere Faktoren, die da zusammengespielt haben. Mein Ex ist jemand, der aus einem recht emotionskalten Umfeld kommt. Sowas, wie über Probleme reden, gibt es dort nicht. Die meiste Zeit wurde dort über die Arbeit geredet und wenn jemand in der Familie ein Problem hat, wurde es runtergespielt, im Sinne von, man solle sich doch bitte nicht so anstellen. Mein Ex konnte sich von Zuhause niemals abnabeln, er war immer Teil des Ganzen und hat die Werte quasi 1:1 übernommen. Ich bin der Auffassung, dass er sich verzweifelt durch seine Beziehungen eine Frau gesucht hat, die dieses Defizit an emotionaler Wärme und Geborgenheit ausgleichen kann.

Da ich ein ausgeprägtes Helfersyndrom habe und dazu tendierte, die Bedürfnisse von anderen über meine zu stellen, hat sich das eigentlich perfekt ergänzt. Ich fühlte mich wohl in der Aufgabe, ihn nach der Trennung von seiner Ex, so gut wie möglich zu unterstützen. Er gab mir dafür Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden und wichtig zu sein. Aber die Waage kippte mit der Zeit immer mehr. Er hat mich emotional immer mehr ausgesaugt, hat viel von mir genommen und mir wenig zurückgegeben. Da ich einen sehr schwachen Selbstwert hatte, habe ich es im Endeffekt mit mir machen lassen. Wenn ich mich mal gewehrt habe und ich was von ihm verlangt habe, hat er es fertig gebracht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ich zu viel von ihm verlangen würde. Er würde sich ja eh so viel für mich machen, ich würde es aber nicht sehen, da ja immer nur alles nach meinem Willen gehen müsste....

Das Ganze hatte meiner Meinung nach auch nie was mit Liebe zutun. Es haben sich einfach zwei Menschen gefunden, die sich ihre gegenseitigen Defizite im Leben mit Hilfe des jeweilig anderen ausgleichen wollten. Sprich, wir waren einfach voneinander abhängig.

Was dabei sicher auch eine große Rolle spielt ist, dass mein Ex vom Charakter her sehr meinem Vater ähnelt. Ich habe als Kind ständig um seine Anerkennung gekämpft, konnte ihn aber nie zufriedenstellen und er hat mich ständig wegen irgendwas kritisiert oder machte Schuldzuweisungen. Soweit ich mich informiert habe, sucht man sich in Liebesbeziehungen öfter das, was einem als Kind von den Eltern vorgelebt wurde. In dem Fall würde es ja auch gut passen, dass ich mir denselben Charakter nochmal suche aber ganz ehrlich, ich habe keine Lust, das jetzt nochmal durchzumachen. Mir reichts

07.09.2019 20:33 • x 3 #14


Spreefee

Spreefee


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Dann hast du schon einmal die richtige Entscheidung für dich getroffen

07.09.2019 20:40 • #15




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