Anna_A
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danke für eure Rückmeldungen!
Ich bin sehr froh über das Forum und darüber, dass ihr euch so geduldig mit meinen Fragen beschäftigt und euch mit mir austauscht.
@sos es tut mir Leid, dass du etwas Ähnliches erfahren musstest / in einer ähnlichen Situation steckst. Ich drücke dir die Daumen, dass du stark sein kannst, wenn er versucht, dich zu kontaktieren. Deine Definition zum Egozentriker habe ich aufmerksam gelesen und bis auf zwei, drei Dinge konnte ich meinen Ex sehr gut wieder erkennen. Besonders folgendes trifft in meiner Wahrnehmung zu:
Zitat von sos:Wenn sie wütend und ungerecht sind, wollen sie in den Arm genommen werden - weil sie dann wieder unter der selbstgemachten Distanz leiden, die sie an ihre kindliche Frustration erinnert, nämlich fehlende Zuwendung. Oder - auch wenn sie lieben, brauchen sie Distanz, wollen "in Ruhe gelassen werden", denn interaktive Auseinandersetzung fordert auch immer Auseinandersetzung mit sich selbst.
Zitat von sos:Seine größte Angst ist, daß er wirklich verlassen wird, auch wenn er sich immer wieder dazu gezwungen fühlt, dies zu provozieren.
Zitat von sos:Diese Menschen sind so sehr durch eigene Sorgen blockiert, daß für alles andere kein Raum mehr bleibt. Ein Egozentriker ist nicht unbedingt ein Egoist, auch wenn es manchmal damit verwechselt wird, denn er kann auch sehr großzügig sein - wenn er sich damit nicht überfordert fühlt. Der Egozentriker ist auch kein Narzißt, denn er liebt sich nicht - und schon gar nicht uneingeschränkt und absolut. Und wenn er vor dem Spiegel steht, übt er die Korrektur.
Zitat von sos:Einfühlungsvermögen und der Sinn für andere Lebensformen sind ihm fremd. Wenn andere Menschen nicht nach seiner Vorstellung denken oder handeln, ist er kategorisch intolerant.
Zitat von sos:Wenn im späteren Leben versucht wird, eine seelische Nähe aufzubauen, läuft die Angst davor parallel, vom anderen assimiliert zu werden und sich selbst aufgeben zu müssen. Gleichzeitig aber besteht eine Angst vor dem Verlust der Nähe zu anderen.
Zitat von sos:Er hat aber auch Angst vor dem Alltag, Angst in ein starres Muster zu verfallen und überrollt zu werden, weil er seine Wünsche nicht zu äußern und auf normalem Wege durchzusetzen versteht.
Zitat von sos:Fühlt er sich überfordert, sind seine Gedanken ein Konstrukt seiner Emotion - irrational und für den normalen Menschen kaum nachvollziehbar. Ein solches Denken führt zu keiner Lösung und verschlimmert die bestehende Situation. Die einzige Möglichkeit, die der Egozentriker für sich selber sieht, ist sich so schnell als möglich aus der belastenden Situation zu entziehen.
Zitat von sos:Werden sie zu einer Auseinandersetzung gezwungen, kann das bei einer ausgeprägten egozentrischen Störung zur absoluten Gleichgültigkeit gegenüber dem Partner führen und sogar zu Haßgefühl. Das erlaubt er sich aber meist nur dann, solange der Verlust des Partners nicht droht oder wenn ein neuer Partner in Aussicht steht. In den meisten Fällen sind die Verhaltensweisen unterschwellig und verdeckend und bleiben diesbezüglich erst einmal getarnt.
Es ändert sich natürlich nichts an meiner Situation an sich, aber wenn diese Dinge zutreffen, hilft es mir auf dem Weg dahin anzunehmen, dass ich nicht "selbst Schuld "bin. Genau wie euer weiterer Input auch.
Zitat von Löwin45:Ganz ehrlich, glaubst du, dass es richtig ist, seine Intentionen so zu sezieren?
Ob richtig oder falsch vermag ich nicht zu sagen, aber ich habe aktuell das Gefühl, dass es mir hilft.
Zitat von LillyP:An dieser Stelle merkt man auch den mangelnden Einsatz seinerseits. Hauptsache bequem und alles mitnehmen. Für die Langfristplanung ist das übergeordnete Wertesystem notwendig und auch eine gewisse Frustrationstoleranz.
Ich finde den Begriff der Frustrationstoleranz sehr gut! Die langfristige Planung fand nur zeitweise und nur in seinen Worten statt und war schnell wieder ad acta gelegt. In mir manifestierte sich allerdings wieder das Bild einer gemeinsamen Zukunft, auf das ich hinarbeiten wollte. Seine Unfähigkeit hierzu steht für mich im Widerspruch zu einer Nachricht, die er vor zwei Wochen (wow sogar auf den Tag genau) noch schickte - sein 41. Lebensjahr sei sch. und all diese Unzufriedenheit, Gefühlsschwankungen und Ziellosigkeit wolle er nicht mehr. Ihm täte es gerade gut, einfach nichts zu tun. (auch direkt ein Widerspruch in ein und derselben Nachricht)
Verworren und verwirrend für mich.
Zitat von Löwin45:Hatte er sich je Gedanken, um dein Wohl gemacht?
Hatte er darüber nachgedacht, was es für dich bedeutet, wie sehr es dich verletzt?
Sah er überhaupt (wirkliich) deine Verletzung?
War es ihm so richtig bewusst?
Oder sah er nur - mit viel Selbstmitleid - sein eigenes Unwohlsein und sein schlechtes Gewissen?
Das empfand er als unerträglich und machte sein Unwohlsein zu deinem Problem.
Ihm war durchaus nicht bewusst, wie schlecht es mir bereits letztes Jahr ging. Dass ich wochenlang aus Angst vor dem Alleinesein bei meinen Eltern bleiben musste, obwohl ich längst eine eigene Wohnung hatte...dass ich weinend wie ein kleines Kind in den Armen meines Papis lag und er mich in den Schlaf tröstete, der dann nur zwei Stunden andauerte. Dass ich innerhalb von drei Wochen zwei Kleidergrößen abgenommen habe, weil ich nichts bei mir behalten konnte.
Während er auf dem Golfplatz abhing, sich betrank, zwischendurch in ihr Bett stieg.
Als ich es ihm sagte wuchsen SEINE Schuldgefühle immer weiter an. Als ich ihm sagte, dass meine Eltern, die ihn immer sehr gerne mochten, nicht mehr gut auf ihn zu sprechen seien, erzeugte das einen "Kloß in seinem Hals" und er wisse nicht, wie er ihnen je wieder unter die Augen treten sollte und was sie sich insgeheim denken würden. Je mehr ich erzählte, desto unwohler fühlte er sich, sagte er.
Ich war wohl Urheberin seines Unwohlseins.
Hinzu äußerte ich mich auch über mein abhanden gekommenes Vertrauen - nicht nur in ihn als Person, sondern auch in andere Menschen, die mir Versprechen geben. Diese Geschichte - es wird um meine Hand angehalten, bis kurz vor der Hochzeit wird alles tip top fertig geplant, Brautkleid und Ringe sind gekauft, Sängerin, Floristin, Stylistin, Fotografin sorgsam ausgesucht und gebucht und dann findet die Hochzeit doch nicht statt - hinterlässt so oder so Spuren bei mir. Ich äußerte, dass diese Verletzungen mich lange begleiten werden.
Das hat sein Unwohlsein weiter verstärkt - man merke/das zeige, wie tief ich verletzt sei.
Hätte ich das etwa nicht äußern sollen? So sah es in mir aus...
Zitat von Löwin45:Weißt du, dass er eure Beziehung mit der Golf-Dame diskutierte, ist schon sehr illoyal.
Sich von ihr diesbezüglich beraten zu lassen und dabei so insdiskret zu werden und Geheimnisse von eurer Beziehung auszuplaudern, ist ebenfalls inakzeptabel.
Nun, sind dabei ihre Ratschläge verwunderlich?
Unvoreingenommen sind sie ganz sicher nicht.
Zitat von LillyP:Da ist ihre Absicht recht klar. Da haben sich ja zwei Schätzchen gefunden.
Ja, das hat mich auch sehr verletzt....dass er sie in unsere Beziehung gelassen hat. Er hat einige Freunde aus der Kindheit. Denen hat er zum Großteil bis heute nicht erzählt, was eigentlich Sache war. Er hat sich ihnen letzten Sommer/Herbst komplett entzogen und sich stattdessen dieser Frau anvertraut, die ach so viel Verständnis für ihn hatte. Als er mir davon und von ihrem Ratschlag erzählte, sagte ich ihm auch, wie das gemeint gewesen sei und ob er das nicht durchblickt habe. Entweder ist er da etwas beschränkt oder wollte schlichtweg auf sie hören.
Ich finde es schrecklich, dass diese Frau es offensichtlich voll darauf angelegt hat und sich jetzt aktuell so fühlt als würde sie einen Triumph einfahren. Und ich finde es schade, dass er wohl Frauen hinterher rennt, die neben ihm auch andere Kerle haben (siehe seine letzte Frau vor mir) oder mit seiner Ex befreundet bleibt, die ihn mit einem anderen betrogen und verlassen hat und mich gleichzeitig so wenig wertschätzt. Ich habe sicherlich auch meine Fehler, aber ich bin treu, loyal, ehrlich, verlässlich, verständnisvoll...er lässt mich links liegen, weil es ihm zu anstrengend ist, mich wieder für sich zu gewinnen und geht stattdessen lieber zu der Frau, mit der er seine Wertevorstellungen verraten hat, die ihn anhimmelt und sofort mit ihm ins Bett geht, wenn er mit dem Finger schnippst.
Zitat von LillyP:Nö. Er ist sich für die Dauer des Impulses sicher. Unwahrscheinlich, dass er sich jetzt um die Gefühle der Anderen sorgt,hat er bei dir nicht, macht er bei der Nächsten vermutlich auch nicht. Ist aber müssig zu spekulieren, das hat mit deiner Geschichte nichts zu tun.
Nein, es hat mit meiner Geschichte nichts zu tun, das stimmt. Vor dem Hintergrund des eben Geschilderten hoffe ich aber, dass du Recht behältst.
Zitat von LillyP:Der tickt ganz anders als du. Der schämt sich garantiert sehr viel weniger als du, sonst wäre er im Vorfeld nicht so dreist gewesen. Lieber auf den worst case vorbereitet sein.
Zitat von LillyP:Das Wort Liebe hat für ihn eine andere Bedeutung als für dich. Mit der anderen Frau kann man sich natürlich ablenken und hat überhaupt keine Zeit, sich mal mit sich selbst und seinem Verhalten zu beschäftigen.
Ich versuche, mich darauf einzustellen, habe ihn in sozialen Netzwerken aus meinen Listen entfernt, werde ihn in den nächsten Tagen blockieren - habe ich noch nicht übers Herz bringen können.
Ich glaube immer noch, dass er Liebe und Verliebtsein miteinander verwechselt. Seine Aussagen, es müsste von sich aus einfach sein oder wenn man sich doch liebe, wolle man den anderen die ganze Zeit um sich herum haben und ihn überraschen, klingen für mich nach der Anfangsphase einer Beziehung. Schmetterlinge im Bauch, Aufregung, (sexuelle) Spannung nehmen einfach im Alltag auch ab. Ich dachte eigentlich, wir wären "einen Schritt weiter" und gefestigter.
Zitat von Isely:All das ist nicht gegeben... du willst ihn quasi überzeugen, du willst das er etwas einsieht, du willst das er sie nicht mehr trifft...,
Das ist überhaupt nicht dein Part, sondern seiner!
Aber da versagt er kläglich!
Meinst du, ich habe diese Rollen vertauscht, indem ich nicht einfach gegangen bin?
Ich habe diese Dinge/Äußerungen/Versprechen von im erwartet und war verunsichert, als sie ausblieben. Denn auf der anderen Seite hatte er mir all diese tollen Vorstellungen, die ich von unserer gemeinsamen Zukunft hatte, wieder eingepflanzt. Sagte, vielleicht heiraten wir ja doch nochmal etc...
Zitat von sos:oder dir die frage stellen, wann es dir besser geht: MIT oder OHNE ihn? und dann entscheiden
Die Entscheidung wurde mir ein zweites mal abgenommen...und nun gibt es kein Zurück mehr. Mein Kopf weiß das schon, das Herz noch nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass es funktioniert und wir es schaffen.
Ich bin einfach austauschbar. Es ist egal, ob ich die Frau an seiner Seite bin oder eine andere. Die gemeinsame Zeit hat keine Bedeutung mehr und das schmerzt so unheimlich! Er merkt, dass es mit mir anstrengend ist, weil ich verletzt bin, dass sich der alte, gewohnte Zustand nicht einfach wieder herstellen lässt, dass ich nicht in absehbarer Zeit zu ihm ziehen werde o. ä., dass wir nicht einfach doch heiraten werden...und geht zu einer anderen, die nicht ganz so vorbelastet ist wie ich, nicht ganz so verletzt, die ihn evtl. wieder toll finden und anhimmeln kann, deren Bild von ihm sich nicht so verändert hat wie meins.
Das sagte er übrigens auch oft: ich hoffe, du kannst mich wieder als denjenigen sehen, der ich bis zum letzten Jahr war...
Viele Grüße
Anna