Blanca
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Zitat von Snipes:Ich bin auch nicht bei ihr eingezogen und habe es mir bequem gemacht
Hat Dir das jemand unterstellt? Wo kommt das her, warum meinst Du, das klarstellen zu müssen?
Was mich betrifft, so bezog meine Kritik sich einzig auf den Umstand, daß all die vielen red flags Dich meines Erachtens schon lange vorher von ihr hätten wegtreiben sollen. Obwohl sie Dich von Anfang an extrem in Beschlag nahm, Drama fabrizierte und eine Tochter hat, die Dich nicht ausstehen konnte, meintest Du eine gemeinsame Zukunft mit ihr zu haben.
Wo hast Du eine tragfähige Basis dafür gesehen?
Zitat von Snipes:Ich habe sie wirklich geliebt und gedacht, dass sich ihre Eifersucht und ihr Kontrollzwang legen, wenn ich bei ihr lebe.
Du hast also nicht sie geliebt, sondern das Wunschbild, das Du Dir von ihr gemacht hast. Und Du glaubtest sie umformen zu können und zu dürfen, damit sie diesem Bild irgendwann entspricht. Finde den Fehler...
Kann es sein, daß Dich vor allem die Intensität und Lebendigkeit anzog, mit der sie Dein Leben zu bereichern schien? Leider ist es oft so, daß Menschen mit negativem Selbstwertgefühl sich ausgerechnet von vermeintlich "interessanten" Personen angezogen fühlen, die irgendwie aus dem üblichen Rahmen fallen. Solange letzteres nur einem überdurchschnittlichen Maß an Lebenslust und Kreativität gestundet bleibt, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Aber leider sind es eben oft genug doch nur toxische Persönlichkeitsmerkmale, die dahinter stecken.
Was mich sorgt ist, daß dies nicht Deine erste toxische Beziehung gewesen zu sein scheint. In die Kloschüssel langt jeder mal, aber meist ist man dann ein gebranntes Kind und verhält sich beim nächsten Partner vorsichtiger. Deinem Eröffnungsbeitrag hingegen entnehme ich bloß, daß da von Beginn an ein Programm abzulaufen begann, das jeden erwachsenen Menschen mit Beziehungserfahrung sofort den Rückwärtsgang hätte einlegen lassen. Du schreibst Sätze wie:
Zitat von Snipes:was ich natürlich auch spürte, aber nicht so einfach aufgeben wollte.
Kann es sein, daß Du in einem anspruchsvollen, leistungsorientierten, fordernden Elternhaus aufgewachsen bist? Und wie kommst Du auf das dünne Brett, daß eine Beziehung bloß von Dir nicht aufzugeben ist, oder daß Du den Bärenanteil in sie investieren mußt? Also nicht nur was Emotionen und Hingabe, sondern auch und vor allem was das Überwinden persönlicher Limits betrifft?
Ist Deine Ex eigentlich auch mal irgendwo über ihren eigenen Schatten gesprungen, um Dich nicht einfach so aufzugeben?
Zitat von Snipes:Selber ist man oft blind bei sich selbst und den Beweis habe ich gerade selber geliefert
Kommt mir bekannt vor. Deshalb hat Dein Beitrag mich auch so angerührt. Ich weiß nicht, was Dich zu so einem Pensum antreibt und ob Du das auch in anderen Lebensbereichen so handhabst. In bestimmten Berufen oder beim Leistungssport mag das ja nicht anders gehen, aber die Liebe ist weder ein Job noch ein Sport - sie soll Freude machen! Beim Partner soll man sich angenommen und zuhause fühlen und nicht wie ein Stör- oder Stressfaktor, der dem anderen nichts recht machen kann.
Klar muß man sich auch etwas aufeinander einpendeln, aber sowas hier, das geht überhaupt gar nicht:
Zitat von Snipes:Es gab über alles Diskussionen und ich wurde immer stiller. Ich habe versucht es irgendwie zu ertragen, aber es ging nicht. Ihre Tochter hat begonnen zu manipulieren und natürlich war ich auch daran schuld. Es herrschte eine Eiseskälte in diesem Haus und alles war von Mißtrauen und falschen Anschuldigungen erfüllt. Um mich, meine Wünsche und Bedürfnisse ging es nie, immer nur um sie und ihre Bedürftigkeiten.
Bitte geh in der kommenden Zeit gut in Dich und spür nach - schreib für Dich persönlich auf - was da mit Dir los war. Du klingst wie jemand, der ansonsten sein Leben gut im Griff hat. Aber daß ausgerechnet so eine toxische Person Dich über immerhin fast zwei Jahre trotz aller von Anfang an offensichtlichen red flags Dich so dermaßen an sich binden konnte, das sollte Dir nicht nochmal passieren.
Preisfrage: Was für positive Eigenschaften hatte diese Frau, wenn Du jetzt an sie zurückdenkst? Also nicht äußerlich, nicht sexuell, nicht was ihre Kochkünste oder häuslichen Aktivitäten betrifft (sofern es die gab) - sondern rein charakterlich, meine ich?
Du mußt es nicht unbedingt hier im Forum ausbreiten. Aber denk mal im stillen Kämmerlein drüber nach, ganz für Dich - am besten auch aufschreiben. Überhaupt alles aufschreiben, mach Dir ein Tagebuch für die kommenden Monate. Das wird Dir auch später helfen, Dich zu erinnern und selbst besser zu verstehen.
Alles Gute Dir.
