Zitat von Caecilia: Das klingt ganz fürchterlich, Euer Plätzchendrama.
Das war es auch - ich habe das nur die letzten Jahre - auch - so gesehen. Vorher nie
Zitat von KomischerVogel: Das klingt irgendwie nicht so, als hättest in diesem Konstrukt glücklich und zufrieden sein bzw werden können.
Ich, dachte, ich war glücklich.
Das ich es nicht war, bemerkte ich nicht an der Oberfläche, mein Unterbewusstsein schrie schon, aber ich hörte es nicht.
Erst als sich das Unterbewusstsein auf die Gesundheit begann auszuwirken, und er mit mir das nicht tragen oder auffangen konnte, weil er ja Ursache für war, wurde das Netz dünner, bis er es entzwei riss und sein Heil in der Flucht sah
Zitat von Zwou: Aber in manchen Fällen ist es auch einfach nur Unreife
100%, Unreife, Unwissen, Unvermögen
in meinem Fall kam noch Faktor M hinzu.
Zitat von KomischerVogel: fragt man sich doch unweigerlich, ob man selbst so ein unerträglicher Mensch war bzw ist, dass man es mit so einem nicht aushalten kann.
So schlimm kann ich nicht gewesen sein, es hielt 23 Ehejahre, plus 4 Jahre vorher
Zitat von Jamirah: mit meiner Mutter
Faktor M
Meine Mutter, war Bj. 1926, sie kam mit 11 Jahren nach München um dort in einem Haushalt zu helfen, erzählte sie immer. Sie war demnach 13, als der Krieg begann, 18 als er endete. Die Entbehrungen der Jahre prägend, für eine ganze Generation. Sie erzählte nichts, aus diesen Jahren - nie.
Mein Vater Bj. 1929, wurde in den letzten Monaten als 15 jähriger noch eingezogen, und wurde per Güterzug von München, an die Front, in Richtung Rosenheim versandt, als dieser entgleiste. Er schlug sich, als sogenannter Fahnenflüchtling zurück nach München, auch er erzählte kaum was von den Jahren.
Aber, man bemerkte bei beiden, wie prägend es war. Horten, was das Zeug hält, der Spruch, mit was Altem spart man das neue - hörte ich ständig. Und Frau nur in der Ehe sicher. Die Ehe - war Gefängnis und Rettung zugleich. Das erstrebenswerte Ziel sowieso.
Sie hätte, wenn sie noch gelebt hätte, bestimmt mir gesagt, ich müsse um ihn kämpfen, mir alles gefallen lassen, Hauptsache ich bin nicht allein. Wenn ich in den Ehejahren, mich über etwas ärgerte, kam immer die Ansage, das kann man aushalten und stell dich nicht so an.
Also stellte ich mich nicht an.
Ich kam sowieso immer hinter meinem Bruder. Der bekam das Geschäft, die Privatschule, den Skikurs, das neue Auto, den Trip nach Paris.
Aber meine Mutter, in meinem Fall, ängstlich beschützend, immer warnend vor Männern im allgemeinen und im Besonderen. *Dir ein Kind anhängend und sich danach verzupfend, war auch ein mich ständig begleitender Satz. Am liebsten hätte sie mir einen guten Mann ausgesucht, einen, der Geld hat, oder Besitztümer. Oder dem Geschäft zuträglich, das Vater führte.
Einen fleißigen Mann.
Ob der Mann lieb sei, nicht so wichtig. Ob der Mann Süchte hat, nicht wichtig. In der Ehe muss man als Frau halt folgen, spuren, kuschen - wenn Mann das will. Und wenn er fremd ginge, dann sei das auch hinzunehmen, weil Männer sind halt so.
Und wenn er dir eine pfeffert, dann wird es schon seine Gründe haben.
Deswegen war ich noch mit 30 ohne Mann. Ich blöde Kuh, hätte das so beibehalten sollen. Aber, dann hätte ich auch meinen Sohn nicht, und dieser, war all das - wert.