Caecilia
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Zitat von acre:Da bin ich mir unsicher, ob der Vergleich stimmt. Wenn du durch einen Sägewerksunfall deinen Arm verlierst, muss das sofort behandelt werden, ganz egal, ob du den Schmerz empfindest oder nicht. Und es macht überhaupt keinen Unterschied, ob du dich über den anderen Arm noch freuen kannst.
Die Freude über den anderen Arm wird erst wichtig, wenn du danach in der Reha klatschen übst.
Im Sinne von psychologischen Traumata können Bewältigungsstrategien oder Resillienz aber dazu führen, dass emotionale Wunden nicht so schlimm werden.
Ja - das sind natürlich viel kürzere Zeiträume. Aber in den ersten Minuten / Stunden nach dem Unfall helfen Dir die durch den Schock ausgelösten Mechanismen dabei, diesen irrsinnigen Schmerz nicht / weniger zu spüren. Bei einer Trennung (oder auch einem Todesfall) sind das dann Zeiträume von Tagen, Wochen oder Monaten. Irgendwann greifen aber die am Anfang guten und richtigen Bewältigungsstrategien (bei Trauerfällen ist das ja häufig das "Nichtwahrhabenwollen") nicht mehr und man muss neue finden. Hierfür muss man sich dann Fragen stellen, die man am Anfang eher weggeschoben hat. Nicht, dass Du das getan hast - aber bei mir war das so. Ich habe am Anfang z.B. die Fragen nach meinen Anteilen an unserem Scheitern weggeschoben, habe dann aber gemerkt, dass ich mich damit auseinandersetzen muss (auch wenn es nichts mehr ändert und ich genauso gut bei "Next und vielleicht noch der Ex sind schuld." hätte verharren können), um weiterzukommen und eine neue Bewältigungsstrategie zu entwickeln, weil die ursprüngliche nicht mehr gegriffen hat.
Zitat von acre:es gibt auch nicht eine Strategie, die für immer gilt.
Genau, das meinte ich.
Zitat von acre:Ich weiß, dass wir hier keine anderen Worte dafür haben als "Austausch", aber so verstehe ich Beziehungen nicht. Next ist doch eine komplett andere Frau. Man kann doch Menschen nicht austauschen. Menschen sind doch keine Mietwagen.
Nein, natürlich kann man Menschen nicht austauschen. Für mich ist das einfach salopp ausgedrückt "Neubesetzung der Position "Frau an seiner Seite"".
Zitat von acre:Also mache ich jetzt 8 Stunden am Tag unbefriedigenden Mist, und muss alles andere darum bauen.
Allerdings war das auch schon eine meiner Baustellen vor der Trennung.
Das klingt schlimm und würde mich auch sehr belasten. Keine Chance, dass sich da irgendwas ändern lässt? Vielleicht zumindest in ein paar Jahren, wenn die Kids größer sind? Ich habe Dir ja schon mal geschrieben, dass in Bezug auf "Selbstständigkeit der Kinder" gerade im Alter zwischen ca. 10 und ca. 14 riesige Entwicklungssprünge gibt.
Zitat von acre:ich kann doch nicht die einzige sein für die ein Leben mit zwei Erwachsenen, die an einem Strang ziehen einfacher war.
Nein, bist Du nicht. Bei mir war das ganz klar auch so. Und vor allem war das Leben einfach schöner: bunter, vielfältiger, heterogener, erlebnisreicher, inspirierender. Isso - da beißt die Maus keinen Faden ab. Und ich habe, wie geschrieben, im Gegensatz zu Dir, keinen Stress mit Kinderbetreuung etc..