Zitat von acre: Zum einen geht es um die Auseinandersetzung mit dem Ex auf der finanziellen Ebene. Da hätten sie sich mehr Durchsetzungsvermögen gewünscht, um weniger das Gefühl zu haben, dass die Trennung der Eltern in der neuen Konstellation aufgefangen werden muss. Sei es, weil die Mutter mehr arbeitet oder einfach nicht mehr so viel drin war.
Kann ich gut nachvollziehen. Wobei es ja im Normalfall so ist, dass auf beiden Seiten der ursprüngliche Lebensstandard nicht mehr gehalten werden kann, einfach, weil zwei Haushalte teurer sind als einer. Das würde ich auch kleineren Kindern kindgerecht und ohne Wertung erklären.
Hier ist es ja so, dass der Lebensstandard des Ex und seiner Frau deutlich höher ist als unserer, was K3 (indirekt) oft kritisiert: "Warum wohnen wir in einer Etagenwohnung im "Sozialbau"? (... und der Ex in einer Villa mit Garten, fährt ständig in Urlaub ...). Das in der Klammer sagt er nicht, aber denkt es bestimmt. Ich versuche aber immer, darauf hinzuweisen, dass der Ex ja wieder in einer Paarbeziehung (bzw. sogar Ehe) lebt und man da die finanziellen Verhältnisse in vielerlei Hinsicht nicht vergleichen kann: Next ist, nach allem was ich weiß, finanziell recht gut aufgestellt - und dieses Geld hat mit uns und der "alten" Familie nichts zu tun. Zudem braucht man, wenn man alleine lebt, aus meiner Sicht mehr finanzielle Sicherheit und Flexibilität und kann nicht so "auf Kante genäht" wirtschaften wie in einer Beziehung / Ehe, wo man ja wüsste, dass der andere notfalls als Backup einspringt.
Zitat von acre: Die andere große Baustelle ist die frühe Übernahme für Verantwortung. Sie beschreiben, dass sie ihre Mütter nicht mehr als Reibungsfläche genutzt haben, dass sie viel mit sich selbst ausgemacht haben. Es wurde sich bemüht Konflikte oder Ärger gar nicht erst entstehen zu lassen. Es ist wie eine persönliche Zurücknahme zum Schutz der Mutter.
Ja, das finde ich auch ganz schlimm und ist hier ein großes Thema. So verhalten sich meine Kinder z.T.. Wobei sie ihren Vater (glaube ich) noch weniger als Reibungsfläche nutzen, aus Angst, ihn zu verlieren. Sie sind seit der Trennung so viel "braver" geworden.
😟 Und ja - die Geborgenheit in der Familie, der Rückhalt, sind dann natürlich nicht mehr in dem Maße da, wenn man sich in der Familie auch nicht geben kann, wie man eigentlich ist.
☹ Zitat von acre: und das wird versucht durch die Kinder zu kompensieren.
Meinst du damit, dass die Kinder diese Anstrengung dann irgendwie auch "wert" sein müssen? Das fände ich als Gedanken auch schlimm.