Caecilia
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Zitat von DasWird:dass (meist der Verlasser) das einfach so "abgeben" kann. Abhauen vor der Verpflichtung in vielen Fällen.
Zitat von Jamirah:Dieses Herausstehlen aus der Verantwortung sollte mehr sanktioniert werden.
Ja, sehe ich auch so. Bei meinem Ex ist besonders krass, dass er früher immer über Leute hergezogen hat, die "keine Verantwortung übernehmen wollen". In unserem (beider) beruflichen Umfeld ist es relativ üblich, sehr lange noch so "studentenmäßig" zu leben, in WGs, mit dem Rucksack umherzuziehen, ohne Kinder und ohne Verpflichtungen. Manche bewegen sich auch sehr lange in der Partyszene, feiern bis tief in die Nacht etc.. Jetzt denke ich manchmal, dass diese Leute verantwortungsbewusster sind als er - wenigstens setzen sie keine Kinder in die Welt und fahren dann zweimal (!) die entsprechenden Beziehungen an die Wand.
Wobei ich das etwas relativieren muss: Im Alltag übernimmt mein Ex tatsächlich keinerlei Verantwortung mehr, was man auch während der "Nestmodellphase" schon deutlich gemerkt hat. Aber: Sollte wirklich etwas passieren, ich krank werden z.B., dann würde er sich ohne Wenn und Aber kümmern, da bin ich wirklich sehr sicher. Zudem passt das an Unterhalt, was er überweist (ich kann das in etwa überschlagen, weil ich seine Verhältnisse kenne) - da könnte er sich vermutlich auch noch etwas "ärmer rechnen", wenn er jede Maus schlachten würde. Umgekehrt tue ich das ja auch nicht - und das weiß er auch
Zitat von Jamirah:Meine Kinder haben nicht verstehen können, warum es zur Trennung kam. Es war harmonisch bis zum Auffliegen des Doppelleben. Ich werde vielleicht mit ihnen über Details reden, wenn sie erwachsen sind. Jetzt wissen sie nur, dass Papa sich verliebt hat und uns deshalb verlassen hat.
So war / ist das hier auch, wobei ich nicht sicher bin, ob und was der Ex ihnen ggf. noch zusätzlich erzählt hat.
Zitat von DasWird:Dann ist er wieder extrem schlecht gelaunt und kaum zu ertragen. Offenbar kann man mir das jetzt wieder zumuten, findet er wohl ...
Hier ist das bei K3 genauso - wir haben ja schon öfters festgestellt, dass die beiden viele Gemeinsamkeiten haben.😁 K3 war gerade 14 bei der Trennung und hat in der ersten Zeit tatsächlich auch recht gut funktioniert. Mittlerweile ist er (hier bei mir - bei seinem Vater glaube ich nicht) schon öfters wieder muffig und bocklos - ich werte das auch eher als gutes Zeichen.
Zitat von acre:Damit will ich sagen, dass ein Teenager die Veränderung kognitiv viel besser einordnen kann und auch die Auswirkungen für ihn gravierender sind.
Vielleicht denkt dein K3, dass ihr euch ja nur noch ein paar Jahre zusammenreißen hättet müssen.
Auf jeden Fall. Er denkt wohl auch (da habe ich mit K1 mal drüber geredet), dass er wirklich die A-Karte hat, weil er jetzt noch ein paar Jahre in dieser doch etwas ungünstigen Lebenssituation leben muss, während K1 schon ausgezogen war und das bei K2 kurz nach der Trennung der Fall war. Ganz unrecht hat er damit auch nicht. Initial hatte ich dem Ex auch mal vorgeschlagen, das Ganze als Eltern-WG noch so lange aufrechtzuerhalten, bis K3 auch aus dem Haus sein würde. Das war für ihn keine Option und mittlerweile bin ich sehr sicher, dass es auch für mich keine gewesen wäre - vielleicht für ein paar Monate, aber nicht mehrere Jahre.
Zitat von acre:Ich denke, der Selbstwert ist betroffen, wenn sich ein Elternteil aus dem Alltag verabschiedet. Damit rückt die verbliebene Person auch an eine viel wichtigere Stelle, weil Lob und Zuwendung jetzt nur noch von ihr kommen.
Einerseits ja - andererseits habe ich manchmal das Gefühl, dass Lob irgendwie auch weniger wert ist, wenn es "nur" von einer Person kommt. Ich erinnere mich an Situationen früher, in denen die Kinder z.B. irgendwas im Haushalt gemacht haben (saubergemacht, Reparaturarbeiten, Gartenkram ...) und der Ex und ich kamen dann dazu und haben uns gemeinsam darüber gefreut. Irgendwie war das (glaube ich) für die Kinder noch mehr wert als heute ein "Gut gemacht!", das nur von mir kommt.
Was den Selbstwert angeht: Ich denke, dir geht es um so Gedanken wie "Ich war es ihm offensichtlich nicht wert, zu bleiben." Irgendetwas in die Richtung denkt wohl jedes Trennungskind mal und ja, das drückt das Selbstwertgefühl. Da denke ich manchmal, dass es vielleicht sogar ganz gut ist, dass der Ex mich als "schlimme Hexe" zeichnet (ich weiß nicht, inwieweit er das auch vor den Kindern tut - aber irgendwas davon wird sicher auch bei ihnen ankommen) - damit sollte für sie klar sein, dass sie noch so toll hätten sein können und er sich trotzdem getrennt hätte. Auf der anderen Seite korreliert natürlich indirekt auch Abwertung ihrer Mutter mit Abwertung ihrer Person - sie sind ja nun mal Kinder dieser Mutter. Wieder verkehrte Welt und sehr schwierig.
Generell glaube ich aber schon, dass diese Sache mit dem Selbstwertgefühl durch einen Vater, der sich nach der Trennung regelmäßig und kontinuierlich kümmert, sicher ganz gut aufgefangen werden kann. Kontraproduktiv ist sicher, wenn die Kinder merken, dass sie nach Next (und hier womöglich auch noch deren Sohn) in der zweiten Reihe stehen. Da hoffe ich immer sehr, dass meine das nicht so mitbekommen.