acre
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Nur mir als einzelne Person geht es inzwischen gut. Aber ich existiere ja nicht im Vakuum und dadurch gibt es immer wieder viele Punkte, die mir durch die Trennung schwer fallen.
Ich bin genervt davon, dass ich Unpünktlichkeit andere nicht mehr kompensieren kann, aber gleichzeitig Flexibilität von anderen einfordere. Ich bin genervt vom deutschen Steuersystem (ganz ehrlich müsste man eigentlich in jedem Affärenthread posten: sch. auf Gefühle, rechne die Steuerfolgen aus). Ich bin genervt davon kein Auto mehr zu haben. Ich bin genervt davon 90% aller Termine alleine zu managen. Ich bin genervt davon Unterschriften vom Ex zu holen, weil irgendein entfremdeter Papa in der Schule mal ein Fass aufgemacht hat. Ich bin genervt davon, dass das deutsche System in vielerlei Hinsicht auf eine Hauptverdiener plus Nebenverdiener mit wenigen Stunden Familie ausgelegt ist. Ich bin genervt von meiner Arbeitssituation. Mich nervt es an das Bezahlen jeder Rechnung alleine denken zu müssen.
Und zu ganz vielen dieser Punkt ist ein entspanntes Verhältnis zu Ex eine Lösung. Das hat aber nur noch wenig mit meinen Gefühlen zu tun.
Neulich hatte K2 ein Grundschulproblem und hat abends im Bett so bitterlich geweint. Als ich ihn beruhigt hatte, habe ich das ganze mit einer Freundin durchdiskutiert. Natürlich mit dem Ergebnis, ach, ist nicht so dramatisch, da muss er selbst durchfinden. Und nachdem Gespräch war ich erst sehr dankbar, weil es ein Netz gibt, dass sich auch mit meinen Irrationalitäten beschäftigt. Und dann habe ich das Heulen gekriegt, weil es für einen der beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben so viel einfacher wäre, wenn der ruhige Papa ein: Das wird schon, gebrummt hätte.
Daher hadere ich nicht mehr mit der Trennung, aber mit den ganzen neuen Grenzen, die diese Trennung mir beschert hat. Mit Unterstützung durch Ex kann ich manche davon wieder weiten. Aber es ist keine tief empfundene Freundschaft mehr, sondern eher wie zu einem Arbeitskollegen mit dem halt jeden Tag 8 Stunden verbringt.