Zitat von Jamirah: Mein Ex ist übrigens 11/2 Jahre vor Auffliegen doppelgleisig gefahren. Du fragtest danach.
Danke für die Antwort. Aber ich meinte eher, diesen Zeitraum zwischen Trennung aussprechen und du verstehst die Trennung.
Gab es ernsthafte Überlegungen deines Ex sich für dich zu entscheiden?
Zitat von Jamirah: Hadern macht auf Dauer krank und man muss aufpassen nicht zu hart zu werden.
Meine zynische Antwort darauf ist, dass ich als alleinerziehende Schichtdienstarbeiterin drei Kreuze machen, wenn ich wegen "Hadern" krank werde.
Wie wäre denn dein Leben, wenn er sich nicht freigekauft hätte? Wenn du Miete zahlen müsstest und nur Unterhaltsvorschuss bekämst? Wie wäre es denn jetzt, wenn er mit seinem neuen Wertekonstrukt immer wieder in deine Erziehungsvorstellung reingrätchen würde?
Nur die innere Haltung schützt einen doch nicht vor den äußeren Gegebenheiten. Es gehört doch einfach Glück und Geld dazu.
Zitat von KomischerVogel: Ich denke, ich weiß, was Du meinst. Aber, als Denkanstoß, ist es wirklich Selbstbestimmtheit, wenn es das nur mit Unterstützung eines Dritten gibt?
Jetzt bist Du selbstbestimmt. Auch, wenn nicht alles geht wegen der Kinder.
Das geht ein bisschen mit dem von @Jamirah Hand in Hand.
Mir hat das neulich jemand gesagt, dass sie sich jetzt nach der Trennung zum ersten Mal selbstbestimmt fühlt. Da habe ich mir gedacht, was hast du denn für eine Beziehung geführt?
Meine Idee von Beziehung war und ist es den anderen so sein zu lassen, wie er ist. Ich glaube auch, dass uns das das Genick gebrochen hat. Ich hätte meinen Ex viel früher "festhalten" müssen, aber ich habe gedacht: "Probier dich aus".
Der andere Punkt ist, dass du sicher recht hast, wenn man es nur auf der partnerschaftlichen Ebene sieht. Aber mein Leben besteht doch mehr als aus der partnerschaftlichen Ebene.
Es macht sich zum Beispiel leichter selbstständig, wenn du einen Partner hocheingruppiert im ÖD hast. Dann kannst du mehr ausprobieren und dir mehr Fehler leisten als wenn du alleine bist.
Dazu muss ich aber auch sagen, es macht sich wahrscheinlich schwieriger selbstständig, wenn du einen Partner hast, der sich daran massiv stört. Und da ist dann die Frage, was für eine Partnerschaft hat man geführt. Eine unterstützende, tragende oder eine einschränkende.
Und das ist auch vollkommen unabhängig von den Kindern. Man kann mehr auprobieren, wenn jemand einem den Rücken stärkt und ohne Vorwürfe die Scherben mitaufsammelt, falls es in die Hosen ging.
Zitat von KomischerVogel:
Das Problem: Ich würde gerne verzeihen. Aber ich habe es mit jemandem zu tun, der der Auffassung ist, wenn überhaupt, hätte er etwas zu verzeihen.
Ich würde sagen, es ist deine Entscheidung, ob du verzeihst. Dein Gegenüber ist dabei nicht so wichtig.
Was ich dich eh fragen wollte: Wie sind denn eigentlich eure Umgangsregeln?
Zitat von Caecilia: Aber vermutlich kann man nicht erwarten / hätte man nicht erwarten können, dass der Ex sich da entsprechend Gedanken macht (hätte ja auch schon recht früh im Prozess erfolgen müssen) und eine solche, "kollateralschädenarme", Trennung durchführt.
Da denke ich inzwischen, dass man das durchaus in einem Familienkonstrukt mit Kindern erwarten kann.
Für mich sind diese ca. 6 Monate in denen Ex die Kinder so egal waren, am schwersten zu verdauen.