Zitat von KomischerVogel: Es bleibt diese, ich nenne es mal leise Melancholie, die der Rheinländer angesprochen hat. Irgendwo ist es noch traurig, dass es so ist, jedenfalls, wenn die Familie einem wichtig war, was wohl auf alle, die hier schreiben, zutrifft.
Melancholie ist auch ein schönes Wort.
Zitat von acre: Das eine ist ja, dass man sich selbst aus der gescheiterten Beziehung herausarbeiten kann. Man überwindet den Liebeskummer, richtet sich in diesem neuen Lebensabschnitt ein und sucht wieder nach seinem Glück.
Das andere ist ja, dass die Trennung Wellen schlägt.
Genau so ist es, aber genau so!
Zitat von acre: Für mich sind es noch nicht ganz zwei Jahre seit der Trennung. Ich denke manchmal, ich sollte schon so viel weiter sein, mir sollte es so viel besser gehen. Aber es braucht die Zeit, die es braucht. Und wenn jemand nach 10 Jahren schreibt, die Konsequenzen tun heute noch weh, entlastet mich das etwas.
Du musst nicht weiter sein. Du bist da wo du gerade bist.
Bei mir ist die Trennung schon lange durch und die Ex abgehakt. Die konnte mir jemand auf den Bauch binden, da würde nichts passieren.
Die Konsequenzen so wie ich sie auch beschrieben habe für Kern und Schwiegerfamilien plus gemeinsame Freunde werden immer da sein und damit auch spürbar. Wenn wir in deinem Fall der persönliche Kontakt zum Ex ganz ok ist, lassen sich die Konsequenzen vielleicht dauerhaft lindern. Ich wünsche es mir sehr für dich.
Wenn jedoch wie bei mir eine dauerhafte Unversöhnlichkeit eingetreten ist, lassen sich auch die Konsequenzen nicht schmälern.
Meine Akzeptanz darüber wächst nur eben jährlich weiter an.
Zitat von acre: Ich glaube, Rheinländer hat etwas anderes als Melancholie gemeint.
Das ist das was ich meinte als ich schrieb, dass es schwierig für mich ist, Dinge auf den Punkt zu bringen.
Eine Gefühl der Melancholie dem Ex Partner gegenüber habe ich nicht.
Zitat von KomischerVogel: Was die Melancholie angeht: Doch, ich meinte schon genau das. Dieses "leise" Bedauern über das, was jenseits der Partnerschaft verloren gegangen ist.
Eben das Familiäre.
Das trifft es eher. Alles drumherum, zumal es bei mir keine Aussicht gibt, dass sich diesbezüglich mal irgendetwas zum positiven ändern wird.
Zitat von Unterwegs2023: Heute ist "new normal", aber zwischendrin weht mich eine Welle Wehmut an und das gehört zu "new normal" vielleicht dauerhaft dazu .....
Zitat von Unterwegs2023: Ich war in meiner alten Nachbarschaft zu Besuch und danach hing ich in einem riesigen Vermissen - das hat mich kalt erwischt.
Da das bei mir schon lange her ist, spüre ich es nicht mehr so,wie du es tust.
Ich fahre zum Beispiel regelmäßig an der Wohnung vorbei, wo meine Tochter geboren wurde, oder fahre an Häusern vorbei, wo Freunde aus meinem Leben 1.0 wohnen.
Manchmal spüre ich da etwas, manchmal nicht. Das wird immer so bleiben und ich komme damit klar.
Wollte meinen Beitrag gerade senden, da sehe ich das es einen neuen Beitrag gibt.
Zitat von acre: Genau wie du schreibst, ist Melancholie für mich was leises, sanftes. Und deshalb passt der Melancholie-Begriff nicht richtig für mich.
Nachdem du im Sommer das Zeugnis deines Kleinsten gesehen hattest, hast du geschrieben, dass er scheinbar Defizite hat, die durch die Trennung entstanden sind. Falls ich da dein Gefühl richtig herausgelesen habe, meine ich eher das. Dieser beißende Schmerz, der manchmal kommt, weil jemand den man liebt unter der Trennung leidet.
Und auch das muss man letztendlich akzeptieren, aber kacke ist es trotzdem.
Das Gefühl ist eben nicht immer klar.
Denke ich z. B. an die potentielle Geburt meines ersten Enkelkinder dann ist mein Gefühl eher dem was ich mit Melancholie beschreiben würde. Habe mir solch ein Ereignis einfach immer anders vorgestellt.
Boykottiert meine Ex hingegen den Geburtstag unserer Tochter, weil dieser hier in meinem Haus gefeiert werden soll, dann macht mich das wütend, weil unsere Tochter sehr traurig und verletzt ist.
Zitat von acre: Sondern diese Wellen, die das ganze nach außen schlägt. Die Kinder müssen halt anders über die Sitzordnung zu ihrer eigenen Hochzeit nachdenken, die Schwiegereltern und Eltern sind vielleicht verunsichert, weil sie eine gewisse Sicherheit in der Partnerschaft ihrer Kinder verloren haben, Freunde mussten sich vielleicht positionieren und manchmal auf die Zunge beißen.
In meiner Interpretation hat eher diese ganzen kleinen Pieker gemeint, die das Leben so mit sich bringt.
Auch hier. Ich denke wenn nur ich betroffen bin von irgend welchen Aktionen bin ich einfach nur traurig, wenn hingegen andere (besonders die eigenen Kinder) betroffen sind kommen eben auch andere Gefühle wie z. B. Wut mit hoch.
Einfach ein großes Potpourri an Emotionen und jede hat ihre Berechtigung.
Euch noch ein schönes Wochenende.
Gruß aus dem Rheinland