Ist ganz interessant, wie ungenau manches dann doch ist, wenn's geschrieben steht

. Deswegen will ich versuchen, etwas mehr zu konkretisieren. Ich finde auch interessant, was ich dann weiterdenke, wenn Ihr schreibt.
Zitat von Unterwegs2023: "Bau einer Person nicht ständig Brücken, auch nicht wenn diese dann rüber will, weil es mit einer Brücke bequem ist."
Die Betonung lag für mich mehr auf "nicht ständig". Ich glaube, es sagt auch etwas über eine Beziehung aus, wenn eine/r immer so "laid back" ist, also sich eher zurücklehnt und den/die andere machen lässt.
Zitat von Jamirah: Dann helfen nur Brücken und immer wieder miteinander ins Gespräch kommen.
Absolut - ich baue sehr gern Brücken. Für mich habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr unbedingt interpretieren möchte, ob jemand mich "will" - also mit mir zusammen sein will oder mich lieben will oder mit mir in einer Beziehung sein möchte. Ich möchte, dass es derjenige auch von sich aus zeigt, als nur ein Beispiel.
Ich beziehe das Zitat auch nicht auf neue Freundschaften oder Beziehungen, sondern auf den normalen Beziehungsalltag. In einer Beziehung oder Freundschaft sollten beide aufeinander zugehen können - vielleicht einfach nur das.
Zitat von acre: Hier wird ja durch manche User schnell geraten: Öffne doch deine Beziehung.
Finde ich gerade in einem Trennungsforum komplett gaga. Ich hab mich da ziemlich eingelesen, weil ich in den letzten Jahren unserer Beziehung oft überlegt habe, ob das ein Weg für uns sein könnte. Inzwischen weiß ich: Beziehung öffnen sollte man ausschließlich in einer stabilen Partnerschaft - oder eben bei Beginn.
Zitat von acre: Meistens sind doch noch andere Bereiche im Umbruch.
Hm, zumindest bei uns sehe ich das anders. Wir mochten uns wirklich, wir waren weiter ein "gutes Team", beste Urlaube, aber blöder Alltag und ich hatte einfach "nur" keine Lust mehr - dachte ich. Langjährige Beziehung, Biochemie, Wechseljahre, ein Mix vielleicht? Dachte ich.
Zitat von acre: Wenn dein Ex vor 10 Jahren gesagt hätte, du, ich will mit anderen schlafen, aber ich komme immer zurück zu dir, hättest du das ertragen. Wo wären die Grenzen? Wie viel Nähe zu seinen Sexualpartnern wäre für dich okay gewesen?
Nun

- bei uns hab ich ihm das vorgeschlagen, zwei Jahre vor der Trennung, aus den obigen Gründen (und die Sache mit der stabilen Beziehung wusste ich da noch nicht). Ich dachte, naja, dann kann er doch mit jemand anderem, wenn ich eh so wenig Lust hab. Mir war klar, dass ich nicht weiß, wie ich dann tatsächlich drauf reagieren würde. Aber hätte ich riskiert. Und ich dachte schon auch: Ich könnte auch schauen, ob ich keine Lust mehr hab oder keine Lust mehr mit meinem Ex. Er hatte es abgelehnt. Ich wusste nicht, dass er im Hintergrund seit einem Jahr seine erste Affäre hatte ....
😎 Zitat von acre: Ich denke, die Mehrheit der Menschen genießen den Besitzanspruch am anderen in der Beziehung.
Ja, ich denke, besonders zu Beginn ist das mehrheitlich so. Ist bei mir aktuell auch so und mehr noch bei meinem Partner. Bei langjährigen Beziehungen bin ich nicht sicher, ob ich das auch dauerhaft so sehe. Aber keine Ahnung, im Alltag vorstellen kann ich mir das zurzeit null.
Ich finde es immer noch schade, neben meinem Ex in einer Person meinen (vermeintlich) besten Freund verloren zu haben. Und ich hab das Gefühl, ich hab lang genug mit meinem Ex geschl.... - ich bin nicht sicher, ob mich das gestresst hätte bei ihm, wenn ich hätte mitentscheiden können. Hm - verständlich?
Zitat von acre: Ich denke, ich weiß was du meinst.
Siehe oben: Brücken bauen ist super und wichtig und toll, wenn wir das können. Ich kann's, ich vermute, Du auch, Jamirah auch

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Es gibt ein anderes Bild, das ich auch passend finde, kennst Du vielleicht: "Curling Eltern" - im Gegensatz zu Helikopter-Eltern. Beim Curling läuft immer einer vor dem Puck und glättet das Eis, damit der, der den Puck geworfen hat, die bestmögliche Weite erreicht.
So sehe ich viele Beziehungen hier, übrigens auch nach der Trennung: dass ein Partner immer das Eis glättet und vorangeht und den Boden bereitet - und der andere gleitet smooth dahin.
Schöner finde ich es, wenn beide sich kümmern, dass es smooth bleibt.