Zitat von Jamirah: Sie wollten Zeit zu Hause, sie wollten Zeit für ihre Freunde und sie wollten, dass der Papa auf ihre Belange eingeht.
Ja, so ist das hier auch. Und das wird sich immer mehr verstärken, je älter sie werden. Ich glaube, dagegen kann man nichts machen und wenn der Vater an einem guten Kontakt interessiert ist, muss er das akzeptieren und die Kontaktpflege dem anpassen - also z.B. die Kinder zu Unternehmungen einladen, die ihnen Freude machen, Urlaub auf eine Art und Weise mit ihnen verbringen, die ihnen Spaß macht u.s.w.. Natürlich hat aber in all diesen Fällen der Vater trotzdem keinen wirklichen Alltag mehr mit den Kindern - ich denke, das ist tatsächlich nur möglich, wenn ein "echtes" Wechsel- oder Nestmodell gelebt wird.
Zitat von acre: Ich habe Angst davor richtig alleinerziehend zu sein und dadurch auch einfach schlechter zu erziehen. Ich habe Angst davor keine Pausen mehr zu haben.
Ja, das wird durch das Obige bedingt - ich würde sagen, dass man ab dem Punkt, wo der Vater keinen wirklichen Alltag mehr mit den Kindern hat, de facto "richtig alleinerziehend" ist.
Zitat von Leopoldine1511: Meine Jungs. (Volljährig) suchen überhaupt keinen Kontakt seit ein paar Wochen. Ich freue mich nicht darüber, aber es ist die logische Konsequenz dass er, wo sie ihn jahrelang brauchten, anderweitig spielte und nie für sie da war.
Zitat von Leopoldine1511: In meinem Fall wäre die Trennung in früheren Jahren besser gewesen, vielleicht hätte er mehr Zeit mit ihnen verbracht…
Schwer zu sagen. Das hatten wir hier ja auch schon mal diskutiert. Ich denke, dass es für meine Jungs einerseits schon gut war/ist, dass sie den Großteil ihrer Kindheit/Jugend in einer "heilen" Familie gelebt haben. Ich weiß auch nicht, ob mein Ex mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte, wenn er sich vor zehn Jahren neu verliebt hätte (wäre wohl primär davon abhängig gewesen, ob wir es geschafft hätten, ein echtes Wechsel- oder Nestmodell (s.o.) zu etablieren). Falls wir das nicht hinbekommen hätten, könnte ich mir vorstellen, dass es bei großen Kindern (zum Zeitpunkt der Trennung) längerfristig einfacher ist, dass sie einen guten Kontakt zu beiden Elternteilen pflegen, einfach deswegen, weil mehr "Basis" (in Form von gemeinsamen Erinnerungen, Erlebnissen ...) da ist. Auf der anderen Seite (hatten wir auch schon mal diskutiert) ist es bei jüngeren Kindern eher noch möglich, eine Art neue Familienform zu definieren, die sich dann im Idealfall gut eingespielt hat, bis die Kinder flügge werden.