Zitat von Balu85: Nun...ich denke man muss da unterscheiden. Geht es darum wohin man in den Urlaub fährt oder um wirtschaftliche Notwendigkeiten.
So Kleinkram wie Urlaub war mir egal. Ich habe auch durchaus mal ihm zuliebe Urlaube gemacht, die ich selbst vermutlich so nicht gebucht hätte - er umgekehrt sicher auch. Es waren eher so Fragen wie die, ob man jetzt wegen seines Jobs umzieht etc., ob ich ein bestimmtes Jobangebot annehme etc. Da war er, obwohl er das nie expressis verbis geäußert hat, sondern so drumherum geschwafelt hat, immer der Meinung, dass sein Job vorgeht, weil er mehr verdient und das daher "wichtiger" für die Familie ist. Ich fand diese Denke immer kurzsichtig.
Zitat von maenneken: Freundschaften-meinen besten Freund hab ich seit Jahrzehnten,da klappt das immer mal zwischendurch. Dann hab ich im Freundeskreis noch eine riesige Familie,also wirklich riesig,quantitativ wie qualitativ.Mit den Jungs treff ich mich einmal im Monat um ein paar Pfeile zu werfen,wir fahren alle 2 Jahre auf Männertour und werde recht häufig mit Einladungen von Ihnen bedacht.Laut Ihnen,gehöre ich quasi schon zur Familie.
Kann mich da also eigentlich nicht beschweren
Das klingt doch super und das meinte ich - ich kenne durchaus auch Männer, bei denen das so ähnlich ist.
Zitat von acre:Es gibt natürlilch ganz viele Graustufen zwischen ihnen und es wandelt sich auch immer mal wieder aber aktuell und vereinfacht könnte man sagen, dass der Große ganz viel Spontanität will und es am liebsten hat wenn der Papa irgendwie hier um ihn rumschwirrt und ihm für seine ganzen prepubertären Ergüsse Sparringpartner ist. Der Kleine will eine feste Struktur und eine klare Trennung. Es gibt die Welt bei Papa und die Welt bei Mama. Er braucht ihn als Spielpartner. Für seine Befindlichkeiten bin ich als Mama zuständig.
Beide Kinder vermissen ihren Papa aber auch im Alltag physisch. Auch wenn ich gut im Toben, Kämpfen und allen möglichen Ballspielen bin (neulich habe ich sie mit einem sauberen Köpper sehr beeindruckt), werden sie langsam stärker als ich und da fehlt der Papa dann und er fehlt ihnen manchmal beim Schmusen. Der große weiche Papa ist halt was anderes als die kleine knochige Mama.
Das hast Du super beschrieben - kann ich mir sehr gut vorstellen (habe ja auch Söhne).
Das könnte mit dem Charakter zu tun haben, aber ganz viel auch mit dem Alter, obwohl Deine ja nur zwei (?) Jahre auseinander sind (meine beiden Großen sind gut zweieinhalb Jahre auseinander).
Als meine jüngere Grundschulkinder waren, mochten sie auch gerne feste Strukturen - d.h. man hat z.B. einen Ausflug angekündigt, sie haben sich darauf gefreut und zum vereinbarten Zeitpunkt ging es dann los. Als sie älter wurden (und das wird sich bei Deinem Großen vermutlich noch verstärken) wollten sie solche fixen Dinge nicht mehr so.
Ab so etwa 10, 12 war es bei meinen auch mehr und mehr so, dass sie selbst bestimmt haben, wann (und ob

) sie mit mir (oder dem Ex) reden wollten. Solche "aufgezwungenen" Gespräche gingen gar nicht mehr, sondern man sollte am besten einfach da sein und sie kamen an und haben das Gespräch gesucht, wenn ihnen danach war. Das ist heute eigentlich immer noch so
😄.
Gerade deswegen sehe ich dieses oft zitierte Konzept mit der "quality time" vor allem auch bei älteren Kindern und Jugendlichen kritisch. Im Falle von getrennten Eltern kann man dieses unstrukturierte "Einfach-da-sein" natürlich nicht realisieren. Das merke ich auch bei K3: Wenn der Ex ihn anruft, hat er oft keine Lust, mit ihm zu reden - oder es ist, sofern ich das mitbekomme, nur so unverbindliches Geplänkel (Dieses Typische "Wie war es in der Schule?" "Gut." "Was habt Ihr gemacht?" "Nichts Besonderes." ...).
Als der Ex noch hier wohnte, kam K3 dagegen manchmal zu ihm in die Küche, während er gekocht hat, oder in den Garten, wenn er da was gemacht hat, und hat ein Gespräch angefangen. Oder es ergab sich, dass nach einer Mahlzeit der Ex mit einem oder mehreren der Kinder sitzengeblieben ist und das Tischgespräch weitergesponnen hat. Das gibt es natürlich alles nicht mehr und ich finde, das ist ein herber Verlust für K3 und läuft seinem derzeitigen Kommunikationsbedürfnis einfach diametral entgegen.
Wie löst Ihr das mit den unterschiedlichen Bedürfnissen? Finde ich echt schwierig. Habt Ihr momentan eine fixe Umgangsregelung?
Das mit dem Toben, Kämpfen und Sport war hier übrigens auch so, so etwa ab dem Alter von 8 oder 9 war ich beim Fußball einfach keine geeignete Mitspielerin mehr - gerade K2 konnte schon mit 7 oder 8 deutlich schneller rennen als ich
😎. Wenn also keine Freunde verfügbar waren, musste der Ex ran (wobei der dann meist irgendein orthopädisches Problem hatte ... - davon ist heute übrigens auch keine Rede mehr - er ist ja jetzt jugendlich-dynamisch mit der jungen Next
😁 - O.K. - das ist jetzt OT).
Zitat von Sabiso89: Ich muss hier auch nochmal reinschreiben, ist wie ein „kleines“ Tagebuch
Der Tag heute ist wieder schwer und ich sehe keinen Licht am Ende des Tunnels. Wir wohnen weiterhin zusammen und es erdrückt mich, seine Anwesenheit, der gemeinsame Alltag. Ich weiß nicht wie ich mich abgrenzen soll, geschweige denn wie ich mich „entlieben“ soll
Sorry für‘s ausheulen
Oh je - das kennen wir wohl alle. Ich schick' Dir mal einen virtuellen Knuddler.
Kannst Du vielleicht zumindest übergangsweise oder tageweise woanders hinziehen (?) - ich fand die paar Wochen, als wir noch zusammen hier gewohnt haben, auch fürchterlich - konnte aber zum Glück aufgrund meines Jobs immer mal wieder für ein paar Tage flüchten, sonst hätte ich das nicht ausgehalten. Als er dann auszog, war es ganz kurz nochmals furchtbar - aber bald danach habe ich erstmals wieder ein bisschen Licht am Ende des Tunnels gesehen.
Zitat von Sabiso89: Und der Herr tut so als sei das doch alles garnicht so schlimm, Trennungen passieren halt
Ja - das habe ich letztens hier auch schon mal geschrieben: Jede zweite Ehe wird geschieden, bei "unverheirateten" Partnerschaften sieht es sicher nicht besser aus. Das ändert aber nichts daran, dass
meine Trennung für
mich eine persönliche Katastrophe war.