Zitat von Jamirah: Ich habe mal einen Artikel gelesen, dass Richter oft keine psychologische Schulung und Ausbildung haben
Ist eigentlich auch nur bedingt vorteilhaft. Weil sich Richter immer nach dem geltenden Recht entscheiden müssen. Ich stelle mir es schwer vor wenn man gegen seine innere Überzeugung entscheiden muss weil das Gesetz nichts anderes hergibt.
Im Fall eines Sorgerechtsstreites würde Ich mit Pauken und Trompeten untergehen, weil ich nicht mehrheitlich für die Betreuung meiner Tochter selbst aufkommen kann. Wenn meine NF den Vorschlag "zieht doch nur ein Ort weiter, damit die Maus in ihrem Umfeld bleibt und wir beide nicht so weit weg sind" ablehnt. Kann kein Richter sagen "moment...die Idee ist gut, sie haben doch ein Auto. Die Möglichkeit beide Elternteile gleichwertig zu sehen ist wichtiger als 5km mehr Arbeitsweg". Der Richter oder die Richterin darf das als Vorschlag äußern....aber eben nicht anordnen.
Zitat von KomischerVogel: Den Bedarf des Kindes am elterlichen Einkommen auszurichten halte ich für grundsätzlich verkehrt.
Sehe ich auch so. Vor allem weil kein Aas prüft ob da Geld denn tatsächlich für das Kind verwendet wird.
Zitat von Leopoldine1511: Habt ihr auch manchmal so einen innerlichen Druck, weil ihr ihm/ihr das neue Leben nicht vergönnt. Wie konntet ihr da eueren Frieden finden? Speziell bei den Finanzen.
Ja, muss ich zugeben. Aber weniger bei den Finanzen...
Zitat von acre: Ich kenne Frauen, die sich ähnlich wie hier recht schnell in neue Beziehungen gestürzt haben wegen Wohnraum und Geld. Ich kenne Väter, die großzügig zahlen und trotzdem wegen Geld getriezt werden. Ich kenne Kinder, die sich umziehen müssen bevor sie den Elternteil wechseln. Ich weiß nicht, ob das Gesetz all den kleinen Fiesheiten, die sich Leute so ausdenken können, gerecht werden kann. Eine wirkliche Gleichbehandlung vor Gericht von Vätern und Müttern wäre schon ein schönes Ziel.
Ich denke es geht weniger um die Gleichbehandlung als darum das dass Kindeswohl im Vordergrund stehen sollte. Bei einem Elternteil was sich eigentlich nicht wirklich um das Kind kümmert aber jetzt aus Prinzip den Superpapa oder die Supermama mimt gelten halt die gleichen Regeln wie bei denen den es wirklich ums Kind geht.
Zitat von KomischerVogel: Was ich meine: Wir müssen generell von diesem völlig überzogenen Versorgungsgedanken wegkommen.
Das wäre mal was.
Zitat von acre: Aber die Ehefrau vom Chefarzt hat vor 15 Jahren ihren Job aufgegeben, immer fleißig ihren Mann unterstützt und hat dann die Perspektive auf zeitlich begrenzten Trennungsunterhalt und 600 Euro Kindsunterhalt. Die ist entweder in einer existenziellen Krise, hält seine Affäre zur Vorzimmerdame aus, oder ist auf die Großzügigkeit ihres Ex angewiesen. Während er mit seinem Chefarztgehalt und Next ganz entspannt auf Bora Bora Urlaub macht.
Das ist halt nicht viel fairer als jetzt.
Anders herum bei deinem Beispiel...während er arbeiten war hat sie das eine Kind daheim betreut (mit Unterstützung einer Nanny und Haushaltshilfe) aber war damit auch schon ausgelastet. Weil es dennoch langweilig wurde hat sie was mit einem anderen auch gut situierten Herren angefangen und verlässt den Chefarzt für ihn. Natürlich zieht sie nicht gleich zum neuen, sondern erstmal in eine eigene Wohnung...und kassiert Trennungsunterhalt. Kindergeld und Kindesunterhalt auch. Da kommt man dann auch mal mit einem 450Euro Job guuuuut über die Runden. Nachehelicher Unterhalt und Zugewinnnausgleich sind dann auch noch Thema.
Und solange Next nicht mit da wohnt (gemeldet ist!) kann sie sich es noch eine Weile gut gehen lassen.
Es gibt immer eine Version die ungerecht ist.
Aber ich denke das es heutzutage kaum noch einen Grund gibt warum jemand nicht arbeiten geht. Und wenn von einem Ehepaar beide Vollzeit arbeiten gehen....gibt es keinen Grund für nacheheliche Alimentierung.
Wenn Hr Mustermann statt 40 nur 35h zum Mindestlohn arbeiten war, weil er eben mit einem mittelmäßigen Realschulabschluss nichts besseren gefunden hat...so wäre er auch nicht signifikant besser bezahlt worden wenn er seiner Frau (Innenarchitektin) nicht ein wenig den Rücken freigehalten hätte...wie man dann immer so schön sagt.