Zitat von KomischerVogel: Gleichberechtigung ist die demokratisch - rechtsstattliche Variante davon. Sie räumt jedem Menschen (unabhängig vom Geschlecht) gleiche Rechte ein. Die Entscheidungen treffen die Menschen in diesem Rahmen aber eben selbst.
Anders ausgedrückt: Menschen sind nicht rechtlich benachteiligt, sondern durch ihre Entscheidungen.
Da hätte ich noch gern den Aspekt "Equity" und "Equality" mit drin, der die unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen berücksichtigt.
Equality bedeutet Gleichberechtigung = gleiche Rechte.
Sprich: Zwei Menschen stehen vor einem Baum und wollen Äpfel pflücken. Beide bekommen dieselben Rechte, nämlich hier eine 1 Meter hohe Leiter. Der eine Mensch ist 1,50 m groß und der andere ist 2,00 m groß.
Gleiche Rechte (=Leiter) bedeutet also nicht identische Möglichkeiten, die Äpfel zu erreichen.
Equity: Gerechtigkeit bei unterschiedlichen Voraussetzungen. Der 1,50 m große Mensch bekommt eine 2 m hohe Leiter, der 2 m große Mensch bekommt eine 50 cm hohe Leiter.
Jetzt ist es gerecht.
(Bitte schreibt mir nicht, dass der Baum unterschiedlich Äpfel trägt

- es geht echt nur um eine Veranschaulichung, warum gleiche Rechte leider
nicht immer gerecht sind.)
Heißt: Menschen mögen rechtlich gleichberechtigt sein, aber die Benachteiligung entsteht nicht ausschließlich durch ihre Entscheidungen. Sondern auch durch das Umfeld, in dem sie diese treffen. Kann man sagen: Pech gehabt, klar. Oder man versucht, es gerecht zu machen.
Und wenn jemand 10 Jahre oder 3 Jahre oder wie viel aus dem Beruf raus war ....
Wenn jemand einem Arbeitgeber verklickern muss, alleinerziehend mit egal wie vielen Kindern zu sein ....
wenn sich jemand auf eine Stelle bewirbt und im gebärfähigen Alter ist - das allein reicht ja schon, nicht so interessant zu sein wie der Mann im selben Alter. Mein Mann ist NIE gefragt worden, wie er es eigentlich mit der Kinderbetreuung macht.
Ich jammere null über meine Berufstätigkeit. Aber ich weiß komplett, welche Unterschiede es gibt in der Bewertung von Frauen und Männern im Arbeitsleben.
Zitat von KomischerVogel: Ab drei kriegt man ein Kind relativ gut fremdbetreut.
Stimmt. Und ab Grundschule bekommt "man" die Oberkrise. Und auch dieses "ab drei" stelle ich aktuell sehr in Frage und glaub' auch nicht, dass sich der Personalmangel in Wohlgefallen auflösen wird.
Kleiner Sidefact, weil ein Beruf wie Erzieher-in nicht interessant ist: Es gibt Studien, dass sich für Berufe das Gehalt stetig verringert, je mehr Frauen diesen Beruf ausüben. Und umgekehrt: Programmieren war ein Frauenberuf zu Beginn, durchschnittlich bezahlt. Aber das führt nun wirklich zu weit

Zitat von KomischerVogel: In vielen Dingen sind wir gar nicht soweit auseinander.
Das glaube ich tatsächlich auch

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Ich glaube aber, dass kein Mann sich freut festzustellen, dass die Strukturen im Arbeitsalltag Männer
begünstigen. Jetzt höre ich auf, sonst mache ich mit dem "Ähnlichkeitsprinzip" für Stellen-Neubesetzungen weiter

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