Zitat von Unterwegs2023:Wenn Du das denkst, dann hast Du noch nie Teilzeit gearbeitet und Kind/er betreut. Oder ich frage mich dann, wie. Ich habe Teilzeit gearbeitet und hatte immer ein, zwei lange Tage, wo ich wusste, die Kinder werden vom Vater abgeholt und ich muss mir keine Gedanken machen. Beste Arbeitstage überhaupt.
Leider falsch. Ich arbeite jetzt in Teilzeit (mehr als ich gerne würde, das hat finanzielle Gründe) und habe es auch zeitweise, wenn auch selten, währen der Ehe getan, nämlich dann, wenn Frau aus beruflichen Gründen vorübergehend Vollzeit arbeiten musste.
Auch bei der Teilzeit lief es so, dass die Kinder fast immer durch uns betreut waren. Wenn Frau arbeiten ging, hatte ich frei und umgekehrt.
Es ist also nicht so, als würde hier ein Blinder von den Farben reden.
Und es war definitiv eine bewusste Entscheidung der Frau, sie wollte Teilzeit, auch für sich, auch weil sie diese Rolle toll fand (Mutter). Ich finde, das kann man wertfrei so hinnehmen, manche wollen, manche wollen es nicht, die die es wollen haben sehr wohl einen Vorteil davon.
Denn, so wie es das von Dir auch genannte Bild des dem heimischen Pool zustrebenden Teilzeitbeschäftigten gibt, so wäre der Gegenpart das Bild des faulen Vaters, der die Kinder der Frau überlässt und sich auf der Arbeit erholt.
Arbeit ist Arbeit. Auch wenn man sie gern macht. Genau wie Kinder Arbeit machen, auch wenn sie es wert sind und man sie liebt.
Zitat von Unterwegs2023:Den Satz finde ich einen großen Teil des Problems, eher gesellschaftlich. Natürlich ist jemand, der Kollegen hängenlässt, wenn gerade viel los ist, in Teilzeit UND in Vollzeit ein mieser Kollege/Kollegin. Aber natürlich soll eine Teilzeitkraft (m/w) ihre Arbeitszeit pünktlich beenden, wenn alles normal läuft. Wenn die um 12 endet - warum ist das "die Flinte ins Korn werfen"?
Ich glaube, da hast Du mich missverstanden. Mein Punkt war, dass es Berufe gibt, wo Teilzeit nicht funktioniert. Deshalb habe ich ja den Soldaten hergenommen. Weil es ein teilzeitungeeigneter Beruf ist.
Bei allem anderen gebe ich Dir Recht: Auf der Arbeitsstelle muß jeder Rücksicht nehmen und ein gewisses Maß an Verständnis haben, damit das läuft. Und es braucht Vorgesetzte, die für Ausgleich sorgen. Dann funktioniert Teilzeit gut. Jedenfalls dort, wo ich war.
Zitat von Unterwegs2023:Ist egal. Klar ist Vollzeit/Teilzeit eine Entscheidung nicht nur wegen der Kinder. Meine nächste Frage im Kopf ist eigentlich, warum Du denn nicht Teilzeit gearbeitet hast, wenn das so toll ist. Aber da kommen wir echt nicht überein

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Habe ich teilweise, aber nicht lang, weil, siehe oben, meine Frau es anders wollte. Es ist nicht so, als wäre ich damit nicht einverstanden gewesen oder so, um Gottes Willen, aber ich habe mich da überhaupt nicht verweigert.
Jetzt tue ich es, wegen der Kinderorganisation so lange es bezahlbar ist.
Zitat von Unterwegs2023:Vielleicht geht's mir darum - um das Nachkarten .... was Du übrigens nicht bei den Finanzen machst, das finde ich auch extrem gut, dass Du das trennen kannst und fair bist. Obwohl Du verletzt bist. Aber im Gefühl irgendwie. Es wirkt, als ob es an Dir nagt und nagt und nicht aufhört. Glaube, das tut mir leid..
Das ist ein sehr freundlicher Satz von Dir, Danke.
Du hast aber wirklich einen falschen Eindruck. Ich karte nicht nach. Verletzt / enttäuscht bin ich ausschließlich auf persönlicher und emotionaler Ebene und das schon sehr.
Das Finanzielle ist geregelt und ich zweifle nichts davon an. Ich habe nur eine andere Meinung zu den sog. "ehebedingten Nachteilen" und dem ganzen Komplex Trennungsunterhalt (den ich übrigens gar nicht zahle, so vermessen war sie nicht).
Zitat von Jamirah:Ich hab eher den Einduck, dass Ihr Euch überzeugen wollt, weil Ihr Eure Beitrage schätzt. @ Komischer Vogel und @ unterwgs. Wie sicher hier sehr viele von uns Schreibenden. Mann kann es einfach so stehen lassen. Und hat doch viel Anregung bekommen. 😉
Ich schätze die Beiträge von @Unterwegs2023 sogar sehr und sicher nicht nur ihre.
Zitat von acre:@Jamirah Na, fällt die Streit ein bisschen schwer? 😉 Du kannst es aber auch als ein gutes Zeichen sehen, dass wir jetzt scheinbar an einem Punkt sind, wo das persönliche Leid so weit in den Hintergrund rückt, dass man auch wieder anders diskutieren kann.
Du wirst lachen, genau den Gedanken hatte ich gestern, wo ich in diesem Thread was geschrieben habe. Man schreibt über Steuerrecht und Unterhaltsrecht und Teilzeitmodelle, wo man anfangs noch das Ende der eigenen Existenz herannahen sah.
Ich bin sehr weit gekommen, viele hier sind sehr weit gekommen. Und das hat auch mit dem Forum hier zu tun. Ihr seid einfach gut.
