Zitat von acre: Ich finde übrigens, dass Freundschaft oder freundschaftliche Beziehung die vollkommen falsche Anforderung an die Beziehung zum Expartner ist.
Es ist wohl eher eine "schöne Vorstellung" die auf dem Umstand aufbaut das man sich ja mal geliebt hat.
Allerdings ist für mich halt ein freundlicher Umgang auch nicht das selbe wie ein freundschaftlicher und das ist noch lange keine Freundschaft.
Ich könnte mir vorstellen, wenn alle Baustellen...wie Vermögen, Scheidung, Unterhalt, Betreuung usw. verbindlich geklärt sind ist das auch wieder was anderes. Weil das alles Punkte sind die automatisch Konfliktpotential bieten weil es unterschiedliche Ansichten gibt.
Ich weiß auch manchmal nicht wie "frei" unsere Exen tatsächlich sind. Denn auch Wut und Hass sind ja irgendwie emotionale Verbindungen. Vielleicht bekommt man auch deswegen vorwiegend die unschönen Seiten präsentiert weil sie es brauchen um sich besser zu lösen. Vielleicht merkte der ein oder andere auch das die Trennung doch nicht alle Probleme so gelöst hat wie erhofft....aber das darf nicht sein....also wird weiter nach Fehlverhalten bei uns gesucht. Vielleicht auch um sich selbst das ganze ein wenig schönzureden.
Denn ich denke das die meisten mitbekommen werden welche Folgen ihre Entscheidung für andere hat. Kinder und auch den/die Ex (also uns)....dennoch muss man sich das ja irgendwie legitimieren.
Wer möchte denn bitte die Verantwortung dafür übernehmen....
„Aber nun ist der Krieg aus, nun will ich pennen, nun gebe ich Ihnen die Verantwortung zurück, Herr Oberst, ich will sie nicht mehr, ich gebe sie Ihnen zurück, Herr Oberst.“
Wir mussten uns ja auch irgendwie an die eigene Nase fassen....aber wir waren dazu auch mehr gezwungen und hatten meist mehr Zeit dafür. Zeit die unsere Exen mit Next vergoldet haben.
Zitat von acre: Meine Kinder haben die letzten zwei Umgänge bei ihm, mich regelmäßig angerufen, weil sie mich sooo vermissen und nach Hause wollen. Ich hatte sonst was für Kopfkino, was meine armen leidenden Trennungskinder bei ihrem Vater so durchmachen müssen. Gleichzeitig habe ich aber relativ entspannte glückliche Kinder nach den Umgängen zurückbekommen. Also hatte ich Rücksprache mit Ex und sie vermissen mich immer dann, wenn er was fordert, was sie nicht wollen.
Mich persönlich triggert es immer wenn die Maus mal (kommt nicht so oft vor) weint und zur Mama will. Weil es meine Angst nährt das ich die Maus ein Stück weit verliere....nicht emotional aber räumlich. (Umzug z.B.)
Aber ich denke nicht das es ihr bei ihrer Mutter schlecht geht....auch wenn ich denke das bei NF je nach Belastungslevel die Interessen von NF Vorrang haben. Da wird lieber erklärt statt zu schauen wie man es für die Kleine besser machen kann.
Zitat von acre: Du hast mal geschrieben, dass es ein auf Sicht fahren ist. Das ist es und nebenbei weiß man noch, dass man ganz viele blinde Flecken hat.
Ich denke inzwischen, das meiste im Leben ist nur fahren auf Sicht. Hier und da gibt es evtl. einen Leuchtturm zur Orientierung. Aber manchmal macht einem auch einfach einer ungefragt das Licht aus. Dann tappt man im dunkeln.
Was es mir manchmal schwer macht, ist wenn die Maus Befindlichkeiten äußert die ich nicht einordnen kann.
"Er (Next) ist gemein zu mir" , "Ich will das er wieder auszieht" (so habe ich überhaupt vom Einzug erfahren).
Weil ich dann ganz spontan in einer Situation bin wo sich die Maus mir anvertraut und ich garnicht weiß was sie eigentlich meint und ihr auch nicht helfen kann.
Erschwerend kommt hinzu das man auch immer damit rechnen muss, das sie wissen wie sie das beste für sich herausholen.
Zitat von Unterwegs2023: dass Eure Kinder eine neue Familienkonstellation als "Familie" erleben. Dass es für Eure Kinder weiterhin eine, vielleicht auch zwei, Familien gibt
hmm....es ist aber nicht schön wenn man immer wieder erklären muss wann sie wieder da ist. Warum sie nicht länger bleiben kann. Warum dies das und jenes nicht geht. Und es gibt ja nicht 2 Familien.
Es gibt Mama+Next und es gibt mich.