Zitat von acre:Es ist die Schönheit des Pragmatismus. Der spielt aber für dich überhaupt keine Rolle mehr.
Das ist toll, vielen Dank. Die "Schönheit des Pragmatismus", die keine Rolle mehr spielt. So ist das.
Zitat von acre: Gefühl der Gleichgültigkeit noch ein bisschen in dir wachsen
Das Gefühl der Gleichgültigkeit ist da und stark. Das Gefühl von "emotional durcheinander" liegt vermutlich eher an der nicht geübten neuen Rolle. Was Du schriebst über "Chance für neue Rollen" - das hatten wir ja vor längerer Zeit mit Blick auf jüngere Kinder, die Familie neu erfahren können. Logisch eigentlich, dass das auch für die Erwachsenen gilt - wenn alles gut geht. Mein Ex ist mein Ex, wir haben nichts miteinander zu tun. Sprich: Ausflüge mit meinem Ex? Ausflüge habe ich mit meinem Mann gemacht - deswegen Theaterspiel-Gefühl und Verwirrung.
Die Gleichgültigkeit scheint auch unbeabsichtigt zu wachsen - wenn ich heute an mich vor einem Jahr denke, puh.
Zitat von Heffalump: Paartechnisch nicht - aber Elterntechnisch?
Nein, mit erwachsenen Kindern nicht. Organisatorisch/finanziell müssen wir nichts besprechen, das läuft. Natürlich würden wir uns informieren oder besprechen, wenn es einem Kind schlecht geht oder oder oder.
Ich vermittle ja meinen Kindern nicht, dass ich mit dem Vater nichts mehr machen kann. Würde z. B. ein Kind uns beide zu sich einladen, dann würden wir da beide problemlos auftauchen und vielleicht sogar nebeneinander sitzen, keine Ahnung. Aber dass wir (mein Ex oder ich) einfach so ein gemeinsames Essen oder sonstiges Familienevent planen würden? Nein, das fänden aber auch die Kinder seltsam, vermute ich.
Habe gerade mit K1 telefoniert und ab und an frage ich auch, wie er sich z. Zt. mit der aktuellen Situation fühlt, ob sich irgendetwas verändert hat. Er meinte: Nö, wenn er an seinem Studienort ist, hat er da sowieso nichts gemerkt von der Trennung. Höchstens, dass sein Vater sich jetzt etwas häufiger von sich aus meldet. Er würde vermuten, weil die Info-Weitergabe von mir (die tendenziell mehr Kontakt immer schon hatte) wegfällt.
Zitat von Balu85: Mit Kindern ist das was anderes
Stimme komplett zu, hatte ich in meinem Ursprungspost auch so beschrieben.
Zitat von Balu85: wäre ein gemeinsamer Ausflug für mich auch eher ein Liverollenspiel.
Das finde ich interessant, das ist ja genau mein Gefühl. Und es tut mir leid, dass - siehe oben, Chance auf neue Rollen - es eben auch mit jüngeren Kindern nicht immer klappt, auf eine neue, andere Art als Familie was zusammen zu machen. Wobei ich auch Familien kenne, die heute zusammen "mal einfach so" essen gehen. Das ging erst nach fünf bis sieben Jahren. Vielleicht kommt das ja noch, fände ich nicht verkehrt - wenn es eben nicht gespielt wäre.
Zitat von KomischerVogel: mit der Gestalt, mit der man es jetzt zu tun hat, einfach nicht übereinander bekommt.
Dem Satz stimme ich komplett zu. Hat bei mir etwas gedauert, bis ich gemerkt habe, wie ich meinen Ex idealisiert habe. Schwer zu ertragen oder körperliches Unwohlsein hab ich nicht, eher Langeweile derzeit. Schwer zu ertragen ist für mich eher, dass ich mir selbst so in die Tasche gelogen habe. Ansonsten ist sicher hilfreich, dass wir zumindest die organisatorische und finanzielle Trennung fair regeln konnten.