Zitat von thegirlnextdoor: "tja, bei mir geht es eben nicht anders, also komm du mir immer weiter entgegen."
Eben, das ist der Punkt. Ich habe mich jahrelang nach den Arbeitszeiten und den „Launen“ des AG meines NM gerichtet. Warum sollte ich es weiterhin tun, nachdem er ging, wegzog und sich mehr um fremde Kinder kümmerte als um unsere? Okay, ich tat es trotzdem, was hatte ich für eine Wahl? Wenn er sein WE absagte, dann war es so. Er holte es nicht etwa nach, sondern kam in dem Monat eben nur einmal, um die Kinder zu sehen. Urlaub - war schon schwierig, als wir noch eine Familie waren, er bekam während den Ferien nicht immer seinen Wunschurlaub genehmigt, als mit der Schule doppelt so viele Tage abgedeckt werden mussten, wurde es schwierig, er legte zumindest die Schichten so, dass er vormittags da war und ich ab Mittag übernehmen konnte, inklusive Minusstunden bei mir. Im Jahr der Trennung hat er vergessen die Schichten entsprechend einplanen zu lassen. Ich habe ihn das vorgeworfen, er war sauer, wir hatten einen Streit. Er war sich echt keiner Schuld bewusst, dass drei Ferienwochen für die Kinder zumindest mal am Vormittag keine Betreuung da war. Er hat’s vergessen, ist halt so. Das Problem hat sich von selbst reguliert, er ging mitten in den Ferien und ich war nicht arbeitsfähig.
Heute bin ich froh, dass die Kinder schon groß sind und die Hälfte der Ferien allein bleiben können. Denn er sieht überhaupt kein Problem darin sie nicht zur Hälfte zu betreuen. Geht nicht - basta.
Warum genau muss ich bei so einer Einstellung auf etwas Rücksicht nehmen? Ich nehme alles hin, da ich nicht vorhabe ihm die Kinder aufzuzwingen, aber wären sie noch kleiner, würde das gewaltig auf ihre Kosten gehen und mir beruflich weiterhin jede Flexibilität rauben. Und dann bekam ich gesagt, dass das Geld für seine Überstunden nur ihm gehören würde, denn ich hätte ja selbst welche machen können.
Das geht übrigens kaum, da ich während der Arbeitszeit regelmäßig verschiedene Termine wahrnehmen muss, bei zwei Kinder plus meine eigenen Termine, komme ich oft an die Grenze. Interessiert ihn das? Nein.
Und ja, während der Corona, als er zuhause saß, und ich wie gewohnt weiter arbeiten musste, kam nie, nicht mal die Frage, ob wir Hilfe bräuchten. Die Kinder mussten allein mit dem Homeschooling klarkommen und allem, was dazu gehörte. Er saß mit Next und ihren Kindern daheim. Auch später, als er keine Arbeit hatte, hatte er nicht mehr Zeit für die Kinder, denn er musste sich ja bewerben. Wo ist da bitte die Rücksicht oder das Verständnis dafür, was ich seit der Trennung alleine leiste? Ich sehe nichts, er richtet sich nur nach sich selbst.
Es hört sich jetzt sehr frustriert an und ja, es kommt ein bisschen hoch, wenn ich darüber schreibe, aber sind ja schon bald sechs Jahre und da ist das alles passiert und hat sich auch ein bisschen relativiert, da die Kinder älter werden. Ich bin ihm nicht wirklich böse, und er ist trotzdem ein guter Vater, zumindest nach seinem Verständnis. Oft helfen mir seine Eltern, weil sie in der Nähe wohnen, das ist der Beitrag, den er leistet - die Großeltern einspannen. Früher hat mir das alles viel mehr ausgemacht. Und es gibt heute noch Tage, wo ich verzweifle, weil ich mich nicht in zwei teilen kann, oder nach mehreren Terminen und etlichen Minusstunden mich frage, wie ich das packen soll. Aber bisher habe ich es geschafft. Ich hoffe das bleibt so.