Zitat von Balu85: Nachvollziehbar, wenn man schon an zig stellen nachgefragt hat und keiner einen Grund sieht mal ernsthaft auf Ursachenforschung zu gehen zweifelt man irgendwann auch mal an sich selbst.
Das stimmt leider.
Zitat von Balu85: Erschwerend kommt hinzu das je nach Zeit gefühlt wenigstens jedes 3. Kind angeblich lt. Aussage der Eltern entweder Hochbegabt ist oder ADHS hat....natürlich nicht getestet die wissen es einfach weil das bestimmte Verhaltensmuster erklärt.
Das stimmt leider auch.
🙈Ich muss mal die Cousine meines Mannes anrufen... da ist der Sohn (6) grade offiziell mit ADHS diagnostiziert worden. Sie war dafür auch in einigen Einrichtungen mit ihm. Ich wundere mich zwar ein wenig, da der Bub auf mich immer relativ normal wirkte... aber in den letzten zwei Jahren hatten wir nicht so viel Kontakt und soweit ich gehört habe ging es da wohl auch ganz schön rund ehe es zu der Fachdiagnose kam.
Ich selbst bin weder scharf auf Hochbegabung noch auf ADHS bei meinen Kindern, das Einzige was für mich relevant ist ist, dass sie glücklich und gesund sind.
Zitat von Balu85: Mit den Eltern möchte man sich aber auch nicht in eine Reihe stellen.
Das ist definitiv richtig.
Das Einzige worüber ich in dem Kontext froh bin ist, dass - trotz der Aussetzer - Sohnemann so nicht verhaltensauffällig ist.
Zitat von Balu85: Gibt bei meiner Kleinen in der Gruppe auch 2 Kinder die auch ihr immer mal wieder zu schaffen machen. Ein Junge, der musste schon öfter mal abgeholt werden oder durfte erstmal nicht kommen weil er anderen Kindern weh tut.
Oh je. Das ist schon sehr ungut. Da gab es bei uns bisher zum Glück noch nie Klagen.
Zitat von Balu85: Er wirkt sehr energiegeladen und stürmisch, aber irgendwie hab ich auch den Eindruck das er einfach nur mehr Aufmerksamkeit möchte. Und zwar die über "tu dies nicht" ,"mach das nicht"...hinaus.
Ich fürchte das ist auch häufig der Fall...
Zitat von Balu85: Bei manchen beobachtet man die Eltern und alle Fragen sind beantwortet.
Das ist tatsächlich so.
Leider tappte bei uns die Erziehungsberatung auch völlig im Dunkeln. Wir würden - soweit sie das beurteilen könnten - nix grob falsch machen.
Na ja, ich kann dazu nur sagen - mit Kind 1 gab es dieses Problem auch nicht. Und wir haben da nicht wirklich viel anders gemacht.
Aber man merkte halt von Anfang an, dass die zwei Kinder unterschiedlich sind.
Sie haben zum Glück schon auch vieles gemeinsam, aber ein paar Dinge ticken einfach unterschiedlich. Von Geburt an.
Insgesamt ist wahrscheinlich aber das "Problem" hier, dass beide super geraten sind und auf den ersten Blick eben keiner ein Problem sieht. Unser Sohn ist wirklich lieb, höflich, kann sich gut ausdrücken und auch gut benehmen!
Was da teilweise in solchen Momenten abgeht wenn er sich nicht unter Kontrolle hat, das glaubt keiner, der es nicht gesehen hat.
Ich hatte mir schon öfter vorgenommen es zu filmen und einem Kinderarzt zu zeigen... aber irgendwie ist das auch schwierig. In dem Moment wo das Kind austickt ist man im Schadensbegrenzungsmodus und kann und will ihm keine Kamera ins Gesicht halten.
Zitat von Balu85: Das Mädchen ist jetzt schon sehr manipulativ und überschreitet immer wieder Grenzen. Das macht meiner Gurke und ihrer besten Freundin es manchmal nicht leicht. Aber bei der weiß man auch, das sie mehr oder minder überall mal ist. Aber zuhause hat wohl keiner Zeit für sie
Das ist auch wirklich traurig.

Aber ja, gibt es leider... gar nicht so selten.
Unsere Tochter hat auch ein solches Exemplar in der Klasse, das auch schikanös gegenüber den Mitschülern ist. (Ist zum Glück aber kein Problem für sie.)
Zitat von Balu85: da ist so manches Verhalten auch einfach nur eine Phase.
Das stimmt. Das ist auch interessant, bei unserer Tochter waren ganz viele Dinge vergleichsweise kurze Phasen.
Bei unserem Sohn ist das mit dem Austicken leider etwas, das sich schon seit Anfang an durchzieht.
Er warf sich schon mit neun Monaten (aus dem Sitzen) auf den Boden und trommelte mit den Fäusten auf den Boden (damals war das eher angedeutet) und man durfte ihn in den Augenblicken nicht anfassen oder zu trösten versuchen.
Ich war damals völlig verstört weil es mit unserer Tochter so anders gewesen war. Ich konnte dieses Verhalten nicht zuordnen.
Hm. Mal schauen. Aber ja, ich möchte es nicht auf sich beruhen lassen. Je mehr wir uns hier austauschen umso sicherer bin ich mir, dass ich dem doch noch weiter nachgehen muss.
Nicht weil ich ein Siegel dafür brauche. Und ganz bestimmt nicht um dann eine "Diagnose" zu haben, mit der ich mich brüsten kann.
Aber weil es mir einfach das Herz zerreißt, wenn ich den kleinen Kerl so mit sich kämpfen sehe. Da muss sich doch irgendetwas machen lassen. Das passt einfach gar nicht zu seinem sonstigen lieben und charmanten Charakter, und es zermürbt ihn und uns.
Auch wenn es inzwischen nicht mehr ganz so schlimm ist... es ist schlimm genug - eben dass er selbst so kämpft. Als versuche er in diesen Momenten verzweifelt sich zu regulieren, kann es aber nicht. Das ist auch als Eltern wirklich brutal hart, wenn trösten da nichts hilft!
Unsere Tochter kommt, egal um was es geht, in den Arm zum Trösten. Und wir finden dann für alles eine konstruktive Lösung.
Das hätte ich gerne mit meinen Sohn auch anstatt ihm dabei zusehen zu müssen wie er wütet, tobt und sich quält.
