Zitat von Unterwegs2023:Erwachsene Kinder sind halt auch Kinder. Und auch da muss man alles regeln. Ja, theoretisch gibt es weniger Präsenzkontakt mit erwachsenen Kindern. Aber den fände ich mit diesem Abstand von 1 1/3 Jahren auch ziemlich egal. Und auch wir mit erwachsenen Kindern hatten andere finanzielle Pläne, andere Vorsorgen, anderes organisiert, andere Wohnsituationen etc. etc. Ein gemeinsames Leben, das "für immer" gedacht war, ist beendet. Natürlich ist das eine ungeheure Unwucht - warum sollte sich das auf Paare mit schulpflichtigen Kindern beschränken?
Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Erwachsene Kinder, oder sagen wir lieber volljährige Kinder, bieten nur noch sehr wenig Anlass zu Diskussionen auf Elternebene.
Bei kleinen Kindern sieht das anders aus, bei ganz kleinen Kindern ist es noch schlimmer.
Bei mir spielte sich das etwa zwischen zehn und zwanzig Jahren ab (bei drei Kindern). Und da ist der Unterschied schon gewaltig.
Angefangen damit, dass man bei K1 und K2 als Mutter nicht mal eben so "nonchalant" sagen kann "Die kommen jetzt mit".
Mit dem Rest hast Du natürlich Recht. Die Auflösung einer langjährigen Ehe ist für beide Ehepartner (und, mit Blick auf das irgendwann eintretende Erbe, auch für die Kinder) verheerend.
Die Frage ist da nur: Wie verheerend? Wenn die Ehepartner vorher ihr Auskommen hatten, aber nicht soo viel Luft nach oben, ist nach der Trennung finanzielle Not angesagt. Bei Ehepaaren, wo vorher was mehr Luft nach oben war (dazu zählen wir, ohne reich zu sein), ist es nachher ok, wenn auch nicht mehr so entspannt.
Beide kommen klar, aber man hat schon richtig was finanziell vernichtet.
Also ja, nach langjährigen Ehen schädigt der Verlasser das Gemeinschaftsprojekt immer in ungeheurem Maße. Aber definitiv schlimmer ist es, je jünger die Kinder sind, da bin ich mir ganz sicher.
Zitat von Unterwegs2023:Aus meiner Perspektive - aber auch aus dem, was ich hier im Forum zuhauf gelesen habe, ist der Unterschied nicht, ob die/der Next es wert ist (spielt sicher manchmal eine Rolle, aber eben auf keinen Fall immer, dann nämlich nicht, wenn es eben keine Anstrengung ist). Der Unterschied ist, ob NM oder NF sich bereits in der Beziehung gelöst haben aus der Bindung und aus der Beziehung. Wenn das passiert ist und mein NM ist so ein Fall, dann bedeutet die Trennung keine Krise und keien große Anstrengung, also für ihn. Und es liegt in dem Fall nicht an der Next. Und es ist komplett unabhängig vom Alter der Kinder.
Sehe ich anders. Bei den Warmwechslern spielt der Preis praktisch IMMER eine Rolle. Denn sonst wären sie ja vorher gegangen, gerade wenn sie sich in der Beziehung schon gelöst hatten.
Wenn es Next nicht gegeben hätte, säße Ex noch hier und ich würde keine halbphilosophischen Abhandlungen in diesem Forum hier verfassen.

Es bedeutet im Falle einer Trennung wegen Next bei bestehender Ehe mit minderjährigen Kindern immer auch für die Verlasser Stress und Ärger, also Krise. Schon allein, weil der doofe Verlassene vielleicht nicht alles mitmacht, am Ende den eigenen Traum nicht so recht mitfinanzieren mag (so eine miese Nummer!), vielleicht die gemeinsamen Kinder das Ganze doof finden.
Nebenbei merkt man nach der Trennung, dass die Ehe vielleicht doch gewisse Bequemlichkeiten beinhaltete usw.
Was sicher entfällt ist der "Liebeskummer", um es mal in einem vergleichsweise harmlos klingenden Wort zusammenzufassen.
Bei @acre klingt es immer ein wenig so, als sei ihr Ex da so hineingestolpert, ohne sich vorher zu lösen. Das mag so sein. Ich kann mir das schlecht vorstellen, aber ich kann mir ohnehin bei weitem nicht alles vorstellen, was es gibt.
Ich konnte mir auch nicht vorstellen, das Ex mich verlässt.
Zitat von Unterwegs2023:Bei dem Zitat ging es darum, dass die Exen am liebsten beides hätten. Aber das ist doch immer der Auslöser einer Trennung? Also einer Trennung mit Next. Die Nochmänner und Nochfrauen wollen beides, sie gönnen sich beides - und irgendwann kippt es in Richtung Next oder es fliegt auf oder die Affäre wird beendet.
Der Klassiker geht so, stimmt.
Bei uns war es nicht so.
Es gab keine Affäre bzw. nur emotional über Messenger-Dienste. "Vollzug" fand erst nach Verkündung des Entschlusses zur Trennung statt.
Da bin ich mir ziemlich sicher und das muss ich ihr insofern fast zugute halten.
Vielleicht wäre es pfiffiger gewesen, erstmal ein halbes Jahr fremdzugehen. Dann hätte sie wohl gemerkt, dass das nichts ist.
Zitat von Unterwegs2023:Das war eigentlich ein Zitat von @KomischerVogel, hab's wohl aus dem falschen Beitrag zitiert. Was mir dazu einfällt: Ich kenne die Verletzung, die so etwas mit sich bringt - das gab es hier auch. Nicht nur Optik, sondern auch Verhalten. Mir hat es den Magen umgedreht, als ich nur mal den Tonfall meines NMes mitbekommen habe, als er mit der Next telefonierte. Und wie er Sport gemacht hat Emoji .... Klassiker. Klar hat mich verletzt, was für die Next alles möglich war.
Ach, da habe ich ein schönes Beispiel:
Ich hatte kurz vor der Trennung Geburtstag. Da bekomme ich ein kleines Kästchen von meiner Ex-Frau. Total süß mit Liebesschwüren und netten Worten. Ich habe mich da wirklich richtig drüber gefreut, bis ich gesehen habe, dass 70 Euro drin steckten.
Was denkt man sich bei sowas?
Hätte sie das Geld einfach weggelassen, wäre es perfekt gewesen.
Gut drei Monate später bricht dieselbe Frau zu einem Kurzurlaub mit Next (zeitlich zusammenfallend mit dessen Geburtstag) auf. In unserem ehelichen Schlafzimmer sehe ich sie, wie sie einen großen Karton mit ganz ganz vielen kleinen Geschenkpäckchen "abtransportiert".
Fühlt sich richtig gut an.
Zitat von Unterwegs2023:Aber ich denke heute auch: Mein NM und ich, wir haben uns gar nicht mehr füreinander in Schale geworfen. Ich fühlte mich nicht mehr unwiderstehlich, aber wir haben uns lange Zeit gegenseitig unwiderstehlich gefunden. Wir haben uns früher umeinander bemüht. Es ist bitter, wenn die Energie dafür dann für die/den Next da ist. Aber per se .... nichts Negatives. Immer wieder das, was Esther Perel so schön gesagt hat: Dass Menschen in langjährigen Beziehungen oft denken, die Beziehung ist einfach da und bleibt da, sie lebt quasi aus sich allein heraus - "like a cactus" - braucht kein Wasser, keine Pflege. Und sich schön machen, nicht aus einem Schönheitsdiktat raus, aber weil man es will, das hätten wir in der Beziehung vielleicht öfter machen sollen ...
Ich weiß, was Du meinst, und vieles davon stimmt ganz sicher.
Ich habe es nicht so empfunden. Im Gegenteil. Selbst im Jogginganzug war sie meine Göttin. Es waren ohnehin hauptsächlich die Augen.
Aber umgekehrt? Wer weiß? Ich habe erst nach der Trennung den Bauch "abgegeben".
Vielleicht war ich der Kaktus und sie die Orchidee?