Zitat von Lesender:Ich habe mich hier letzte Woche mal zum Mitlesen durchgerungen und ich muss sagen mir fällt immer wieder auf, dass die Affärenmänner, die sich für Ihre Familien entscheiden, als die betrügerischen, selbstsüchtigen Drecksäcke hingestellt werden.
Die mag es geben- ja!
Aber ich kann retrospektiv zu meiner Affäre sagen, ich war noch nie so verliebt wie in meine Affäre. Was habe ich diese Frau geliebt. Ich hätte sie jeden Tag vor lauter Liebe einfach "aufessen wollen".
Ich bin reiferen Lebensalters und ich habe einige Partnerinnen gehabt. Auch meine Frau, die zum damaligen Zeitpunkt vor 25 Jahren meine große Liebe war.
Als ich meine Affären Frau kennenlernte gab es noch eine Steigerung. Ich möchte jetzt nicht auf die Gründe eingehen, warum wir nicht zusammenkamen, aber Fakt ist ich liebe sie immer noch. Nichts lag mir mehr fern, als ihr weh tun zu wollen.
Natürlich war vieles dumm und verletztend und ich würde alles dafür tun es rückgängig machen zu können, denn letztendlich sind wir alle sehr verletzt worden.
Mir als Affärenmann tut es richtig weh, wenn ich diese abfälligen Bemerkungen und Pauschalisierungen von den betrogenen lese.
Ich möchte Sie auch vergessen und zu meinem Leben davor zurückkehren, aber es gelingt nicht. Und ich würde mich immer noch darüber wahnsinnig freuen, wenn meine Affärenfrau nach so vielen Jahren und nachdem sie darüber hinweg zu sein scheint, ein paar versöhnliche abschliessende Worter finden könnte. Insofern geht es mir wie "blueyellowsky". Was mich nicht abschliessen lässt ist dieses Ende ohne Worte. Wir waren zwei Menschen, die sich so geliebt haben. Wir wollten beide nur uns. Wir wussten beide, dass es nicht gehen wird. Warum kann man da nicht versöhnliche Worte finden?
Ich möchte nicht in der Opferrolle gesehen werden, denn natürlich hat meine Frau ebenso ihre Last damit zu tragen.
Aber ich möchte den Affärenfrauen, die keinen Hass verspüren nur sagen, dass es auch wirklich die große Liebe gewesen sein kann. Es gibt viele Männer, die nicht den S. suchen, sondern einfach nur Hals über Kopf verliebt waren und Euch immer noch lieben und jetzt vermutlich den Rest Ihres Lebens leiden. Andererseits aber auch wissen, dass ihre und eure beiderseitige Entscheidung es zu beenden richtig war.
Ich würde niemanden als "betrügerischen, selbstsüchtigen Drecksack" bezeichnen, in dessen Schuhen ich nicht mindestens drei Meilen gegangen bin. Und da das nie der Fall sein wird...
Aber zu deinen Fragen: Warum deine Af keine versöhnlichen, abschließenden Worte findet? Ich weiß es nicht. Aber hast du dir einmal überlegt, dass sie dich so sehen musste und muss, wie du es oben beschreibst, um sich überhaupt von dir lösen zu können? Hast du dir mal überlegt, dass ihr das ganze möglicherweise noch auf ganz andere Weise zugesetzt hat, als du dir vorstellen kannst. Ganz anders als dir zugesetzt hat? Ich war in dieser Position. Wenn du willst, erzähle ich dir gern etwas aus dieser Perspektive. Auch wenn ich natürlich nicht DEINE Af bin, kann es dir vielleicht doch manches verständlich machen. Ich kann nur sagen: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so gelitten wie unter dieser Geschichte und ihren Auswirkungen.
Und deine Frau? Was meinst du, wie es ihr gehen würde, wenn sie dies hier liest und sieht, dass die AF deine ganz große Liebe war? Eine Steigerung deiner Liebe, die du mal zu deiner Frau empfunden hast? Dass du dich nach der anderen sehnst? Immer noch.
Du sagst indirekt, dass du jetzt den Rest deines Lebens leidest und das glaube ich dir. Leider schreibst du auch, dass du nicht auf die Gründe eingehen willst, warum du dich nicht für deine AF entschieden hast. Schade. Sehr schade. Gerade das hätte mich sehr interessiert.
Warum leidet man lieber sein ganzes Leben? Das ist keine Ironie. Ich frage mich das wirklich. Ich würde die Gründe gerne hören und versuchen zu verstehen. Mir würde das vielleicht helfen.
Du möchtest vergessen und zu deinem vorherigen Leben zurückkehren. Aber es gelingt nicht. So schreibst du.
Dann ist dir aber klar, dass diese Geschichte drei Menschen verletzt hat? Dich, deine Frau und deine AF?
Und dir ist klar, dass du das maßgeblich in der Hand hattest? Mehr als deine Frau, die es vermutlich zunächst nicht wusste? Mehr als deine AF, die vermutlich lange auf eine solche Entscheidung gewartet hat, weil sie dich ja liebte und dachte, dass du sie auch liebst?
Dein Titel heißt "Nicht alle Affärenmänner sind schlecht". Dir ist aber schon klar, dass der beste Mann der ist, der keine Affäre eingeht? Oder zumindest sehr schnell klar Position bezieht. Für wen auch immer. Weil so am wenigsten Porzellan zerschlagen wird. Und zwar bei allen Beteiligten.
Es liegt mir fern, den ersten Stein auf dich zu werfen. Ich ziehe mir den Schuh, nicht schnell genug Position bezogen zu haben, durchaus auch selbst an. Ich habe es nicht gekonnt und mir damit zu lange Zeit selbst wehgetan. Sehr weh. Meine Gründe kenne ich.
Deine würden mich interessieren.