Zitat von thegirlnextdoor: es gibt Menschen, die 20 Beziehungen hatten und anschließend sagen, eine davon wäre ganz besonders gewesen. Und das muss weder die erste noch die letzte Beziehung gewesen sein
Ich meinte es so, dass es meiner Ansicht nach nicht den EINEN Menschen gibt, den man wahrhaft oder tief lieben kann, die eine "große Liebe". Wenn das jemand so empfindet, kann das natürlich auch der 3. Oder 8. oder 15. Partner gewesen sein. Ich stelle aber das ganze Konzept in Frage und sage, den "Einen" gibt es nicht. Wenn das so wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit doch viel zu gering, diesem Menschen jemals im Leben überhaupt zu begegnen, weil der doch überall auf dem Globus sein könnte.
Das habe ich schon als Jugendliche nicht verstanden und mich immer gefragt "Ja und was mache ich, wenn mein 'Einer' in Australien lebt und ich ihn nie treffe?"
Die Frage im Titel des Threads lautet aber so, ob man mehrmals tief lieben kann. Und wenn es nicht den oder die "Eine/n" gibt, muss die Antwort entsprechend "ja" lauten.
Zitat von thegirlnextdoor: so simpel wie: "die nächste Beziehung wird immer noch besser" ist das nicht.
Wenn man aus der vorigen Beziehung was lernt und das bei der Partnerwahl berücksichtigt: doch. Zumindest diesen einen, ungünstigsten Fehler, den man in einer Beziehung gemacht hat, wird man wohl nicht in der nächsten wiederholen, und sich auch nicht wieder einen Partner aussuchen, der genau die Eigenschaften besitzt, die schon mit dem davor nicht kompatibel zu den eigenen waren.
Zitat von Mael28: Ich selbst habe diese tiefe Liebe noch in keiner Beziehung so gefühlt wie hier beschrieben
Also für mich sind die beiden Menschen, die ich am "tiefsten" geliebt habe bisher, meine Tochter und mein Vater. Aber dieses Gefühl fühlt sich nicht schön an, daran ist nichts rosarotes oder gemütliches. Es beinhaltet einfach die unumstößliche Tatsache, dass da jemand anders im Fall des Falles wichtiger ist als ich. Und das sollte doch eigentlich der Motor der Liebe sein: das Bestreben, dass es dem anderen, den man liebt, gut geht, im Zweifel vorrangig vor einem selber. Diese Liebe hat mich meinen Vater loslassen lassen, als er sterben wollte, und diese Liebe würde mich dazu bringen, mir für meine Tochter ohne Narkose ein Bein abzuhacken, wenn es notwendig wäre. Finde ich jetzt beides nicht so erstrebenswert, das ist, wie gesagt, kein schönes Gefühl. Aber definitiv ein sehr tiefes.
Die schönste Liebe empfinde ich meinem aktuellen Partner gegenüber. Die stabilste hatte ich mit meinem Ehemann. Die sicherste zu meiner Mutter (bevor sie krank wurde). Die aufregendste gab es im Rahmen einer Affäre. Und so weiter. Aber welche davon die "intensivste" ist oder war, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
Daher meine ich ja, es gibt da keine Rangfolge, wer den 1. 2. 3. Platz belegt. Weil es jedesmal anders ist.