409

Partner mit Bindungsangst

Arev87
Zitat von Sincerite:
Sein Verhalten gegenüber seiner Mutter nehme ich ihm immer noch übel. Unempathisch , abwertend und respektlos. Respektlosigkeit soll etwas mit ...

Ja das Verhalten seiner Mutter gegenüber hat mich auch echt schokiert. Die Mutter ist auch so eine ganz liebe aber sehr unsichere Person die versucht es allen recht zu machen. Wenn ich keinen Druck gemacht hätte, hätte er nicht mal dran gedacht seiner Mutter ein Geschenk mitzubringen. Die war dann total überrascht und gerührt dass ihr Sohn ihr ein Geschenk zum Geburtstag mitbringt 🙈.
Zumindest hat er aber meine Kritik die ich dann auf dem Rückweg im Auto geäußert habe angenommen. Seine Begründung war allerdings ein bisschen lepsch. "Wenn wir uns in der Familie treffen ist es immer eine komische Dynamik" meinte er.
Seine Schwester hat sich aber genauso eklig verhalten. Die fing dann an rumzunölen dass der Hauptgang noch nicht fertig war nach 30 Minuten. Dafür stand die Vorspeise auf dem Tisch (die außer mir aus unerfindlichen Gründen aber keiner angerührt hat).

Es war eine offene Küche da hätte man ja einfach schon mal anfangen können zu snacken und sich ein bisschen auszutauschen. Die Mutter hat mir richtig leid getan. So zwei undankbare Kackbratzen 😜

x 2 #136


M
Zitat von Sincerite:
Sein Verhalten gegenüber seiner Mutter nehme ich ihm immer noch übel. Unempathisch , abwertend und respektlos. Respektlosigkeit soll etwas mit Macht zu tun haben, habe ich neu gelernt. Passt auf jeden Fall bei meinem EF.

Viele erwachsene Männer haben ein ungelöstes Thema mit ihrer Mutter was sie mit in die Beziehung bringen. Daher würde ich sehr gut drauf achten wenn Du wieder jemand kennenlernst wie er über und mit seiner Mutter spricht. Locker, autonom und freundlich? Oder schwankend zwischen Idealisierung und Abwertung?
Leider haben in unserer Generation (bin Anfang 40) die Väter wenig bis garnicht emotional bei der Erziehung oder sonst mitgemischt. So dass ein ungutes emotionales Monopol bei den Müttern lag die zudem oft noch Hausfrauen waren und das Söhnchen zum Nabel ihrer Welt erklärt haben mangels anderer Lebensziele.
Ist zum Glück heute anders!
Aber was geblieben ist von der Zeit sind mehrere Generationen Männer die einerseits dazu neigen, Frauen als selbstverständlich verfügbar in allen Belangen zu beanspruchen (wie ihre Mami eben), sie aber gleichzeitig wegstossen müssen, weil sie Angst haben wie damals als Kind emotional vereinnahmt zu werden.
Daher finde ich so toll dass zunehmend Väter auch Bezugspersonen werden heute!
Frauenhass und so merkwürdig ambivalentes Bindungsverhalten hat mM nämlich viel mit diesen Familienkonstrukten in der Vergangenheit zu tun.
Die besten Erfahrungen hatte und habe ich mit Männern deren Mütter gearbeitet haben und die einen präsenten Vater hatten. Die schätzen eher was eine Frau für sie tut und müssen sich auch nicht zwanghaft aus Angst vor Vereinnahmung abgrenzen, weil das einfach kein Thema ist.

x 2 #137


A


Partner mit Bindungsangst

x 3


M
Zitat von Arev87:
Ja das Verhalten seiner Mutter gegenüber hat mich auch echt schokiert. Die Mutter ist auch so eine ganz liebe aber sehr unsichere Person die versucht es allen recht zu machen. Wenn ich keinen Druck gemacht hätte, hätte er nicht mal dran gedacht seiner Mutter ein Geschenk mitzubringen. Die war dann total überrascht ...

Klingt nach einem unangenehmen Menschen mit Mutterkomplex. Goldkind?
Nie Grenzen bekommen?
Als Mutter oder auch Partnerin hätte ich die beiden rausgeschmissen wer sich so bei mir benimmt.
Aber da siehste mal: er ist jahrzehnte damit durchgekommen und wurde durch die "liebe Frau" noch
dafür belohnt. Klar versteht er die Welt nicht wenn Du ihm Grenzen setzt 😂
Sehr schade. GENAU darauf bezog sich mein letzter Post bevor ich das jetzt gelesen habe.

#138


S
@merretich
Das, was ich meinte, war ein Teil der Geschichte der Themenstarterin.
Mein EF hatte meiner Meinung nach vuln. N-Anteile. Seine Mutter besuchte er einmal die Woche i1/2 Stunde m Altenheim und hat auch telefonische Wünsche von ihr erfüllt. Er war immer sehr liebevoll mit ihr. Ich selbst bin wegen Lieblosigkeit in der Beziehung eingegangen.

#139


L
@Arev87 Das Anpassen, das du beschreibst, passiert nicht in einem Moment. Es sind viele kleine Entscheidungen: diesmal sage ich's halt anders, das erwähne ich jetzt besser nicht. Irgendwann weiß man selbst nicht mehr, was eigentlich das Original war. Hast du in der Zeit noch gespürt, wer du bist - wenn du nicht gerade aufgepasst hast?

x 2 #140


M
Zitat von Sincerite:
@merretich Das, was ich meinte, war ein Teil der Geschichte der Themenstarterin. Mein EF hatte meiner Meinung nach vuln. N-Anteile. Seine Mutter besuchte er einmal die Woche i1/2 Stunde m Altenheim und hat auch telefonische Wünsche von ihr erfüllt. Er war immer sehr liebevoll mit ihr. Ich selbst bin wegen ...

Ich weiss. Allerdings die Szene die die TE beschreibt...gruselig.
Alleine schon die Tatsache dass das Geburtstagskind-seine Mutter- alleine in der Küche steht während der Rest der Familie am Tisch sitzt und über das servierte Essen meckert.
Mann oh mann. Diese Frau ist als freundliche Dienerin ganz offensichtlich in der Familienhierarchie GANZ UNTEN.
Und ebenso offensichtlich hat sie dem Söhnchen nie Grenzen gesetzt.
Angemessen wäre hier ein Rausschmiss oder wenigstens die Aufforderung zu Mithilfe gewesen!
Man fragt sich ja öfter als mal warum manch längst erwachsener Mensch nicht in der Lage ist, halbwegs respektvoll und wertschätzend und bindungssicher zu agieren.
Hier haben wir einen Mann der als Erwachsener sich noch bekochen lässt vom Geburtstagskind (statt sie einzuladen?!), es nicht für nötig hält zu helfen (?!)und sich wie ein verwöhnter Gast im Restaurant noch bei der Familiensklavin übers Essen beschwert (?!?!?!).
Und dann wundert man sich dass daraus ein Mensch wird, der erwartet noch belohnt zu werden wenn er die Partnerin wie Dreck behandelt und jede Grenze oder Eigenständigkeit ihrerseits als Angriff nimmt...hier brauchts auch nicht immer eine NPS Diagnose...da ist jemand einfach mit komplett pervertierten menschlichen Maßstäben aufgewachsen was das Frauenbild angeht. Eine Mischung aus Anspruchsdenken, Herr-Untertänin Kult, emotionaler Abwehr und Verachtung.

x 3 #141


PapaEmeritus
Oft haben Menschen, die so sind, mindestens 1 Menschen in der Familie, der ähnlich tickt. Oft denkt man dann, die haben sich das von den Eltern abgeschaut, ich denke eher, das ist vererbt 😉
Man braucht auch keine Diagnose, wir sind schließlich eh keine Ärzte, in Beziehungen geht man immer nur nach dem beobachtbaren Verhalten. Aber wenn ein bestimmtes Verhaltensmuster immer wieder auftritt, dann braucht man auch keine Diagnose, dann muss man sich schützen.

#142


S
Ich wollte nur sagen, dass ich anhand des Verhaltens meines EF gegenüber seiner Mutter nicht hätte ableiten können, wie er sich mir gegenüber verhalten wird.

#143


Arev87
Zitat von merretich:
Viele erwachsene Männer haben ein ungelöstes Thema mit ihrer Mutter was sie mit in die Beziehung bringen. Daher würde ich sehr gut drauf achten wenn Du wieder jemand kennenlernst wie er über und mit seiner Mutter spricht. Locker, autonom und freundlich? Oder schwankend zwischen Idealisierung und Abwertung?

Er hatte tatsächlich eine schwierige Kindheit. Der Vater hat die Familie für eine andere Frau verlassen und sich dann wenig bis kaum interessiert.
Die Mutter hat daraufhin Depressionen bekommen und sich eigentlich selbst aufgegeben. Sie hat ihm oft Schuldgefühle eingeredet indem sie sagte, er wäre genauso wie sein Vater.
Nach Besuchen beim Vater hat sie ihm vorgeworfen dass er Dinge erzählt hätte die er nicht hätte erzählen dürfen und angedroht dass jetzt das Jugendamt käme und ihr die Kinder wegnehmen würde.
Außerdem hatte die Mutter nie ne Ausbildung gemacht, es war nie genug Geld da und sie haben wirklich echte Armut erlebt.
Mobbingerfahrungen im sozialen Umfeld auch noch und dabei natürlich keine familiäre Unterstützung weil....abwesender Vater und emotional nicht verfügbare Mutter.
All in all ne ziemlich katastrophale Kindheit. Verständlich dass man da nicht unbeschadet rauskommt 🫤.

Ich kann's ihm nicht verüben dass er so ist wie er ist. Aber ein geeigneter Beziehungspartner ist er natürlich trotzdem nicht. Vielleicht wird er es irgendwann mal mit ganz viel Therapie und Arbeit an sich selbst

x 1 #144


M
Zitat von Arev87:
Er hatte tatsächlich eine schwierige Kindheit. Der Vater hat die Familie für eine andere Frau verlassen und sich dann wenig bis kaum interessiert. Die Mutter hat daraufhin Depressionen bekommen und sich eigentlich selbst aufgegeben. Sie hat ihm oft Schuldgefühle eingeredet indem sie sagte, er wäre genauso wie sein ...

Ich denke das Resümee am Ende ist am wichtigsten: kein geeigneter Beziehungspartner, Kindheit hin oder her.
Und es gibt auch menschen aus deutlich schlimmeren Familien kommen und sich trotzdem entscheiden fair und wertschätzend zu sein. vieles ist auch einfach Charaktersache.
Ich wollte einfach darauf hinweisen dass wenn er seine Mutter bereits wie ein Stück Dreck behandelt Deinen Schilderungen zufolge, und sie keine Grenze setzt, er gewohnt sein könnte das als normal zu empfinden
dass das unwidersprochen bleibt. Ich sag ja manche Menschen kommen besser mit Scheinharmonie, Manipulation und emotionaler Erpressung zurecht als mit klaren Grenzen und Feedback. Aber dann darf man sie auch auf dieser Ebene lassen und weiterziehen finde ich.

x 1 #145


Arev87
Zitat von merretich:
Ich denke das Resümee am Ende ist am wichtigsten: kein geeigneter Beziehungspartner, Kindheit hin oder her. Und es gibt auch menschen aus deutlich ...

Ja klar gibt's das. Manche Menschen haben ne sehr hohe Resilienz und stecken sowas besser weg als Andere die unter ähnlichen Bedingungen aufgewachsen sind. Aber Leid lässt sich nicht gegeneinander aufwiegen.
Ich merke gerade....ich hab immernoch ziemlich viel Verständnis. Berufskrankheit als Sozi vermutlich 😜.
Er war aber auch nicht durchgängig so ein Ar. zu seiner Mutti. Auf der anderen Seite haben die auch sehr oft telefoniert und zusammen regelmäßig gezockt (also jeder bei sich daheim aber das gleiche Spiel). Aber ja....es gab häufig Konflikte innerhalb der Familie auch wegen objektiv gesehen Kleinigkeiten. Die waren alle auf ihre Art ein bisschen kompliziert.
Da müsste ich dann auch regelmäßig die Hobbypsychologin spielen 😅.
Anstrengend! Das mach ich ja schon von 7:30 bis 16 Uhr aber wenigstens gegen Bezahlung.

#146


M
Zitat von Arev87:
Ja klar gibt's das. Manche Menschen haben ne sehr hohe Resilienz und stecken sowas besser weg als Andere die unter ähnlichen Bedingungen aufgewachsen sind. Aber Leid lässt sich nicht gegeneinander aufwiegen. Ich merke gerade....ich hab immernoch ziemlich viel Verständnis. Berufskrankheit als Sozi vermutlich ...

Ja Leute aus sozialen Berufen mit ihrer Empathie sind sehr anfällig für sowas.
Ich habe mir komplett abgewöhnt Leuten ihre Vergangenheit als Entschuldigung proaktiv hinterherzuwerfen wenn sie mich schlecht behandeln.
Letztlich ist es ein selbst gaslighting, nichts anderes und ein Versuch die Kontrolle zu behalten weil einem ein ungesunder Charakter gegenübersteht.
Man kann alles verstehen. Aber man muss nur das mitmachen was auch gesund ist.

#147


PapaEmeritus
Zitat von merretich:
vieles ist auch einfach Charaktersache


Darf man ja aber heute nicht mehr sagen. Ist ja alles Kindheit und Trauma. Kein Mensch ist mehr verantwortlich für sein Verhalten. Und die Psychoanalyse, die hinter jedem noch so beschissenen Verhalten irgendeine innere Wunde vermutet, tut ihr übriges dazu. Wenn man lange genug gräbt, findet man bei jedem was. Und es ist mMn auch abwertend denjenigen gegenüber, die sich trotz schlimmer Erlebnisse dazu „entschieden“ haben, fair mit anderen umzugehen.

x 2 #148


Arev87
Zitat von merretich:
Letztlich ist es ein selbst gaslighting, nichts anderes und ein Versuch die Kontrolle zu behalten weil einem ein ungesunder Charakter gegenübersteht.
Man kann alles verstehen. Aber man muss nur das mitmachen was auch gesund ist.

Darum hab ich mich ja auch getrennt 🫤.
Aber ja.... manchmal glaube ich wirklich dass ich zu tolerant bin was sowas betrifft bzw dass ich mich weiter auf Menschen einlasse wo andere schon längst die Reißleine ziehen würden.

Und als wir uns kennengelernt haben hat er schon sehr offen über schwierige Kindheit und das alles gesprochen und da war mir eigentlich schon klar dass er ein ziemliches Päckchen zu tragen hat.
Aber auf der anderen Seite mag ich auch tiefgründige Menschen, und mag auch Menschen die schon schwierige Phasen im Leben gemeistert haben und denen nicht immer nur die Sonne aus dem Ar. geschienen hat. Ich hatte nämlich auch keine schöne Kindheit und ich habe auch schon Therapien gemacht. Wenn man über sowas sprechen kann dann schafft das natürlich irgendwie eine gewisse emotionale Nähe. Und das ist mein Trigger 🙈.
Menschen mit denen ich keinen deep Talk machen kann, langweilen mich ziemlich schnell. Ich brauche diese emotionale Tiefe um mich von jemandem angezogen zu fühlen. Könnte schwierig werden mit der nächsten gesunden Beziehung 😂

#149


PapaEmeritus
Zitat von Arev87:
manchmal glaube ich wirklich dass ich zu tolerant bin was sowas betrifft bzw dass ich mich weiter auf Menschen einlasse wo andere schon längst die Reißleine ziehen würden.


Ich kann dich da etwas beruhigen, selbst wenn man eher die Reißleine zieht, ist der Schaden trotzdem groß, weil da oft bestimmte Grundannahmen erschüttert werden. Und ob die ein Mal oder 10 mal erschüttert werden, ist nicht so ausschlaggebend. Wichtig ist, dass man irgendwann aus dem Karussell aussteigt. Und das hast du ja anscheinend geschafft.

x 1 #150


A


x 4