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ich würde mich gerne mit Menschen austauschen, die Erfahrungen mit Partnern haben, die unter Bindungsangst oder starken Bindungsunsicherheiten leiden. Meine letzte Beziehung dauerte etwa anderthalb Jahre. Mein Ex-Partner und ich haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Wir hatten ähnliche Werte, Interessen, Hobbys und einen sehr ähnlichen Humor. Er war sehr liebevoll, hat viel Nähe gesucht, mich früh in seinen Freundes- und Familienkreis integriert und mir oft gesagt, wie wichtig ich ihm bin. Gleichzeitig hat er aber von Anfang an offen erzählt, dass er Probleme mit Bindung und Beziehungen hat. Er konnte mir selbst nach über einem Jahr Beziehung nicht sagen, dass er sich mit uns sicher fühlt – nicht einmal im Hier und Jetzt. Sein Idealbild von Liebe war eher: immer zusammen sein wollen, nie streiten, keine Konflikte haben. Für mich gehört zu einer gesunden Beziehung dagegen auch dazu, Unterschiede auszuhalten und Konflikte konstruktiv zu lösen. Was mich auf Dauer sehr belastet hat, war seine extreme Empfindlichkeit. Normale Meinungsverschiedenheiten oder harmlose Bemerkungen wurden manchmal als persönlicher Angriff erlebt. Ich hatte oft das Gefühl, aufpassen zu müssen, wie ich etwas formuliere, weil selbst gut gemeinte Hinweise oder sachliche Diskussionen eskalieren konnten. Gleichzeitig war da ein Widerspruch: Er suchte sehr viel Nähe und Bestätigung, konnte sie aber emotional kaum annehmen. Er sagte selbst, dass er selbst bei seiner Therapeutin oder bei mir oft das Gefühl habe, Mitgefühl sei nicht wirklich echt. Egal wie viel Verständnis, Geduld oder Unterstützung ich gegeben habe, es schien nie wirklich bei ihm anzukommen. Dazu kam, dass er in vielen Lebensbereichen sehr instabil wirkte. Er hatte Schwierigkeiten mit Alltagsorganisation, Finanzen und langfristiger Lebensplanung. Ständig gab es neue große Zukunftsideen, während die grundlegenden Dinge oft nicht funktionierten. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass ich die stabile Person in der Beziehung bin, die vieles mitträgt. Getrennt haben wir uns letztlich, weil er selbst sagte, dass er nicht wisse, ob er jemals an den Punkt kommt, sich sicher mit einer Beziehung zu fühlen. Er fand das mir gegenüber unfair. Ich habe die Trennung dann ausgesprochen, obwohl wir uns beide noch geliebt haben. Heute vermisse ich ihn manchmal noch, aber mit etwas Abstand wird mir auch klar, wie anstrengend diese Dynamik für mich war. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich mich auf den Kopf stellen könnte und es trotzdem nie reichen würde, weil das eigentliche Problem nicht zwischen uns lag, sondern in seinem Verhältnis zu Nähe und Bindung. Mich würde interessieren:
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit bindungsängstlichen Partnern gemacht?
Habt ihr erlebt, dass sich durch Therapie langfristig wirklich etwas verändert hat?
Wie seid ihr damit umgegangen, jemanden zu lieben, der Nähe wollte, ihr aber gleichzeitig nie ganz vertrauen konnte?
Ich freue mich über eure Erfahrungen.
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#1
M
Multiversum Mitglied
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Zitat von Arev87:
Ich habe die Trennung dann ausgesprochen, obwohl wir uns beide noch geliebt haben.
Das ist trauig. Denkst Du im Nachgang Du hast einen Fehler gemacht ?
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#2
A
Partner mit Bindungsangst
x 3
Arev87 Mitglied
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@Multiversum Nein, auf keinen Fall. Länger zu bleiben wäre selbstschädigend gewesen. Ich habe ihm über 1 1/2 Jahre lang gezeigt dass ich ihn genauso will wie er ist, mit allen Schwächen die er mir ja von Anfang an ganz offen gelegt hat. Wenn es jetzt immernoch nicht bei ihm Klick gemacht hat, bringt es auch nichts mehr. Das tut mir nicht gut
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#3
M
Multiversum Mitglied
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Zitat von Arev87:
Wenn es jetzt immernoch nicht bei ihm Klick gemacht hat, bringt es auch nichts mehr. Das tut mir nicht gut
Naja dann ist der Fall ja erledigt ! -Zumindest für Dich.
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x 1#4
Heffalump Mitglied
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Zitat von Arev87:
Das tut mir nicht gut
das macht sich wie bemerkbar?
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#5
Arev87 Mitglied
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Beziehungstechnisch ist der Fall für mich erledigt. Wir hatten im Trennungsgespräch eigentlich vereinbart dass wir Freunde bleiben wollen, weil wir einfach auch viele Gemeinsamkeiten haben und gemeinsame Hobbys hatten. Mal sehen ob das klappt 😬. Im Moment ist es auf jeden Fall noch zu früh dafür
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#6
Arev87 Mitglied
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Zitat von Heffalump:
das macht sich wie bemerkbar?
Jetzt sind wir ja getrennt. Es hat sich nicht gut angefühlt mit jemandem zusammen zu sein, mit dem man keine langfristigen Zukunftspläne machen kann, weil er sich nie zu 100% sicher mit der Beziehung ist. Jemand der wegen einer Diskussion über Ernährung so emotional eskaliert dass er eine Woche lang Zeit braucht bis man sich wieder aussprechen kann etc. Nur so als Beispiel
•
#7
Heffalump Mitglied
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Zitat von Arev87:
dass er eine Woche lang Zeit braucht bis man sich wieder aussprechen kann
Heftig
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#8
Plague Mitglied
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Zitat von Arev87:
Jemand der wegen einer Diskussion über Ernährung so emotional eskaliert dass er eine Woche lang Zeit braucht bis man sich wieder aussprechen kann
Hast du ihn kritisiert oder gekränkt bzw. es gewagt, ihm zu widersprechen? Wenn ich sowas höre bzw. lese, klingelt es schon auf einer Menge Leitungen. Das anscheinend überdurchschnittliche Autonomiebedürfnis ist dabei nur eine Zugabe.
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#9
Arev87 Mitglied
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@Plague Er hat mir erzählt er wolle in Zukunft am Wochenende wenn wir zusammen frühstücken mal die Brötchen weglassen weil er davon so zugenommen hätte. Ich habe daraufhin gefragt ob er nicht denkt dass es eher an seinem Zuckerkonsum liegt als an den Brötchen (er hatte nen extrem hohen Kakaoverschleiß 😉). Daraufhin wurde er echt sauer und meinte es wüsste ja wohl jedes Kind, dass Weizenmehl genauso dick machen würde wie Zucker. Dem habe ich dann widersprochen und so hat es sich immer weiter hochgeschaut bis ich nach Hause fahren musste, weil er sowas von emotional geworden ist und mich richtig feindselig behandelt hat und das Thema auch einfach nicht gut sein lassen konnte 🙈. Und die ganze Woche über fühlte er sich nicht in der Lage das mit mir am Telefon zu klären. Ich dachte schon das war jetzt wirklich mein persönlicher Rekord in lächerlichster Trennungsgrund ever 😅
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x 1#10
Plague Mitglied
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Zitat von Arev87:
Dem habe ich dann widersprochen und so hat es sich immer weiter hochgeschaut bis ich nach Hause fahren musste, weil er sowas von emotional geworden ist und mich richtig feindselig behandelt hat und das Thema auch einfach nicht gut sein lassen konnte
Wie ich schon vermutet habe. Das ist im Grunde weniger Beziehungsangst, sondern was Persönlichkeitsstrukturelles.
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x 1#11
Arev87 Mitglied
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@Plague Ja, ich denke auch dass bei ihm noch einiges dazu kommt. Er ist seit einer Zeit auch in Therapie und hat ne mittelschwere Depression diagnostiziert bekommen. Anfangs hatte er zusätzlich noch Zwangsgedanken die aber durch die Therapie schnell verschwunden sind. Das ist schon ein ganz schönes Päckchen
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#12
Plague Mitglied
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Zitat von Arev87:
Er ist seit einer Zeit auch in Therapie und hat ne mittelschwere Depression diagnostiziert bekommen.
Kommt vor, wenn Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur mal nicht die Aufmerksamkeit und Bewunderung kriegen, die sie glauben, Kraft ihrer Wassersuppe verdient zu haben.
@Plague Daran hatte ich noch gar nicht gedacht 🤔. Da könnte wirklich was dran sein. Wow....diese Therapeutin hat echt viel Arbeit vor sich 🙈
•
#14
Error Mitglied
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Ich glaube, dass sogenannte "Bindungsangst" nur ein Deckmäntelchen anderer beziehungstechnischer Defizite bedeutet. Du hast von seinem "Wunsch" nach einer unendlich heilen, rosaroten Beziehung geschrieben. Die gibt es halt nicht, niemals. Wer das ernsthaft denkt, ist nicht beziehungsfähig, nicht bindungsängstlich. Das ist ein Unterschied aus meiner Sicht.
Aber auch das ist ein Vorwand um seine eigentlichen Probleme mit sich selbst schönzureden.
Das Gute und Schöne einer Beziehung wollen solche Menschen gerne mitnehmen, aber wenn es darum geht, selber zu geben, stabil und ein verlässlicher Partner zu sein, hapert es dann.
Meine Diagnose: Niemals selber Verantwortung übernehmen können, es nie gelernt haben. Gleich vorwarnen, dass es kompliziert werden könnte - auch ein Abwälzen eigener Verantwortung.
Tut mir leid für Dich, aber es wäre besser für Dich, Du suchst Dir einen anderen Partner.