Arev87
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ich würde mich gerne mit Menschen austauschen, die Erfahrungen mit Partnern haben, die unter Bindungsangst oder starken Bindungsunsicherheiten leiden.
Meine letzte Beziehung dauerte etwa anderthalb Jahre. Mein Ex-Partner und ich haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Wir hatten ähnliche Werte, Interessen, Hobbys und einen sehr ähnlichen Humor. Er war sehr liebevoll, hat viel Nähe gesucht, mich früh in seinen Freundes- und Familienkreis integriert und mir oft gesagt, wie wichtig ich ihm bin.
Gleichzeitig hat er aber von Anfang an offen erzählt, dass er Probleme mit Bindung und Beziehungen hat. Er konnte mir selbst nach über einem Jahr Beziehung nicht sagen, dass er sich mit uns sicher fühlt – nicht einmal im Hier und Jetzt. Sein Idealbild von Liebe war eher: immer zusammen sein wollen, nie streiten, keine Konflikte haben. Für mich gehört zu einer gesunden Beziehung dagegen auch dazu, Unterschiede auszuhalten und Konflikte konstruktiv zu lösen.
Was mich auf Dauer sehr belastet hat, war seine extreme Empfindlichkeit. Normale Meinungsverschiedenheiten oder harmlose Bemerkungen wurden manchmal als persönlicher Angriff erlebt. Ich hatte oft das Gefühl, aufpassen zu müssen, wie ich etwas formuliere, weil selbst gut gemeinte Hinweise oder sachliche Diskussionen eskalieren konnten.
Gleichzeitig war da ein Widerspruch: Er suchte sehr viel Nähe und Bestätigung, konnte sie aber emotional kaum annehmen. Er sagte selbst, dass er selbst bei seiner Therapeutin oder bei mir oft das Gefühl habe, Mitgefühl sei nicht wirklich echt. Egal wie viel Verständnis, Geduld oder Unterstützung ich gegeben habe, es schien nie wirklich bei ihm anzukommen.
Dazu kam, dass er in vielen Lebensbereichen sehr instabil wirkte. Er hatte Schwierigkeiten mit Alltagsorganisation, Finanzen und langfristiger Lebensplanung. Ständig gab es neue große Zukunftsideen, während die grundlegenden Dinge oft nicht funktionierten. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass ich die stabile Person in der Beziehung bin, die vieles mitträgt.
Getrennt haben wir uns letztlich, weil er selbst sagte, dass er nicht wisse, ob er jemals an den Punkt kommt, sich sicher mit einer Beziehung zu fühlen. Er fand das mir gegenüber unfair. Ich habe die Trennung dann ausgesprochen, obwohl wir uns beide noch geliebt haben.
Heute vermisse ich ihn manchmal noch, aber mit etwas Abstand wird mir auch klar, wie anstrengend diese Dynamik für mich war. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich mich auf den Kopf stellen könnte und es trotzdem nie reichen würde, weil das eigentliche Problem nicht zwischen uns lag, sondern in seinem Verhältnis zu Nähe und Bindung.
Mich würde interessieren:
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit bindungsängstlichen Partnern gemacht?
Habt ihr erlebt, dass sich durch Therapie langfristig wirklich etwas verändert hat?
Wie seid ihr damit umgegangen, jemanden zu lieben, der Nähe wollte, ihr aber gleichzeitig nie ganz vertrauen konnte?
Ich freue mich über eure Erfahrungen.