Ich hatte mal eine Affäre mit einem Bindungsvermeider. Erst die wundervolle Übereinstimmung, der Glaube, jetzt endlich den passenden Deckel gefunden zu haben. Ich hätte ihm zuliebe alles hingeworfen - schon weil mich damals mein Leben seit geraumer Zeit anödete und ich keine Perspektive sah. Dass ich selbst meinen Teil zur Kompensation meiner Defizite tun muss, wusste ich damals nicht. Ich suchte unbewusst in der Außenwelt, zwar nicht aktiv, aber meine Antennen waren auf Empfang.
Nach den ersten 3 - 4 Monaten ging es dann los. Erst konnten wir uns nicht oft sehen, dann stellte sich eine Regelmäßigkeit ein und die ersten Äußerungen seinerseits bemerkte ich. Er sagte, dass ich möglicherweise nich timmer alle zwei Wochen kommen könnte, weil wenn er mal was Anderes vorhätte, dann wäre ihm das auch wichtig.
Ich sagte damals nichts, sagte nur, wenn er etwas anders haben wolle, sollte er es mir sagen. Aber in mir keimte etwas Anderes. Die Angst, eine wohl bekannte Angst die ich hatte, seit ich denken konnte. Angst vor Zurückweisung, Angst davor, ins Abseits gestellt zu werden und Angst davor, dass er mich verlassen würde. Dass ich diese Angst sehr gut kannte, war mir damals auch nicht bewusst.
Damit begann mein Leiden. Ich liebte ihn doch so, ich hätte alles für ihn gegeben und getan, aber warum nur kamen auf leisen Sohlen jetzt schon das erste Distanzmanöver? Was war nur passiert, was hatte ich falsch gemacht? Ich war doch liebevoll, wir hatten in vielem eine gesmeinsame Wellenlänge, ich hielt mich doch auch oft zurück? Ja, was hätte ich denn noch tun sollen, besser machen können?
Ich schob die Angst beiseite, Zuversicht und eine positive Einstellung müssten her. Jawohl, ich würde die Angst besiegen und freudvoll in eine wundervolle Zukunft schauen,.mit ihm, diesen wunderbaren Mann.
Da ging es dann an mit dem Selbstbetrug, den ich erfolgeich bei jedem Störfaktor weiter praktizierte.
Wenn ich wieder seinen Rückzug spürte, spielte ich die fröhliche Partnerin. Wer mag schon eint rauriges Mauerblümchen, das obendrein noch weinerlich und selbstmitleidig ist?
Aber die Distanzmanöver kamen in schöner Regelmäßigkeit und er hatte ein hübsches Repertoire davon, das er abspulte.
Er war zwar physisch da, mental aber nicht. Er vergrub sich gerne in Zeitschriften, Bücher und vor allem in seinen von mir abgrundtief verhassten PC, denn der war "gefährlich", das spürte ich. Ich trabte dann immer wieder an, brachte mich in Erinnerung und suchte nach Nähe und Zuwendung und Interesse, aber natürlich nie fordernd, sondern sehr dezent. Denn Druck meinerseits würde das Gegenteil dessen bewirken, was ich wollte und vor allem so sehr brauchte.
Es kamen immer wieder Äußerungen von ihm, die ich bereits gut kannte. Fragte ich mal aufgrund eines immensen inneren Drucks doch nach dem Status unserer "Beziehung", dann kamen diese Antworten, die alles und nichts bedeuteten. Klar sind wir zusammen, hast du je daran gezweifelt?
Wäre ich ehrlich gewesen hätte ich sagen müssen, ich zweifle schon seit geraumer Zeit an deiner angeblichen Zuneigung, daher suche ich ja nach Bestätigung bei Dir. Aber das hätte ich nie gesagt. Auf brennende Fragen erhielt ich nichtssagende Entgegnugen, die mir nur noch mehr Selbstzweifel einbrachten. "Das hast du falsch verstanden", "das habe ich nie gesagt, behauptet, gemeint ....", "Du bist immer voller Zweifel, warum denn nur?" usw.
Ich fragte dann nicht mehr, was hätte es auch gebracht.
Am liebevollsten war er, wenn ich weit weg war. Da kamen dann mal die Nachrichten, die ich so gerne las und gehört hätte. Ich freue mich auf Dich, wann bist du endlich da?
Voller Vorfreude fuhr ich dann am WE zu ihm, doch es war seltsam. Wenn ich dann da war, fragte ich mich verunsichert, wo die ach so große Wiedersehensfreude denn nur geblieben war? Er wirkte verhalten und wir mussten uns erst annähern, die Distanz überwinden.
Er legte sich nicht gerne auf etwas fest. Wollen wir heute Abend mal ins Kino gehen? Mal sehen, lass uns das spontan entscheiden. Wieder war ich erfolglos mit meinem Vorschlag, denn ich hörte nicht etwa, prima Idee, machen wir! Nein, mal sehen .... Was bedeutete, er hielt es sich offen ob er am Abend Lust auf das Kino hat oder nicht. Wieder war ich enttäuscht und verbarg es - wie immer.
Schluckte meine gefühlte Niederlage runter, redete mir wieder alles schön und sagte mir, er ist halt so, Er ist halt beschädigt, freudlose und schwierige Kindheit, ich muss das verstehen. Das wirkt nach, aber was zum Teufel fehlte ihm nur? Ich war doch vorsichtig, machte möglichst keinen Druck und war ratlos. Mochte er mich? Ja, das wohl schon? Liebte er mich? Wahrscheinlich eher nicht. Liebte ich ihn? Ja, ja, ja, ja!
Das stimmte nicht, was ich als Liebe interpretierte, war eine Sucht, die nur er für Augenblicke erfüllen konnte. Er war mein D ealer und allein er bestimmte wie ich mich fühlte und wann ich die Dro. wieder bekam und in welchem Umfang.
War er mal zugewandt und ausnahmsweise mal ein wenig fröhlicher, blühte ich auf und fühlte mich prächtig. Weg waren die Ängste und Zweifel und ich schimpfte mich selbst für meinen Kleinmut, meine Ängste, meine Schwarzseherei. Ebenso schnell konnte er mich in einen Eiskeller stossen, in dem ich mich so verdammt einsam fühlte.
Er war mein Herr und Meister, er hatte mich in der Hand wie Knetmasse.
Nicht dass mir das bewusst gewesen wäre, das begriff ich erst viel später. Aber wie ich mich fühlte, gab er vor.
Ja, und dann seine vielen Freunde und Bekannten. Schön für ihn, er redete gerne von ihnen, aber ich lernte keinen einzigen kennen. Was hätte ich auch fordern können, ich war ja nur eine Affäre, ich hatte nichts zu melden. ich war ja gebunden, eigentlich und er war frei..
Genauso wenig lernte er Freunde von mir kennen oder meine Familie. Das wäre ja unmöglich gewesen. Das ist übrigens A, mit dem gerne zusammen wäre ... Undenkbar!
Aber Freunde sind auch "gefährlich", denn sie konnten auch weiblicher Natur sein ... Eifersucht keimte auf und ich lauerte, fragte auch mal dezent nach einer Jessica oder Maria und wollte wissen, wer das sei usw.
Und dann seine vielen Unternehmungen! Die allesamt ohne mich stattfanden.
Auf seinem Schreibtisch lag eine Karte fürs Meltfestival. Eine, seine nämlich. Aha, er hatte ein Ticket gebucht, er hatte es nicht mal erwähnt, denn ich war nicht vorgesehen. Vielleicht wer anderes? Was wusste ich schon?
Nicht dass ich elektronische Musik jemals gemocht hätte, aber dass er selbstverständlich seinen Interessen nach ging und es mir gar nicht erzählte, kränkte mich.
Am Donnerstag bin ich da und dort, manchmal erfuhr ich etwas. Donnerstag ist gut, da war ich ja eh nie da, denn wir hatten ja eine Fernbeziehung (1,5 Stunden Autofahrt). Wäre es Freitag gewesen, wäre es schlimmer gewesen., vor allem wenn es "unser" Freitag gewesen wäre.
Und dann immer wieder seine Erzählungen aus dem Beruf. Wir waren in derselben Sparte, aber machten etwas Unterschiedliches. Da die Sparte eher klein ist, lernte man zwangsläufig etliche Leute aus anderen Firmen, Einrichtungen kennen.
Er habe jetzt Frau X von der Firma Y kennengelernt, die sei sehr nett gewesen, da sei er jetzt auch bekannt. Aha. Und Herr T. hat mir letzthin sogar das Du angeboten, stell dir das mal vor! Etwas, was er nur bei wenigen Kollegen tut! Ich sagte nichts, dachte mir nur, ja klar, Du musst wieder mal dein kleines Ego pushen und mit lächerlichen Erzählungen glänzen.
Er hatte es halt nötig, ich kannte ihn ja mittlerweile, Wenn er das als bedeutungsvoll ansah, dann soll es so sein. Dass auch ich einen Hunger nach Bestätigung in mir trug, verdrängte ich. Aber wenn er mich mal lobte, mal sagte, was du da geleistet hast, hätten viele andere nicht geschafft, dann entstand in mir eine große Freude. War ich vielleicht doch nicht so schlecht und minderwertig, wie ich immer glaubte? Vielleicht sollte ich doch mal mehr an mich und meine Fähigkeiten glauben, aber das tat ich lieber nicht, denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Also lieber sich selbst klein halten, sich selbst in Frage stellen, sich kritisieren und sich negativ sehen, denn die Retourkutsche würde ansonsten schnell kommen.
Ich war halt nicht so toll, wie ich immer gern gewesen wäre. In jeder Hinsciht, allenfalls Mittlemaß. Mit diesem Gedankengut kann man sich sein Leben wunderbar schwer machen. Aber es war anerzogen. Mach dies, mache das, aber nicht jenes. Sei ein braves Kind, das nicht rumschreit und sich dreckig macht. Was hast du da wieder angestellt, schau dich mal an! Sei so wie ich dich haben will, war die Botschaft meiner Mutter. Dann kriegst du Lob, Bestätigung weil ICH stolz auf dich sen kann. So funktioniert das Leben eben, zumindest bei mir.
Es war schwierig für mich ich war ihren Launen ausgesetzt und ab da kannte ich diese Angst. Die Angst nicht gut genug zu sein trotz aller Bemühungen, die Angst vor Zurückweisung, die Angst, mich wieder wie so oft unverstanden und einsam zu fühlen.
Und genau das brachte ich in Beziehungen ein. Ich fühlte dort das, was ich kannte.Ich stand dieselben Ängste aus und fühlte dieselbe Einsamkeit die ich kannte. Meine Zuflucht war mein Stoffpinguin, denn der verstand mich immer und später mein Selbstbetrug. Er war ja eigentlich sehr lieb ... er meint es nicht so ... Er ist es eben gewöhnt sein Ding zu machen. Ich sollte ihn nicht aburteilen, das ist schäbig. Ich muss das verstehen, tolerieren, ich war doch die Gute. Er hatte halt auch eine schwere Kindheit, wie ich aus Andeutungen erfuhr. Sein Vater hatte ihn nicht geliebt, sondern eher abgelehnt. Und meine Mutter liebte mich wenn ich war wie ich sein sollte.
Viele Ähnlichkeiten, dieselben Selbstzweifel, die Angst nicht gut genug zu sein, das hatten wir gemeinsam. Und dieser Wunsch nach Nähe, Liebe und Vertrauen, der aber oft genug ein Wunsch blieb. Beide hatten wir erfahren, dass Bindungen gefährlich sind, jederzeit kippen können, man konnte sich auf nichts verlassen und sollte sich nie zu sicher fühlen.
Beide hatten wir Angst vor festen Bindungen, wir lebten sie nur unterschiedlich aus. Er boykottierte zu viel Nähe aktiv und ich? Ich war die andere, die doch nichts weiter wollte als eine Beziehung, in der ich mich endlich mal sicher und aufgehoben fühlte. Ja, aber ich konnte es dann ja doch nicht, denn auch ich glaubte nicht an Bindungen. Denn die waren ja gefährlich, sie machten Angst, denn sie konnten jederzeit kaputt gehen.
Was soll so was werden? Zwei Lahme gehen an Krücken und auch wenn sie gemeinsam gehen, so bleiben die Krücken. Sie täten ja gerne wollen, aber es bleibt ein Wunsch. Verlass dich auf niemanden richtig, du wirst eh nur enttäuscht. Glaub nicht an dich, sonst wird es dir beigebracht, dass du nur hochmütig bist. Du darfst niemals stolz auf dich sein, denn du fällst eh nur wieder runter vom Podest.
Vermeide zu viel Nähe, zu viel Enge, entweder aktiv oder eben passiv. Der passive will ja eine richtige Beziehung, aber er sucht dann gesetzmäßig dort wo er sie nicht findet. Dafür sorgt schon das Unterbewusstsein, das uns zu ähnlichen Menschen führt. Und der Aktive ist ein Meister darin, Nähe zu boykottieren und kaputt zu machen. Durch Taten und Worte.
Natürlich scheiterte die Beziehung, er machte Schluss. Per Mail. Er könne es nicht, er täte ja wollen, aber er schafft das nicht, weil alles in ihm nur Nein schreit.
Ich war am Boden zerstört, ich war wie gelähmt ehe die Sturzbäche von Tränen kamen. Ich hatte mch doch so bemüht, mich angepasst, viel ertragen, hingenommen, Verständnis gezeigt, Nachsicht, nur dass dieser Vollkoffer mir nicht abhanden kam.
Ich litt lange - im Stillen. Kener merkte mir was an, das kann ich gut. Der Welt ein fröhiches Gesicht zeigen auch wenn es innerlich anders aussieht. Ich brauchte Zeit, viel Zeit für mich. Ich rekapitulierte die Beziehung, immer und immer wieder. Ich fühlte, was ich damals gefühlt hatte und das, was ich jetzt fühlte. Eine einzige große Enttäuschung.
Ich hatte niemanden zum Reden und was hätte Reden auch gebracht? Es war wie es war und Punkt.
Wir hatten dann noch ein wenig Kontakt, eher schriftich, ab und an telefonisch. Ich wollte noch ein wenig Anteil an seinem Leben haben, denn diesen wunderbaren Menschen ganz gehen zu lassen, schaffte ich nicht. Und grub mir damit selbst eine Grube, denn was erfuhr ich denn schon? Das was er mir erzählte und das war gefiltert und vieles wurde verschwiegen. Klar, wir waren ja nur noch "Freunde", aber ohne viel Vertrauen und Offenheit.
Meine Anteilnahme war ein Wunsch nach Kontrolle. Ich wollte wissen was er trieb, unternahm und mit wem? Warum? Um mich so richtig schön selbst zu quälen, mich in der Ungewissheit aufzuhalten, dass ich jederzeit ersetzt werden konnte.
Mit der Zeit merkte ich dass er das Interesse verlor, Der Kontakt schlief zeitweise ein. Und dann kam eine seiner verschwurbelten Mails, die ich zweimal, dreimal lesen musste, ehe ich verstand. Er hatte seine Next und ich war völlig abgemeldet. Wieder ein Schlag ins Genick!
Ich hatte es irgendwie geahnt, gefühlt. Eine frühere Kollegin, mit der er schon früher auch ab und an privat Kontakt hatte. Ein rotes Tuch für mich, aber was hätte ich machen sollen? Die war einige Hundert Kilometer weiter gezogen, hatte den Job gewechselt und er half ihr beim Umzug. Toll, wie edel und hilfsbereit von ihm! Man hilft jeder Kollegin beim Umzug, das war mir klar. Ironie off!
Aber ich verstand die Botschaft. In mir brandete der Hass, der pure Hass. Dieses verlogene Schwein, sicher hatte er schon mit der rumgetan kaum dass er mich aus seinem Leben geworfen hatte. Aber da war ich ja nie, ich war ja nie in seinem Leben, ich war ein Statist. Daher seine seltsamen Unternehmungen, die ich bei ihm nicht kannte .... Was war ich blöd gewesen. Vielleicht musste ich daher dann auch weg, in einer Phase, in der ich mir wieder mal einredete, wir seien jetzt auf einem guten Weg. Klar, der Bindungsphobiker geht dann, wenn die Beziehung mal besser läuft, weil er die Enge nicht aushält. Er geht nicht wenn es schlecht läuft, denn dann war die Distanz ja gewahrt. Ganz einfach und doch fremd.
Es kam die Zeit der Wut, der Rachegedanken. Wundervolle Rachefantasieen malte ich mir aus und letzt Endes wünschte ich, er wäre tot. Ein Miststück weniger auf der Erde, ein Mann weniger, der Frauen nur verarscht. Gerne hätte ich es getan, ihm in seine verdammten ... zu treten, so richtig fest, dass er sich vor Schmerzen krümmte. Und dann nochmals. Ah, eine wundervolle Befriedigung wäre das gewesen. Aber ich war weit weg und kämpfte immer noch.
Ich hätte es doch nicht getan, denn mein Mitleid wäre mir im Weg gewesen, ich malte es mir nur aus. Es ist ein Ventil für Aggressionen. Aber Rollstühl für ihn wäre schon schön gewesen, nach einem Verkehrsunfall. Hätte mich das zufriedener , friedvoller gemacht? Nein, sicher nicht.
Auch diese Phase ebbte ab und es kam die Akzeptanz. Es war wie es war und es war vielleicht besser so. Ich lernte wieder zu leben, fröhlicher zu sein und Kleinigkeiten zu beachten und positiv zu sehen. Und ich hatte wieder mehr anderweitige Kontakte, mit Frauen. Was hatten wir oft Spaß zusammen und lachten, dass wir halb unter dem Tisch lagen! Das tat gut.
Ein neues Türchen hatte sich geöffnet, kaum dass er weg war. Ich hatte es nur nicht gleich erkannt, sah es aber hinterher.
Wenn eine Tür zugeht, öffnet sich manchmal eine andere, was keine neue Bezehung sein muss.
Und wie hatte sich mein Leben jetzt doch geändert. Ich war wieder zufriedener und hatte viele Defizite in mir erkannt. Ich wollte sie an ihm heilen, aber das geht nicht. Das muss jeder selbst in die Hand nehmen. Defizite, Muster, Verhaltensweisen erkennen, die Ursprünge sehen und dann kann man sie los lassen. Sie blockieren ja nur.
Und jetzt bin ich ein neuer Mensch, frei von Selbstzweifeln? Nein, ich bin wie ich bin, aber ich kann anders mit mir umgehen. Pfleglicher, nachsichtiger, das hatte ich vorher nicht gekonnt.
Ich brauche niemanden, der mir sagt, dass ich gut genug, ja besser bin. Ich darf mich auch selbst mal loben anstatt mich immer nur in Frage zu stellen
Ohne ihn wäre ich nie da, wo ich jetzt bin. Das habe ich ihm zu verdanken, auch wenn er es nicht weiß. Ich habe ihn entlassen, er soll leben wie er mag, es berührt mich nicht mehr. ich bin nicht mal mehr neugierig etwas von ihm zu erfahren.
Unser Leben hat sich gekreuzt und ging auseinander. Für mich war es positiv, für ihn vielleicht auch. Vielleicht hat er auch was gelernt.
Manchmal fühle ich heute noch eine Erleichterung, wenn ich an ihn denke. Wie gut, dass er weg ist. Er war nicht so wunderbar wie ich ihn sah, ich hatte ihn nur auf ein Podest gestellt. Was für mich bedeutete, dass ich nicht neben ihm war, sondern unter ihm. Ich hatte ihn glorifiziert und Eigenschaften gesehen, die er nicht hatte. Ich wollte mich aufwerten, denn wenn so ein wunderbarer Mann mit mir zusammen war, dann musste ich doch liebenwert sein, oder nicht? Und wie gut, dass er mir nicht mehr weh tun kann. Er war nie böswillig, aber folgte eben auch seinen Impulsen aus dem Unterbewusstsein.
Das alles ist lange her, es war 2010 und 2011, aber vergessen werde ich es nie. Ich erinnere mich daran, wenn ich ähnliche Stories hier lese. Auch derlei Beziehungen folgen einer Choreografie.