Soloperme
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Ach Du Liebe, ich lese schon lange mit, aber es gab so viele hilfreiche Kommentare, dass ich mich zurück hielt, bis jetzt.
Mir ist vor 20 Jahren ähnliches widerfahren, erste Tochter 1.5 Jahre, die Kleine keine 2 Monate, als er bemerkte, daß Familie doch nicht so seins ist. Klar, dass wir 6 Monate zuvor ein wundervolles Haus, eine Art Villa Kunterbunt bezogen hatten, samt Hund...
Meine Welt brach zusammen ich bettelte wimmerte, drohte, beschwor geinsame Zeiten, Versprechen - er wollte mich nicht mehr. Nicht mehr als Frau, als Mutter seiner Kinder, nur Partnerin im Elternbund, sonst nichts.
Wie in Watte erlebte ich den Hausverkauf, Umzug in 2 Wohnungen nah beieinander, die Töchter pendelten später von Haus zu Haus, als hätte es nie andere Pläne gegeben.
Ich blieb erstarrt zurück, tödlich verletzt, beschämt, mitunter fast eifersüchtig, wenn ich die Zärtlichkeit sah, die er für unsere Kinder, eigentlich Früchte unserer Liebe, hatte, für mich hingegen nichts mehr davon. Warum schrie ich mal laut, mal stumm und keine Antwort war Trost.
Am bittersten Punkt, als mir die Zukunft für alle Zeiten finster schien , wenn auch erleuchtet durch die zwei Zauberwesen, die uns ewig verbinden würden, ließ ich ihn los. Ich ließ die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme unserer Liebesbeziehung los, den Wunsch, er würde einsichtig geläutert zurück kehren wollen, wieder Liebe für mich empfinden.
Ich ließ ihn los, in Liebe, die ich ja weiter empfand und auf die er keinen Einfluß hatte, blickte dankbar zurück auf vergangene Zeiten, auf das, was er für unsere Kinder weiterhin anbot. Ich ließ ihn frei. Und damit mich. Es tat weh, jeder Elternabend im Kindergarten, Feste in der Schule überall Familien, die meine Wunde neu aufrissen, aber durch mein Loslassen endlich erträglich wurde.
Ich habe ihm einen langen Brief geschrieben, ihm gedankt für alles und ihm Glück gewünscht. Dann habe ich die Scheidung eingereicht, ganz einvernehmlich lief diese ab, mit nur einer Anwältin und gemeinsamen Essen gehen danach.
Ich bin wieder glücklich geworden danach, mit einem anderen Mann, aber vor allem als Mutter und mit mir selbst. Ich wollte nicht in bitterer Verzweiflung bleiben oder dem Gefühl versagt zu haben. Ich denke, wir wurden später eine kunterbunte Patchwork Familie auch wenn aus dem Traum der Familie in der Villa kunterbunt von einst nichts geworden ist.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du einen Weg findest, Deinen Noch Mann in Liebe gehen zu lassen und selbst dadurch frei wirst. Und glücklich.