Auch wenn ich mich wiederhole:
Es fehlt seinerseits dieses aufrichtige Zuhören und Verstehen wollen des anderen, MITeinander Lösungen suchen statt lediglich GEGEN den Partner Fronten zu bilden und dahinter sitzen zu bleiben bis von der anderen Seite Friedensangebote inkl. Zugeständnisse kommen.
Es ist keine Augenhöhe - und nicht erst seit 2 Jahren so - siehe Rennmaus-Szenario, was glaub ich deutlich länger herist. Dir ist was wichtig und er nimmt es nicht ernst. Wenn ich jemanden aufrichtig liebe beschei.zze ich ihn nicht oder lass ihn wiederholt (!) fallen wie es mir gefällt. Wenn du seine Marionette bist und den Rücken stärkst, ist die Liebe riesig. Bist du selber bedürftig, tritt er nach und begibt sich in die Opferrolle.
Zitat von NineNinchen: Aber es sollte doch vor einer Trennung alles mögliche versucht werden. Und Gefühle sind doch im jeder Beziehung mal mehr und mal weniger da. Vor allem mit kleinen Kindern.
diese/ deine Einstellung teilt er nicht. Er hat für sich das Thema Partnerschaft aktuell abgehakt. Eltern-WG ist sein Angebot.
Vlt kommt er in 3-4 Jahren wieder angedackelt, wenn die "stressige" Baby- und Kleinkindzeit (ja, auch die Rücksichtnahme auf eure Tochter ist ihm umfänglich zu stressig, sonst würde er sich von selbst so oft kümmern wie er kann und ihre Bedürfnisse wahr- und ernstnehmen) vorbeiist, du seiner (!) Ansicht nach wieder "fitter/emotional stabiler" bist.
In meinen Augen hat er Angst, dass er im Babyjahr/Kleinkindalter erneut zu kurz kommt und ihr in eine Krise geratet, mit der er nicht erneut umzugehen bereit ist. Deine aktuelle -von ihm mitverursachte- emotionale Achterbahn bestätigt ihn dahingehend in der Richtigkeit seiner Entscheidung. Das wurde ihm vielleicht mit Beginn der zweiten Ss noch bewusster. Und ja, ausgeschlossen ist das nicht. Denn: Du hast neben ihm stets die Kinder mit im Blick und ebenfalls zu kurz gekommene Bedürfnisse und Sorgen - während der Baby- und Kleinkindphase -verständlicherweise nochmal mehr (Schlafmangel, Hormonumstellung, weniger Freizeit, Schmerzen, neue Tagesstrukturen, Gerechtwerden der Bedürfnisse der Kinder, Co-Regulation von Emotionen,...). Es ist normal (!), dass es da gehäuft zu Konflikten mit sich selbst und anderen kommt. Erst recht, wenn der Familienvater und Partner unzuverlässig, emotional distanziert und unreflektiert handelt. Er hat sich für diese sensible Zeit bewusst keinen Homeoffice-Job mehr gesucht und baut Auswärtshobbys aus. Für mich ganz klare Flucht - nicht nur vor dir, sondern dem Gesamtkonstrukt und Verantwortung - denn ginge es ihm wenigstens um beide Kinder, wäre sein Handeln anders.
Du möchtest daran arbeiten, Durststrecken gemeinsam meistern, er nicht. Er möchte eine überwiegend Sonnenscheinbeziehung ohne pers. Einschränkungen. Die hat er entweder seit einer Weile mit wem anders in Aussicht oder er folgt seiner Illusion im Kopf.
Er war in der ersten Babyjahr-Zeit sicher ebenfalls nicht nonstop Prinz Charming.
Darum braucht er nicht rumunken was ihm alles missfallen hat - die positiven Aspekte und Ressourcen als Paar blendet er ja bewusst aus.
Zitat von Perzet: Im Moment will er nicht mehr Ehemann und Vater sein.
Im Moment musst Du mit dieser Situation umgehen. Und das ist schon ein großer Brocken.
ganz genau. Letztendlich ist das Hier und Jetzt entscheidend und vielleicht auch, dass er bereits das DRITTE mal ausbricht und inzwischen drei Menschen damit ins Chaos stürzt - und du trotz seines Verhaltens ihn zweimal zurücknahmst. Unausgeschlossen, dass sich sein Ausbruch wiederholt. Er sieht ja keinen Handlungsbedarf in Bezug auf seine Eigenanteile oder kümmert sich aktiv drum.
Falls der Tipp bereits kam, sorry: Dreh den Spieß um, indem du eine Liste anfertigst, welche Eigenschaften und Bedürfnisse in einer erfüllenden Partnerschaft für DICH wichtig sind. Und schreib dir daneben seine Defizite, Baustellen, Vertrauensbrüchr auf. So legst du den Fokus verstärkt auf das Gesamtpaket. Das kann dir helfen, dich in Phasen der Hoffnung besser abzugrenzen.
Die Einschätzung der Psychologin bestätigt ja irgendwie diese gewisse Mutter-Sohn-Dynamik - er meinte ja selbst schonmal, du wärst wie seine Mutter und dass DU dir ausgenutzt vorkommst (Studienfinanzierung etc). Im Gegensatz zu einem Teenager (selbst die sind oft deutlich empathischer und verantwortungsbewusster) ist er mit 36 ein der Jugendzeit bereits entwachsener, bedauerlicherweise in manchen Kompetenzbereichen zurückgebliebener (Ehe)Mann/Familienvater und für sein Leben und Handeln mit aller Konsequenz verantwortlich.