Zitat von NineNinchen: Ich hab auch immer noch die dumme Hoffnung, dass er doch noch zurückkommt und ich nicht alles kaputt machen möcht, wenn ich komplett ausflippe.
Bei mir schwang da auch immer noch die Sehnsucht nach dem, was wir hatten und was die Zukunft hätte sein können, mit. Also im Grunde Verdrängung der Realität.
Denn selbst wenn er zurückkäme (was er nicht kann, nachdem er Dich so mies behandelt hat). Du hast jetzt gesehen, wer auch auch/wirklich ist. Das wirst Du nicht vergessen können. Und es gibt auch keine heilende Begründung dafür, weshalb er sich JETZT so benimmt. Daher könntest Du ihn gar nicht mehr zurück nehmen, ohne daran zugrunde zu gehen.
Und wenn jemals in der Geschichte der Menschheit jemand einen guten Anlass hatte, vorwürflich zu sein, dann ja wohl Du. Den Anspruch an Dich, mit ihm nur vorwurfsfrei zu kommunizieren, darfst Du in dieser Situation wirklich fahren lassen.
Das scheint nämlich sein wunder Punkt zu sein: Sich Fehler nicht eingestehen zu können sondern verdrängen oder weit von sich weisen zu müssen.
Der Spruch, dass doch bei euch alles in Ordnung sei (und er daher gar nichts tun muss?) ist doch nur Pfeifen im Wald. Seine innere Stimme wird ihm schon einflüstern, dass es vielleicht nicht die Sternstunde der Männlichkeit ist, eine schwangere Frau mit kranken Kleinkind wegen "fehlender Gefühle" sitzen zu lassen.
Aber dann kommt er für ein bisschen Kinderpflege vorbei und sieht, dass bei euch alles aussieht wie immer und Du Dich zusammenreißt. Und schon kann er sich einreden, dass ja alles in Ordnung ist und er so handeln darf, wie er es gerade tut.
Und selbst wenn bei euch Chaos wäre und die Spüle überläuft und das Sofa in Flammen steht, hätte er trotzdem Mechanismen, mit denen er seine Verantwortung ganz schnell zu Deinen Lasten von sich weisen könnte.
Also wär es am besten, seine Pipi Langstrumpf Allüren zu ignorieren und zu tun und zu lassen, was DIR am besten taugt. Es ist Zeit, Selbstbezogenheit und Egoismus zu lernen. Und wenn Du es nur tust, um Dein Baby zu schützen.
Was mich vor allem stört: Weshalb weißt Du von seinen Freizeitkletterplänen. Solche Informationen lenken von heilenden Gedanken an Ninchen ab und hin zu verletzenden Gedanken an ihn.
Mein Wunsch für Dich wäre: Festgelegte Umgangszeiten, die auch durch krankes Kind nicht geändert werden. Übergabe der Tochter ohne jede Konversation. Er kommt und holt sie, aber betritt eure Wohnung nicht mehr. (Ich weiß, dass er aktuell nur für 14 Tage weg ist. Aber vielleicht lässt sich das ja verlängern, und verlängern, und verlängern...). So dass Du gar nicht weißt, was er wann macht. Dieses Nichtwissen geht nämlich irgendwann über in Sich-nicht-dafür-interessieren. Und dann erst kannst Du Deine Energie wirklich für Dich einsetzen und verpulverst sie nicht an ihn.
Dass Meditation nichts für Dich ist, ist nicht schlimm. Den gleichen Effekt (Stoppen des Gedankenkarussells und etwas Entspannung) erreichst Du auch durch Bingewatching oder Stricken und Hörbücher hören oder (wenn Du kannst) in der Natur spazieren gehen oder (hab ich während der Schwangerschaft gerne zur Entspannung gemacht) mit dem Auto ziellos über Autobahnen fahren und dabei laut Musik hören und mitsingen. Vielleicht hilft auch Yoga? Oder Puzzeln? Oder Babysachen nähen? Du wirst sicher was finden, was noch nicht emotional besetzt ist und Dich ablenken kann.
Ich drück Dich ganz dolle für die neue Woche.
Und nicht vergessen: Auch wenn es sich nicht danach anfühlt: Es wird von Tag zu Tag besser.