Ich habe heute den Koffer für die Klinik gepackt. Das ist so eine traurige Angelegenheit gewesen. Er wird mir während der Geburt keinen Mut zusprechen, wird nicht für mich da sein oder groß im Krankenhaus anwesend sein. Oder gar die Zeit danach zu Hause. Natürlich sind meine Eltern und Freunde da aber mir fehlt halt mein Partner.
Die letzten zwei Tage habe ich damit verbracht das WLAN einzurichten. Dazu hat mir mein NM unser altes Modem mitgegeben. Natürlich ohne die geänderten Passwörter....dazu kam dann noch, dass bei uns morgen in der Kita gestreikt wird. Ich wollte ihn deswegen anrufen und mich mit ihm absprechen.
1,5 Tage hat er weder auf Anrufe noch auf Nachrichten geantwortet.
Heute Abend ist er dann endlich mal ans Telefon (nein, er hat nicht zurückgerufen) gegangen. Als ich ihm fragte wie er denn zukünftig erreichbar wäre, meinte er so wie jetzt. Ja, ist klar......
Er meinte aus seiner Sicht sei das getrennte Wohnen genau richtig für ihn und er will mit mir über nichts anderes mehr reden und würde dementsprechend dann auch nicht mehr reagieren. Wie kann man mach so langer Zeit so etwas sagen. Wir kann man freiwillig auf die Familie um einen herum verzichten, die er doch auch wollte. Ich weiß, die Fragen hatte ich alle schon mal und die Antworten werden sich auch nicht geändert haben. Aber es fühlt sich oft genug noch wie ein falscher Traum an. Für ihn sei alles gesagt. Also bestimmt er jetzt den Inhalt unserer Gespräche?! Geht's ihm noch ganz gut? Im August hat er in unseren Chatverlauf noch was von "Hab dich lieb" und "Beste Ehefrau" geschrieben. Und 1,5 Monate später beendete er einfach alles? Ist klar.
Das Gespräch tat mir einfach nicht gut, hab ich im Nachhinein gemerkt.
Er wirkt dann immer so traurig und geknickt Telefon vor und ich komme mir wie die hysterische Ex vor. Aber ich bin auch so wütend auf ihn, es fällt mir wahnsinnig schwierig ruhig mit ihm zu reden.
Zitat von Waterfall: Hast du nicht vor ner Weile gehäkelt?
Zitat von Silvester: Für was Du brennst? Ausruhen und Schlafen!
Ja, ich häkel und zeichne und arbeite allgemein gern handwerklich ein bisschen. Aber das ist glaube ich keine riesige Leidenschaft. Aber diese Dinge begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Es sind aber eher Hobbies für das Alleinsein.
Vermutlich wird schlafen demnächst mein neues Lieblingshobby werden!

Und ja, ich brenne auch auf das eigene Auto, weil ich dann mit den Kindern besser mal raus aus der Stadt komme und ich selbst auch besser zum paddeln und campen an einen See komme. Aber das wird dieses Jahr noch nichts.
Zitat von thegirlnextdoor: Ich hoffe sehr, du hast nicht irgendeinen Social Media Kanal mit 500 Freunden, die ständig von ihren ultra tollen Reisen, Unternehmungen und Hobbys berichten!
Nein, nein.... ich bin da nur für kreative Ideen unterwegs und lasse mich gern inspirieren oder um neue Sport-Übungen auszuprobieren.
Reiseinfluencer oder Beautyinfluencer interessieren mich nicht wirklich. Viel zu viel Fake.
Zitat von thegirlnextdoor: Genau so ist es.
Menschen, "denen man etwas bieten muss" - egal ob potenzielle Partner oder Freunde... grauenvoll.
Mein NM meinte immer, nur wenn man produktiv ist, sei es keine verschwendete Zeit. Aber immer produktiv sein zu müssen ist ja auch anstrengend und eher Zwang. Und mit Kindern ist man eher weniger produktiv. Jedenfalls wenn sie noch so klein sind.
Zitat von Perzet: Merkste was? ExMann, alter Klassenkamerad, Eltern (Vater), Du - immer dieses Leistungsprinzip!
In dem Klinikbericht der Uniklinik steht, dass es Hinweise auf einen vermutlich höchst leistungsorientierten Bewältigungsmechanismus gibt. Ich bin da jetzt erst durch deinen Beitrag wieder drauf gekommen. Also nicht mal bei der Trennung komme ich aus diesem alten Muster raus.....
Zitat von Perzet: Bitte gib Dir selber die Zeit und das Eingeständnis, daß Du eben diese Zeit jetzt brauchen wirst, daß da etwas verrutscht ist
Zitat von Perzet: Du bist kreuzunglücklich, weil alle Deine inneren Augen nur auf eine Person gerichtet sind und diese eine Person nicht darauf reagiert und applaudiert.
Irgendwie schon. Warum sollten die anderen auch Beifall klatschen.....sie wissen ja nicht, dass es mir so wichtig ist. Aber ist es nicht auch ein Stück weit normal für seine Leistungen Anerkennung zu bekommen. Es freut sich doch jeder über berechtigtes Lob.
Zitat von Perzet: Du hast den Blick für all diese guten Dinge verloren
Ja, irgendwie bin ich auch in diesem Leistungsdruck drin. Das zeigt ja auch mein Lebenslauf. Vielleicht ist das auch meinem NM zu viel geworden, als er meinte, ihm fehle die Leichtigkeit. Das nie Ruhe eingekehrt ist so richtig. Immer war etwas zu tun. Aber das gilt ja eigentlich für uns beide.