Zitat von Vilya: Was sind das denn für Sachen?
Zitat von Vilya:Was sind das denn für Sachen?
Also ich betrachte mich mal als den Durchschnitt, deswegen kann ich ja nur von meinem Standpunkt aus beurteilen was er in meinen Augen überdurchschnittlich gut kann:
Gitarre spielen, logisch denken, Karikaturen zeichnen, rhetorisch argumentieren, politische Zusammenhänge verstehen, kochen und backen, designen, ein guter Spieleleiter bei Spielerunden sein. Und ich musste nie nit ihm darüber diskutieren, ob er im Haushalt hilft oder ob wir uns die Nächte mit unserer Tochter aufteilen. Also gelebte Gleichberechtigung. In meinem Freundeskreis und meiner Familie waren wir das einzige Paar, was für unsere Gleichberechtigung Anerkennung bekommen hat. Bei den meisten sind immer noch überwiegend die Frauen zuständig. Vor de Planung unserer Tochter hab ich immer schon zu ihm gesagt, wenn wir das nicht 50/50 machen, dann bin ich raus bei der Familienplanung. Weil ich gesehen habe, wie die anderen Mütter auf dem Zahnfleisch gekrochen sind und ich mir das für mich nie vorstellen konnte. Und jetzt bin ich genau da angekommen und sogar noch schlimmer dran.
Ich hab heute ein Selfie mit meiner Tochter gemacht und hab mich kaum wiedererkannt. Ich sehe aus wie um 5 Jahre gealtert. Einfach fertig und anders als kurz vor der Trennung. Wenn ich vorschnell wegen ihm altere, dann sollte er ab jetzt Impot. sein. -.- Für ein bisschen Gerechtigkeit.
Zitat von sonntag_morgen: Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sein Stammtisch oder seine Songs die Welt verändern werden.
Er hat ja schon selbst gesagt, dass er hingeht wegen der "coolen" und "spannenden" Leute. Das politische Engagement kam erst recht weit hinten. Also ja, "Hoch die Tassen".
Zitat von Rheinländer: Alleine die Tatsache, dass er einen anderen, schlechter bezahlten Job annimmt und ihm die wirtschaftlichen Folgen seines Handeln für euch egal sind, zeigt auch sicherlich, dass er besser als der Durchschnitt ist.
Die Diskussion hatte ich letztens mit einer Freundin und ihrem Mann. Sie sind der Meinung, wenn man sich trennt, kann man auch selbstbestimmt den Job wechseln. Da muss keine Rücksprache mehr mit dem Expartner gehalten werden. So grundsätzlich gehe ich da mit. Aber mein NM hat mich in einer sensiblen Phase fallen gelassen. Auch finanziell gesehen. Ich bin ja erstmal von ihm abhängig, den das Elterngeld ist ja nicht so hoch und er wusste ja auch, dass ich zu Hause bleibe. Er zahlt, dass hat er versprochen, aber es ist halt nicht mehr so viel, wie ursprünglich möglich gewesen wäre. Erst in 2 Jahren bin ich finanziell wieder unabhängig und verdiene mein eigenes Geld.
Zitat von Hedwig11: Der ist jetzt über 30 und darf evtl. auf einem kleinen, unbedeutenden Festival in Holland ein paar Songs mitspielen? Aber auch nur eventuell. Joah, dafür kann man dann schon mal die schwangere Frau und die kleine Tochter im Stich lassen.
Naja, manchmal erreichen ja gerade auch die Kunstwerke von Unbekannten Künstlern die Menschen. Ging mir selbst auch schon so, dass es die "normalen" Leute sind, die das eigene Herz mit ihren Werken erreichen.
Zitat von thegirlnextdoor: Weißt du, für wen er auf dieser Welt absolut einzigartig und absolut unersetzlich ist?
Für seine Kinder. Als ihr Papa.
Und das ist genau das, was ihm nicht gut genug ist.
Das weiß ich und er hat es auch immer gesagt. Das die Familie am Ende alles ist was zählt. Er hat es selbst gesagt und so gesehen. Und er sieht es auch immer noch so und will auch immer noch Familie. Aber nicht mehr mich als Partnerin.
Zitat von Woelkeline: Vor Jahren haben wir darüber gesprochen und sie hat gesagt: "wenn ich mich damals nicht so Sch... benommen hätte, hätte ich mich nicht lösen können."
Deine Geschichte mit deiner Tochter passt da ganz gut. Klingt aber auch nach einer wirklich heftigen Zeit bei dir.

Das würde mich auch sehr verletzen, wenn meine Tochter sich mal so verhalten sollte.
Ich bin selbst mit 18 ausgezogen.
Meine Therapeutin hat ja gesagt, er verhält sich wie ein Teenager. Vielleicht nabelt er sich gerade wirklich ab, weil er von seinem Elternhaus vermutlich auch einen Schaden wegbekommen hat. Und er das Gefühl hatte, dass ich Mutti 2.0 bin.
Zitat von Caecilia: 99,99% der Zeit war er aber (oder gab sich als) der total engagierte Vater, der die Kinder ganz viel betreut hat, auch über weite Strecken alleine, den Haushalt geschmissen hat, sich um Familienmitglieder in schwierigen Situationen gekümmert hat ...
Wie war das bei Deinem Ex - kam da der Egoismus oft durch? Und hast Du das verdrängt und/oder Dir schöngeredet?
Zitat von Caecilia: Dieses Unberechenbare ist übel - bei einem Partner, der permanent und offen ein Egoist ist, weiß ich das dann und kann mich darauf einstellen (nicht, dass ich mit so jemandem zusammen sein wollte - bewahre!).
Die meiste Zeit ist er wie ihr geschrieben habt. Mehr green Flags als red Flags. Aber dafür sind die red Flags doppelt so groß.
Und dann kommt er eben immer so unvermittelt aus der Reserve, tut und sagt Dinge, die einen ungläubig zurücklassen. Womit man nie gerechnet hätte. Und ja, meist in Situationen, wo man auf den anderen angewiesen ist.
Zitat von MissLilly: Meine erstgeborene Tochter war ihm nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten, sondern hat auch noch viele seiner positiven Eigenschaften und insbesondere Talente geerbt
Optisch sieht sie mir eher ähnlich. Aber wenn sie das musikalische von ihm abbekommt, dann wäre das schon gut. Mir fehlt leider Taktgefühl. Ist blöd beim Tanzen und um mit anderen zusammen Musik zu machen. Ein bisschen Gitarre spielen kann ich ja auch. Aber eben nur für mich alleine.

Ab nächste Woche tauschen wir das Betreuungsmodell für mindestens 4 Wochen. Da hat mein NM unsere Tochter 4 Tage und ich 3 Tage. Das war mein eigener Wunsch, damit ich nochmal etwas mehr zur Ruhe kommen kann. Es ist auch vernünftig. Aber sie ist dann so viel weg, das tut mir jetzt schon weh. Sie ist gerade so cool und lernt jeden Tag so viele neue Dinge. Es ist eine so einzigartige Zeit die nicht mehr wiederkommt. Aber ich brauche die Zeit nochmal für mich.
Bei Abendkuscheln hat sie auch wieder nach dem Papa gefragt. Wir haben sonst manchmal Abends alle noch gemeinsam gekuschelt. Das war immer schön. Daran erinnert sie sich noch. Das war wieder so ein Stich ins Herz, der völlig aus der Kalten kam. Sowas nimmt mich stark mit und ich fange dann wieder an alles zu hinterfragen. Denn genau um diese Tiefe geht es doch in einer Beziehung.
Und wenn wir etwas mehr einen Babysitter engagiert hätten, dann wäre unsere Paar-Ebene vielleicht auch nicht so gegen die Wand gefahren. Aber sie war ja auch noch so klein und es fing gerade auch erst an, dass wir sie mal abgeben konnten.